Nordeifel: Längster Gottesdienst in der Geschichte des Kirchenkreises geplant

Nordeifel : Längster Gottesdienst in der Geschichte des Kirchenkreises geplant

Eine ganz neue Art des experimentellen, interaktiven Gottesdienstes für Jugendliche gibt es am Samstag, 1. Juli, in der Monschauer Altstadt. Unter dem Titel „Gottes Wort... läuft“ erwartet das Jugendreferat des Evangelischen Kirchenkreises Aachen mehr als 200 junge Leute zu einem Gottesdienst, der nachmittags startet und bis in die Nacht hinein oder sogar bis zum nächsten Morgen dauert.

Die Pläne für das Projekt haben der Jugendreferent des Evangelischen Kirchenkreises Aachen, Axel Büker, und Pfarrer Jens-Peter Bentzin von der evangelischen Stadtkirche Monschau jetzt in der Stadtkirche vorgestellt. Teil des Gottesdienstes, bei dem alle Teilnehmenden sich selbst ihre favorisierten Elemente zusammenstellen können, sind unter anderem Musik auf einer Bühne auf dem Marktplatz, ein großes gemeinsames „Abend-Mahl“, ein Poetry-Slam, ein „Tag wie in Taizé“, Kunstaktionen, „Luthers Wartburg“(-Auto) und vieles mehr.

Als Orte sind unter anderem das Jugendgästehaus, die Stadtkirche und die Aukirche einbezogen. Teilnehmen können Interessierte jeder (oder ohne) Konfession, auch Kurzentschlossene und Passanten. Anlass für dieses Projekt ist das 500. Reformationsjubiläum in diesem Jahr.

„Zum klassischen Gottesdienst gehören bestimmte Elemente, meist in einer vorgegebenen Reihenfolge, zum Beispiel Gebete, Musik, eine Predigt, das Abendmahl und der Segen“, erklärt Jugendreferent Axel Büker. „Wir haben ein interaktives Programm für Jugendliche entwickelt, das diese Elemente aufgreift, aber in einen anderen Rahmen stellt. Man könnte sich aus dem Angebot Aktivitäten so zusammenstellen, dass sich der Ablauf eines klassischen Gottesdienstes ergibt. Die jungen Leute können aber auch nur Musik hören, am Kunstprojekt teilnehmen und das Seelsorge-Café besuchen — ganz wie jeder es möchte. Denn wir sind überzeugt, dass Gott in allen diesen Situationen präsent und zu finden ist, nicht nur im Gottesdienst, der einem starren Ablauf folgt.“

Der Jugendgottesdienst beginnt um 15 Uhr auf dem Marktplatz. Dort sollen alle Teilnehmenden sich in der Mitte auch zum gemeinsamen öffentlichen Abend-Mahl versammeln. Ein Schlusspunkt wird zunächst um 21 Uhr gesetzt. Ab 21.30 Uhr schließt sich aber für Jugendliche ab 16 Jahren noch ein Nachtprogramm an. Eine Übernachtung ist im Jugendgästehaus Monschau für einen Beitrag von zehn Euro möglich (mit Frühstück).

„Zu einem Gottesdienst gehört immer Gemeinschaft, deshalb gibt es innerhalb des Ablaufs Gemeinschaftspunkte“, erläutert Büker. „Es gibt aber für die Teilnehmenden keine Verpflichtung, bestimmte Programmpunkte abzudecken.“ Unter den weiteren Angeboten befinden sich auch ein „Preacher-Slam“ vor dem Roten Haus, ein „Bibliolog“ entlang des Wassers, eine Meditation, ein Bibel-Lese-Marathon oder ein großes, von den Jugendlichen zu gestaltendes Buch.

Für die Teilnahme kann man sich schon vorher im Jugendreferat des Kirchenkreises anmelden, oder auch kurzentschlossen am Veranstaltungstag am Info-Punkt an der Stadtkirche. Wer übernachten will, sollte eine Luftmatratze/Isomatte und einen Schlafsack mitbringen. Alle Teilnehmenden erhalten einen bunten „To-Go“-Kaffeebecher aus umweltfreundlichem Recycling-Material.

An der Organisation der Veranstaltung sind eine Vielzahl von Gemeinden aus dem Kirchenkreis Aachen beteiligt. Erdacht und entwickelt wurde das Konzept bei der regelmäßigen Arbeitstagung der Jugendreferenten im Kirchenkreis. Das Orga-Team umfasst mehr als 40 Personen. Einer der Hauptorganisatoren in diesem Team ist auch Pfarrer Jens-Peter Bentzin. Er freut sich besonders, dass der innovative Jugendgottesdienst in seiner Gemeinde in Monschau stattfindet.

„Monschau ist für das evangelische Leben in unserer Region einer der zentralen, geschichtsträchtigsten Orte“, sagte er bei der Vorstellung des Projekts. „Dass sich jetzt junge Leute auf den Weg machen, die ganze Stadt zu beleben und an diesem Traditionsort etwas ganz Neues ausprobieren, ist ein tolles Signal in diesem Reformationsjubiläumsjahr.“ Pfarrer Bentzin dankte auch der Stadt Monschau, die die Veranstaltung tatkräftig unterstützt. „Wir haben erlebt, dass wir in Monschau mit unserer Idee sehr willkommen waren — das war eine sehr positive Erfahrung.“

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