Monschau: Leben retten ist in der Senfmühle Herzenssache

Monschau : Leben retten ist in der Senfmühle Herzenssache

Die Historische Senfmühle hat täglich Hunderte von Besuchern. Viele davon sind ältere Menschen, und hin und wieder kommt es vor, dass Ruth Breuer, Inhaberin der Senfmühle, einen Notarzt oder einen Krankenwagen rufen muss, weil jemand kollabiert ist oder es ihm aus unerfindlichen Gründen plötzlich nicht gutgeht.

Für diesen Fall lassen sich Chefin und Personal in regelmäßigen Abständen schulen, um im Fall der Fälle Erste Hilfe leisten zu können. „Es ist wichtig, zu wissen, was man machen muss, wenn jemandem schlecht ist oder wenn jemand plötzlich nicht mehr ansprechbar ist“, gibt Ruth Breuer zu verstehen. In einer der letzten Erste-Hilfe-Schulungen wurde sie auf ein AED (automatisierter externer Defibrillator) aufmerksam und ließ sich ein solches Gerät erklären.

Der Defibrillator ist extra für Laien konzipiert. Der Anspruch des Gerätes ist der, dass ihn wirklich jeder bedienen kann. Das Grundgerät verfügt über ein Batteriefach, einen Anschluss für die Elektroden, einen Ein-/Ausschalter und den Schock-Knopf. Da das Gerät, das sich Ruth Breuer ausgesucht hat, absichtlich nicht vollautomatisch arbeitet, hat der Mensch am Ende immer noch die Kontrolle, ob defibrilliert wird oder nicht. Ist die Person also nicht ansprechbar, bzw. hat keine normale Atmung, dient der AED dazu, das vorherrschende Kammerflimmern zu therapieren, erklärt Thorsten Kolarczyk, der als Rettungsassistent die Einführung in das Gerät vor Ort vornimmt.

„Es ist kinderleicht zu bedienen“, so Kolarczyk. „Der Defibrillator ist komplett sprachgesteuert und führt den Ersthelfer durch das Programm. Wurden alle Schritte zur Defibrillation durchgeführt, prüft das Gerät eigenständig, ob ein Schocken des Patienten nötig ist oder nicht.“

„Hoffe, ihn nie zu brauchen“

Für Ruth Breuer ist die Anschaffung im wahrsten Sinne eine Herzensangelegenheit. Nicht nur, weil sie ab sofort immer Gewissheit hat, helfen zu können, wenn es nötig ist. Vor einigen Monaten erlitt ihr Vater aufgrund eines verschleppten grippalen Infekts eine Herzmuskelentzündung. Ihm wurden ein Herzschrittmacher und ein Defibrillator eingepflanzt. Auch aus diesem Grund war die Anschaffung für Breuer eine naheliegende, sinnvolle Investition.

„Auch wenn mein Team und ich nun ordentlich in Erster Hilfe geschult sind und wir mit dem neuen Defibrillator auch technisch bestens ausgerüstet sind, hoffe ich, dass er nie gebraucht wird“, verabschiedet sich Ruth Breuer mit einem zufriedenen Lächeln.