Nordeifel: Malteser-Übung: Unwetter, Tornado und Erdbeben

Nordeifel: Malteser-Übung: Unwetter, Tornado und Erdbeben

Unwetter mit Tornadobildung und ein Erdbeben Stärke 6. Unter diesen Bedingungen haben die Malteser aus Aachen ihr Übungswochenende in Simmerath, Lammersdorf und Monschau durchgeführt.

Nach der Lagebesprechung verließ am Samstag Morgen die Kolonne mit Blaulicht den THW-Übungsplatz in Lammersdorf, der als Zentrale für das Übungswochenende diente.

Ziel war der Campingplatz Dreistegen in Monschau. Hier spielte sich die Katastrophe unter realen Bedingungen ab. 15 bis 20 Verletzte und Tote lagen auf dem ganzen Gelände verteilt und schrien um Hilfe.

Die Rolle der Toten und Verletzten übernahmen Camper, die ursprünglich ein ruhiges Wochenende auf dem Platz geplant hatten. Anfangs war eine Pfadfindergruppe für diesen Part eingeteilt, diese musste aber absagen.

Alles andere als ruhig sah allerdings der Vormittag auf dem Gelände aus. Nachdem die Einheit, bestehend aus einer Führungstruppe, einer Sanitätsgruppe und einer Betreuungsgruppe sowie einem Kradmelder, am Unglücksort eingetroffen war, musste sich der Zugführer zunächst einen Überblick über die Gesamtlage machen.

„Nach erster Erkenntnis gibt es vier Verletzte”, sprach er durch sein Funkgerät und erkundete weiter das Gelände. Die Sanitäts- und Betreuungstruppe rückte an und versorgte die Verletzten.

In der Zwischenzeit wurde auch ein weißes Zelt aufgebaut, in dem die Verletzen untergebracht und versorgt wurden. Sechs Sanitäter bargen einen verletzten Mann von einem Hügel, und das Zelt füllte sich langsam mit Rollstühlen und Liegen, auf denen die Verletzten her gebracht worden. Ebenfalls übernahm der Zugführer die Planung für den Abtransport der Verletzten.

Nachdem alle Vermissten gefunden und Verletzen versorgt waren, wurde der Einsatz erfolgreich beendet und die Rückkehr in die Zentrale angetreten. Dort erhielt die Einheit von Einsatzleiter Siegfried Bertermann und Jochen Visé, die das ganze Geschehen auf dem Campingplatz beobachtet hatten, eine Rückmeldung.

Auf dem weiteren Plan standen für das Übungswochenende Fahrer- und Funkschulung, am Sonntag führte die Fahrerschulung auch durch das Gelände.

Nachwuchs gesucht

Ein derartiges Übungs-Wochenende wird ein mal im Jahr durchgeführt. Üblicherweise findet es nicht auf einem Campingplatz, sondern auf Truppenübungsgeländen statt. Da diese aber ausgebucht waren, musste das Katastrophen-Szenario diesmal in die Nordeifel verlegt werden.

Im Vordergrund des Wochenendes stand natürlich die Übung, aber den Abend verbrachten die rund 35 Helfer dann zusammen auf dem Übungsplatz in Lammersdorf, denn „der Spaß darf in der Gruppe auch nicht zu kurz kommen”, so Jochen Visé, der schon seit 23 Jahren bei den Maltesern dabei ist.

Das Übungswochenende machte aber auch deutlich, wie wichtig die Arbeit der Malteser in einem Notfall ist. Deshalb betrachtet man bei der Hilfsorganisation ein wenig mit Sorge den Mangel an Nachwuchs und hofft, dass man in Zukunft wieder mehr junge Leute für die Arbeit bei den Maltesern begeistern kann.