Kesternich: Max II. herrscht über die Karnevalskinder von Kesternich

Kesternich : Max II. herrscht über die Karnevalskinder von Kesternich

Ganz schön eng wurde es am Sonntag auf der Bühne des Festzeltes auf der Kesternicher Höhe. Denn es stand die Kindersitzung mit Proklamation des Kinderprinzen der Kester Lehmschwalbe an, zu deren Beginn Rolf Schneider, der Präsident der Kesternicher Karnevalsgesellschaft, zunächst alle Beteiligten auf die Bühne vor über 200 Gästen bat.

Wer neuer Regent über die jungen Jecken wird, ist traditionell ein streng gehütetes Geheimnis, das erst am Tag der Sitzung gelüftet wird. Schnell übergab Schneider das Mikrofon an Samuel Schäfer, den Präsidenten des Kinderkarnevals. Da an diesem Nachmittag die Kinder das Sagen hatten, übernahm er standesgemäß die Begrüßung und sprach einige einleitende Worte.

Vor der Bühne waren zahlreiche Bänke aufgebaut, damit die Kinder das Geschehen auf der Bühne aus nächste r Nähe verfolgen konnten. Die Moderation des gut dreistündigen Programms übernahmen im Anschluss Jutta Schmitz und Erik Breuer, die sich beide als Clowns in Schale geschmissen hatten. Die beiden machten zu Beginn einen kurzen Stimmungstest, den die Kinder auf Anhieb spielend meisterten. „Wir wollen heute die längste Polonaise, die längste La-Ola-Welle und die lauteste Rakete starten, die Kesternich je gesehen hat“, kündigten die Moderatoren an und sollten damit gar nicht so verkehrt liegen.

Die Kinder-Tanzgarde „Sparkling Diamonds“ der Kester Lehmschwalbe eröffnete das Programm mit einem gut abgestimmten Tanz, der durch die ersten Zugabe-Rufe gewürdigt wurde. Tanzmariechen Jana I. hatte das Publikum während ihres Solo-Auftritts ebenfalls schnell auf ihre Seite gebracht. Bevor die Verabschiedung des noch amtierenden Dreigestirns folgte, stand noch der Auftritt der „Superbienchen“ auf dem Programm — die Jüngsten bei den Kester Lehmschwalbe und zum Großteil noch im Vorschulalter. Verkleidet war die Gruppe als Bob der Baumeister und erhielt für ihren Auftritt einen schallenden Applaus. Natürlich durften auch sie die Bühne nicht verlassen, ohne eine kleine Zugabe zu geben.

Zeremonienmeister Andre Siebertz geleitete alle Aktiven nach ihren Auftritten sicher von der Bühne. Dreigestirn verabschiedet Dann folgte die Verabschiedung des ersten Kesternicher Dreigestirns in der 66-Jährigen Geschichte der Lehmschwalben, das auch noch aus drei Schwestern bestand. So hatten Prinzessin Luisa I., Bäuerin Lena I. und Jungfrau Sina I. zum letzten Mal die Gelegenheit, zum närrischen Volk zu sprechen: „Wir bedanken uns für die spannende und spaßige Zeit und möchten auch unseren Freunden Familien und Unterstützern für diese Zeit danken.“ Nach einer kurzen Pause, in der die Ungeduld spürbar stieg, folgte der Höhepunkt: die Proklamation der neuen Kindertollität.

Lange wurde der Mantel des Schweigens über den neuen Regenten gehüllt, doch nun präsentierte Rolf Schneider den Kinderprinzen Max II. Max Kau ist zwölf Jahre alt, besucht zurzeit die siebte Klasse am Schleidener Clara-Fey-Gymnasium, spielt leidenschaftlich gerne Darts und ist glühender Schalke-Fan. „Sein Opa und sein Vater waren bereits begnadete Prinzen im Kesternicher Karneval, sein Vater ist aktuell im Elferrat — da ist es nicht verwunderlich, dass Max früh das Interesse am Karneval entdeckt hat“, hieß es bei der Proklamation.

In seiner „Regierungsrede“ delegierte der neue Kinderprinz einen guten Freund zur Übernahme seiner Deutsch-Hausaufgaben, da er während seiner Regentschaft nur wenig Zeit habe, und verordnete ganz Kesternich, bis Aschermittwoch dem FC Schalke die Daumen zu drücken — „besonders an Karnevalssamstag gegen die B ayern“. Den anschließenden Ehrentanz übernahm Tanzmariechen Jana I. Der Auftritt des ersten Kesternicher Kindertanzpaares war unbestritten einer der Höhepunkte auf der Kesternicher Sitzung. Paula Henn und Niklas Frohn begeisterten das Publikum mit ihrem Auftritt.

Zwischendurch starteten die Moderatoren immer wieder lautstarke Raketen und La-Ola-Wellen durch das Zelt. Nun folgte mit dem von Bruno Ehm der einzige Auftritt eines auswärtigen Künstlers. Der gebürtige Stolberger und jetzt bei Hannover lebende Entertainer lehrte den Kindern das Staunen. Mit der Show „Ramba-Zamba-Karneval“ sorgte er für große Augen bei den Kindern, als er zum Beispiel aus einem Zehn-Euro-Schein einen Hunderter machte oder plötzlich einen Knoten aus einem Seil verschwinden ließ. In der Mitmach-Show, untermalt von eigens produzierten Kinderliedern, sorgte Ehm mit einer Mischung aus Sketchen und Zaubereien für gute Unterhaltung.

Die Mini-Playback-Show des Kinder-Elferrates sorgte nochmals für ausgelassene Stimmung. Begleitet von dem Lied „Ich bin ein Dorfkind“ enterten die jungen Karnevalisten die Bühne. Passend zum Kölner Karneval intonierten sie ein Loblied auf Anthony Modeste, den ehemaligen Torjäger des 1. FC Köln. Während ihrer abwechslungsreichen Show schlüpfte der Elferrat in ein halbes Dutzend verschiedener Kostüme. Nach gut drei Stunden folgte eine große Polonaise durch das Kesternicher Festzelt, die vom neuen Kinderprinzen angeführt wurde, bevor alle Kinder gemeinsam auf die Bühne durften und bei Musik und Tanz noch weiterfeierten.

(maxs)
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