Nordeifel: Kurzurlaub in der Eifel ist gefragter denn je

Nordeifel: Kurzurlaub in der Eifel ist gefragter denn je

Das sind imposante Zahlen: Über 165.000 Gäste sind im vergangenen Jahr in den drei Nordeifelgemeinden Monschau, Roetgen und Simmerath angekommen — und dies nur bei den Beherbergungsbetrieben, die mindestens zehn Betten zählen. Das waren 12.758 Ankünfte mehr als noch 2016.

Fast 400.000 Übernachtungen zählten diese größeren Hotels, Pensionen, Ferienhäuser und Campingplätze 2017, wobei Monschau und Simmerath prozentual zweistellige Zugewinne erzielten, in Roetgen aber 2500 Gäste weniger übernachteten. Mit den exakt 397 316 Übernachtungen stellt der Südkreis ein Viertel aller 1,6 Millionen Übernachtungen in der gesamten Städteregion Aachen, wo die Stadt Aachen mit über einer Million Gästeübernachtungen logischerweise den Löwenanteil stellt.

Mehr Ankünfte, mehr Übernachtungen: 83 Beherbergungsbetriebe ab zehn Betten in Monschau und Simmerath weisen eine positive Bilanz auf. Grafik: ZVA/Thomas Heinen, Foto: Heiner Schepp, Quelle: IT.NRW

„Das Jahr 2017 war touristisch gesehen ein sehr gutes. Dies war in der gesamten Region spürbar, so auch in der Gemeinde Simmerath“, kommentierte Astrid Joraschky, bei der Gemeinde zuständig für das Ressort Tourismus, die jüngsten Zahlen von Information und Technik Nordrhein-Westfalen (IT.NRW).

Im Saisonverlauf sei es „für die Kolleginnen der Rursee-Touristik insbesondere an Wochenenden und Ferientagen oftmals schwierig gewesen, kurzfristig noch Zimmer für interessierte Gäste zu bekommen“. Auch die Besucherfrequentierung im Nationalpark-Tor Rurberg sei mit über 114.000 Gästen so hoch wie nie gewesen, so Joraschky.

Dieses Bild geben auch die Zahlen der amtlichen Beherbergungsstatistik für Betriebe über zehn Betten wieder. So konnten in der Gemeinde Simmerath bei einer Steigerung von 12,7 Prozent im Vergleich zum Vorjahr über 200.000 Übernachtungen gezählt werden. „Neben der allgemein positiven Entwicklung ist dies aber auch auf eine Überarbeitung der Erhebungsdaten zurückzuführen“, erläutert die Tourismusbeauftragte.

Denn lagen den Übernachtungszahlen 2016 noch 1277 angebotene Betten (ohne Campingplätze) zugrunde, so waren es Ende 2017 insgesamt 1679 Betten. „Nachdem in den vergangenen Jahren insbesondere das Angebot an Ferienwohnungen und Ferienhäusern in der Gemeinde Simmerath deutlich gestiegen ist, war hier eine Anpassung notwendig“, so Astrid Joraschky.

Aus diesem Grunde habe sich die Rursee-Touristik um eine Aktualisierung des Datenbestandes von IT.NRW bemüht. „Der Datenabgleich fiel in den vergangenen Herbst, so dass ein Großteil der Saison 2017 noch gar nicht davon berührt war. Somit wird erstmals das Jahr 2018 vollständige Zahlen liefern“, macht Joraschky deutlich.

Einen Rückschluss lasse dies aber bereits heute zu: „Die Vielzahl privater Investitionen in touristische Angebote unterstreicht, dass unsere Region als attraktiv und zukunftsfähig wahrgenommen wird und die Bemühungen aller Tourismusverantwortlichen um eine stetige Weiterentwicklung der touristischen Infrastruktur Früchte tragen. Die Erlebnisregion Nationalpark Eifel ist als touristische Destination in den Köpfen angekommen“, ist die Tourismusexpertin überzeugt.

Auch die Gästeankünfte in Simmerath konnten im Vergleich zum Vorjahr um 5,6 Prozent gesteigert werden. Dies sei sicher eine positive Entwicklung; viel interessanter sei jedoch die Betrachtung eines längeren Zeitraumes, meint Astrid Joraschky: „Lagen die Ankünfte 2011 noch bei etwa 54.400, waren es 2017 rund 67.700. Auch hierin ist ablesbar, dass die Region immer mehr Gästen einen Besuchsanreiz bietet.“

„Viele Gäste — volle Betten“, bilanziert auch Barbara Frohnhoff von der Monschau-Touristik positive Zahlen. Schon zum Saisonende im letzten Herbst habe sich abgezeichnet, dass 2017 für den Tourismus in Monschau ein gutes Jahr werden würde. „Nach einem starken Frühjahr wurden in der Tourist-Information in der Monschauer Altstadt allein im August und September 2500 Besucher mehr gezählt als im Vorjahr in diesem Zeitraum. Die Nachfrage an Gästeführungen stieg um rund 10 Prozent. Und es wurden so viele Prospekte verteilt und Wanderkarten verkauft wie noch nie“, stellt die Geschäftsstellenleiterin fest.

Auch diese Entwicklung wurde durch die amtliche Übernachtungsstatistik 2017 des Statistischen Landesamtes NRW bestätigt, in der nur Betriebe ab zehn Betten — das sind nur rund 20 Prozent aller Übernachtungsbetriebe im Stadtgebiet Monschau — bewertet werden. „Infolgedessen sind die ermittelten Zahlen zwar nicht repräsentativ für das gesamte Gästeaufkommen, aber als Trendbarometer ein unverzichtbarer Wegweiser“, so Frohnhoff.

Monschau hat den bisherigen Höchstwert von 179.759 Übernachtungen erreicht. „Im Vergleich zu den Vorjahren zeigt sich, dass die Nachfrage insgesamt gestiegen ist und der Zuwachs nicht nur den schönen neuen Räumlichkeiten der wieder eröffneten Jugendherberge zu verdanken ist“, stellt die Monschauer Touristik-Leiterin fest und blickt optimistisch nach vorne: „Vielleicht gelingt es ja 2018, die 180.000er-Marke zu knacken.“

Im Vergleich der beiden touristischen Räume Simmerath und Monschau kann Roetgen als „Tor zur Eifel“ naturgemäß nicht mithalten. Bei sieben Beherbergungsbetrieben mit mehr als zehn Betten (in Monschau sind es 40, in Simmerath sogar 43) ist die Steigerung auf 9312 Gästeankünfte kein schlechter Wert, der aber ein Rückgang der Übernachtungen um mehr als 2500 (-13,0 Prozent) auf 17.166 entgegensteht. Auch die mittlere Aufenthaltsdauer ging in Roetgen von 2,3 Tagen im Jahr 2016 auf 1,8 Tage im vergangenen Jahr zurück.