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Maria Klein aus Imgenbroich geht auf Weltreise

2019 ... Nur Mut! : Maria Klein aus Imgenbroich geht auf Weltreise

Dass sie die Eifel einmal für längere Zeit verlassen würde, hätte Maria Klein aus Imgenbroich nicht gedacht. Während viele ihrer Freundinnen nach der Schule im Ausland als Au-pair arbeiteten oder zum Studium in eine große Stadt zogen, wollte sie lieber zu Hause in der Eifel bleiben. Doch nachdem sie vor zwei Jahren auf dem Jakobsweg unterwegs war, setzte ein Umdenken ein.

Dazu beigetragen hat auch die Betreuung von geflüchteten Kindern im Rahmen ihrer Arbeit als Erzieherin in einer Wohngruppe des Agnesheims in Monschau. „Ich habe begriffen, dass die Welt doch viel größer ist. Die Berichte der Kinder haben mich sehr bewegt und etwas mit mir gemacht. Was genau, dass möchte ich jetzt herausfinden“, erklärt die 24-Jährige.

Die Wanderung auf dem Jakobsweg hat ihr damals geholfen, Dinge klarer zu sehen und Geschehnisse wie den Tod ihrer geliebten Großmutter zu verarbeiten. Nun hat sie ihren Arbeitsvertrag auslaufen lassen und will im Februar zu einer Weltreise aufbrechen, um die „Eifelblase“ zu verlassen, andere Länder zu sehen und Neues kennenzulernen. „Ich habe noch keine Kinder und kein Haus. Zehn Jahre später macht man das nicht mehr. Also jetzt oder gar nicht“, sagt Maria Klein.

Am 6. Februar fliegt sie von Köln über Istanbul und Kuala Lumpur nach Auckland in Neuseeland. Da wollte sie immer schon mal hin. „Wahrscheinlich auch weil da der Hobbit und der Herr der Ringe gedreht wurden“, sagt sie. Neuseeland soll der Ausgangspunkt ihrer Reise sein, weil es dort eine gute Infrastruktur gibt und die ersten Hürden vielleicht nicht ganz so hoch sein werden.

Ihr Touristen-Visum wird drei Monate gültig sein, aber wie lange sie bleiben möchte, weiß sie noch nicht. „Das hängt davon ab, welche Leute ich kennenlerne. Vielleicht gefällt mir das Land ja auch gar nicht. Wenn ich da bin, sehe ich mal weiter“, sagt Klein. Einen ausgeklügelten Plan gibt es nämlich nicht. „Der Plan ist, dass ich keinen richtigen Plan habe.“

Danach stehen aber auch noch andere Länder auf ihrer Liste, denn sie will auch die Dinge sehen und erleben, „die man sonst nur im Fernsehen sieht“: Umweltprobleme und Zerstörungen, aber auch die Arbeitsbedingungen und Lebensumstände der Menschen. „Das gehört für mich dazu“, betont die junge Frau, die sich in ihrer Freizeit sozial engagiert und sich sehr für Umwelt- und Naturschutz interessiert. Wegen der zahlreichen Impfungen musste sie ihren Radius zumindest grob einschränken. Deshalb stehen nun Asien, Zentralasien und Südamerika auf dem Reiseprogramm.

Wie lange die Reise dauern soll, weiß sie noch nicht genau. „Vielleicht bin ich in drei Monaten schon wieder da, spätesten aber Weihnachten. Das musste ich meiner Familie versprechen. Vielleicht breche ich aber danach nochmal auf“, sagt Klein.

Ihr Entschluss hat viele aus ihrem näheren Umfeld verwundert, und sie selbst kann es auch noch nicht ganz begreifen. „Wenn ich davon erzähle, ist es so, als würde jemand anderes diese Reise unternehmen. Es wird mir zwar immer mehr bewusst, aber es ist noch weit weg“, sagt Klein. Einige Tränen sind bereits geflossen, denn der Abschied von den Kollegen und den Kindern im Agnesheim ist ihr schwer gefallen, und wenn sie daran denkt, wie ihre Familie sie zum Flughafen bringt, bekommt sie Bauchweh.

Auch wenn sie Respekt vor der Reise hat, findet sie es gar nicht so mutig, allein durch die Welt zu reisen. „Andere Leute leisten Bedeutenderes, als mit dem Rucksack um die Welt zu reisen. Auf dem Jakobsweg habe ich gelernt, dass es nichts nutzt, in schwierigen Situationen Angst zu haben. Man muss sich damit auseinandersetzen und eine Lösung finden – man ist ja auf sich allein gestellt. Das muss nicht schlimm sein, man kann auch daran wachsen“, sagt Maria Klein voller Überzeugung.