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Maijugend Lammersdorf bennent sich um in Maigesellschaft

Lammersdorf : Die Maijugend Lammersdorf wird jetzt eine Gesellschaft

Geht es im Dorf der Bessemsbenger (Besenbinder) um die Ausrichtung des Maifestes, ist auch die Maijugend aus Lammersdorf seit einigen Jahren dabei. Seit 2012 sind die jungen Männer um Andreas Mertens aktiv, wenn am 30. April auf dem Dorfplatz unter Federführung der Freiwilligen Feuerwehr und des THW der Maibaum geschmückt und aufgestellt wird.

Nun haben die jungen Männer der Maijugend einen weiteren Schritt unternommen, um ihren Stellenwert im Rahmen der Brauchtumspflege im Ort zu erhöhen, wie Andreas Mertens gegenüber unserer Zeitung mitteilte: „Aufgrund der Größe und des steigenden Altersdurchschnitts unserer Gruppe haben wir uns dazu entschlossen, uns von Maijugend in Maigesellschaft umzubenennen und uns offiziell als Verein einzutragen.“

Allen Beteiligten ist dabei klar, dass dies mit viel Arbeit und Papierkram verbunden ist. Doch beides scheut man nicht, zumal man zwischenzeitlich auch eine eigene Internetseite hat (www.maijugend-lammersdorf.de) und natürlich auch bei Facebook präsent ist. Darüber hinaus beabsichtigt die Lammersdorfer Maigesellschaft dann auch Mitglied im Ortskartell zu werden. Hierzu wurde bereits mit dem neuen Ortskartellvorsitzenden Christoph Vormstein Kontakt aufgenommen.

Wer 2012 die Idee hatte, die Maijugend zu gründen, lässt sich laut Mertens im Nachhinein nicht mehr genau feststellen. „Viele unserer heutigen Mitglieder waren auch schon damals in und außerhalb der Mainacht zusammen unterwegs. Dadurch haben wir in den Dörfern rund um Lammersdorf viele andere Maigesellschaften kennen gelernt und so ist dann wohl die Idee entstanden, dieses freudige Spektakel auch in unser Dorf zu bringen.“

Nach kurzer Rücksprache mit Feuerwehr und THW war man dann ab 2012 dabei. Zu den Gründungsmitgliedern gehörten Ralf Braun, Daniel Dieterich, Kris Prümmer, Sven Kämmerling, Arne Wollgarten sowie das Quintett Pascal Bendels, Nils Erzmann, Andreas Mertens, Maurice Willms und Kevin Schermann, die auch heute noch aktiv dabei sind.

Momentan hat die Maigesellschaft 15 Mitglieder, von denen vier unter 18 Jahre alt sind. Diese Gruppe zeigt dann beim Aufstellen des Maibaums auch anderweitig Präsenz, da man auf dem Otto-Junker-Platz mit einem weißen Wohnwagen deutlich Flagge zeigt. Das Gefährt hat man sich im letzten Jahr als „Komfortzone“ zugelegt. Zum weiteren Equipment der Maigesellschaft gehören in der Mainacht auch entsprechend bequeme Sitzgelegenheiten (Sessel, Sofa), Getränke, ein Anhänger mit viel Brennholz und eine überdimensionale Feuerstelle.

Die wird von den jungen Männern liebevoll „Tonnja“ genannt und ist der untere Teil eines ausrangierten Gastanks. Der wurde in minuziöser und schweißtreibender Arbeit mit Hilfe einer Heimwerker-Flex geteilt, wobei zur Größe der Feuerstelle von Anfang an laut Mertens als Vorgabe feststand: „Man muss darin eine Couch verbrennen können.“ Wenn es in „Tonnja“ dann richtig brennt, dient die Glut auch zur Herstellung von Stockbrot, womit man auch für das leibliche Wohl beim Maifest sorgt.

Vor dem Feiern steht aber auch in Lammersdorf zunächst einmal das Arbeiten an. Zusammen mit Feuerwehr und THW wird im Wald der ausgesuchte Maibaum geholt. Anschließend wird der Maibaum durch tatkräftige Unterstützung vieler kleiner und großer Helfer geschmückt und aufgestellt. Hiernach steht dem Feiern eigentlich nichts mehr im Wege, wenn man davon absieht, dass man in der langen Nacht natürlich auch ein wachsames Auge auf den Maibaum haben muss.

Plaketten: 15 Euro oder Bier

Darüber hinaus stehen auch noch „geschäftliche“ Aktivitäten der Maigesellschaft an. Nach altem Brauch können bei den Aktivisten auf dem Dorfplatz die Plaketten für den aufgestellten Maibaum oder das aufgehängte Maiherz erworben werden. Der Plaketten-Preis beträgt 15 Euro oder wird in Form eines Bierkastens entrichtet.

Am frühen Morgen des 1. Mai steht dann wieder Arbeit an. Die Mitglieder der Maigesellschaft machen sich auf den Weg, um das Dorf von manch unangenehmen Hinterlassenschaften der Nacht zu befreien. „Da haben wir schon alles Mögliche gefunden,“ so Andreas Mertens. „Allerlei Unrat und kaputte Flaschen sind Standard, aber wir hatten auch schon mal ein Huhn ohne Kopf dabei.“

Die Lammersdorfer Maigesellschaft ist auch sonst im Ort aktiv. Bei der Dorfolympiade und dem Funturnier des TuS Lammersdorf zeigt man sich in einheitlichen T-Shirts. Mertens: „Im Laufe der Zeit sind wir ein großer Freundeskreis geworden. Silvester feiern wir immer zusammen, und ein Highlight ist sicher auch unsere alljährliche Vatertagstour.“

(ho)