Mariawald: Mariawald: Abteikirche feiert 500. Geburtstag

Mariawald: Mariawald: Abteikirche feiert 500. Geburtstag

Manche hatten sich den Besuch der Feierlichkeiten zum 500. Kirchweih-Jubiläum des Gotteshauses sowieso fest vorgemerkt. Andere schneiten als Tagestouristen vor oder nach der weithin beliebten Erbsensuppe herein.

Über einen Mangel an Interessenten, die zu den Messen, der Ausstellung im Pfortenbereich oder den dort gezeigten Dokumentarfilmen über Deutschlands einziges Trappisten-Kloster den Weg in die Abtei hoch über dem Rureifeler Städtchen Heimbach fanden, brauchten sich weder der Hausherr, Dom Josef Vollberg, noch der Vorsitzende des Fördervereins, Notar Wilhelm Scheuvens, zu beklagen.

Mit von der Partie war auch der Allgemeine Vertreter des Heimbacher Bürgermeisters Bert Züll, Hans-Peter Boje. Auch Ortspfarrer Hans Doncks gab sich die Ehre und geleitete die Pilgerschar von Mönchen und Mitgliedern des Fördervereins, die den historischen Kreuzweg entlang hinunter zum Gnadenbild der Schmerzhaften Muttergottes im Tal gezogen waren, wieder zurück den Berg hinauf nach Mariawald.

Norbert Stoffers, Scheuvens Stellvertreter und Mitbürger in Gemünd, hatte nicht wenig dazu beigetragen, dass das dreitägige Fest am Wochenende so viel Interesse auf sich zog. Tief hatte er in den Archiven des Klosters und anderer Institutionen gegraben und dabei Erstaunliches zu Tage gefördert - zum Beispiel eine Urkunde von Borgia-Papst Alexander VI.., mit der dieser am 23. Januar 1498 die damals sieben Jahre alte Neugründung auf dem Kermeter unter seinen Schutz stellte, derweil die aus dem Kloster Bottenbroich bei Frechen gesandten Zisterzienser noch im Vorgängerbau der heutigen Kirche beteten.

Auch auf der Suche nach den früheren Glasfenstern hatte Stoffers Detektivarbeit geleistet und sich dabei in britische sowie US-amerikanische Museen vorgetastet. Ein weiteres Glanzlicht: die Vorführung von Erich Kocks Dokumentarfilm „Wege ins Schweigen” von 1978 und Jakob Holls schwarz-weißem Streifen aus den 50er-Jahren des 20. Jahrhunderts - ein Angebot, das auch der betagte Bruder Konrad, ältestes Mitglied des Konventes von Mariawald, gerne nutzte.

Abt Josef, der Ausstellungsmacher Stoffers bei der Eröffnung der dreitägigen Schau herzlich für sein Engagement dankte, blieb es vorbehalten, in seine Predigten das Jubiläum im Blick auf die gesamte, Jahrhunderte währende Historie des geweihten Ortes zu würdigen. Die zahlreichen Gläubigen, die zum Hochamt gekommen waren, bettete der Hausherr ein in „die Kette von Pilgern, die hier Gottes Hilfe für ihr Leben erfahren haben”.

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