Kelmis: Mirós bunte Welt vor der Haustür

Kelmis: Mirós bunte Welt vor der Haustür

„Kelmis kann jetzt in einem Atemzug mit Wien, Paris oder Baden-Baden genannt werden.” Was den Kulturschöffen der ostbelgischen Gemeinde, Marc Langohr, bei der Vernissage zur Ausstellung „Miró - über die Malerei hinaus” zu so euphorischen Worten hinriss, ist eine in der Tat ungewöhnliche Kunstpräsentation im Göhltalmuseum.

Hier sind zurzeit ca. 60 Originallithografien des katalanischen Malers Joan Miró zu sehen.

Kaum ein anderer Künstler genießt mit seinen Werken einen so hohen Bekanntheitsgrad, die plakativen Darstellungen in den Grundfarben Rot, Blau, Gelb und Grün mit den dominanten schwarzen Linien hängen nicht nur in vielen Museen, sondern sind auch in öffentlichen Räumen von Amtsstuben über Restaurants bis zu Kaufhäusern beliebte Gestaltungsobjekte. Seine Motive schmücken Porzellan und Bettwäsche.

Eigens dem 1893 in Barcelona geborenen und 1984 auf Mallorca verstorbenen Künstler gewidmete Ausstellungen sind allerdings eher selten, so dass die Begeisterung von Schöffe Langohr über dieses Projekt, das besondere Bedeutung für den gesamten Grenzraum habe, durchaus verständlich ist.

Und noch etwas zeichnet die Ausstellung in Kelmis aus: Sie ist besonders konzipiert, um in unterhaltsamer Weise Mädchen und Jungen ab etwa fünf Jahren mit dem Werk des Malers und Grafikers vertraut zu machen.

Fantastische Welt

Leuchtende Farben, geometrische Formen und einfache, immer wiederkehrende Symbole wie Sonne und Sterne, Vögel oder Leitern laden dazu ein, sich in die fantastische Welt des Joan Miró zu vertiefen.

Nachdem die Ausstellung schon mehr als 15000 Kinder im französischsprachigen Raum angesprochen hat, ist sie nun erstmals auch im deutschsprachigen Raum zu sehen. Aber auch erwachsene Kunstliebhaber kommen auf ihre Kosten. Während der Nachwuchs mit dem Spielheft „Die Ausstellung entdecken und sich gut unterhalten” seinen eigenen Rundgang gestalten kann, führen auch ausführliche viersprachige Texttafeln in Werk und Arbeitsweise des Künstlers ein.

Realisiert wurde die Ausstellung von Jean-Christophe Hubert, Kunstgeschichtler an der Universität Lüttich. Sie steht unter der Schirmherrschaft von Isabelle Weykmans, Kulturministerin der Deutschsprachigen Gemeinschaft.

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