Monschau: Kuriositäten im Eifeler Grenzgebiet

Monschau: Kuriositäten im Eifeler Grenzgebiet

Wenn Gertrud Goffart aufwacht, befindet sie sich in ihrem Haus in Belgien. Sobald sie auf die Straße geht, ist sie in Deutschland. Das Kuriose: Straße und Haus liegen im vornehmlich deutschen Eifelstädtchen Monschau, Lauscherbüchel 2. Wenn man nicht genau hinschaut, bemerkt man als normaler Mensch dieses 92 Jahre alte Paradoxon eigentlich gar nicht.

Nur ein kleiner, unscheinbarer Grenzstein an der Einfahrt zu Goffarts Haus zwischen Mützenich und Monschau zeigt an: Hier ist Belgien.

Im Jahr 1920, nach dem von Deutschland verlorenen 1. Weltkrieg legte die Grenzfeststellungskommission, der Vertreter Frankreichs, Englands, Italiens und Japans angehörten, fest, dass der belgische Staat Eigentümer der gesamten Vennbahnstrecke mitsamt ihren Bahnhöfen, auch zwischen Raeren und Kalterherberg, sein sollte. Seitdem zieht sich ein 27 Kilometer langer und bis zu 150 Meter breiter Schlauch Belgisches Staatsgebiet durch Deutschland.

Auch heute gehört das Areal des ehemaligen Bahnhofs Monschau zu Belgien und liegt auf dem Terrain der Gemeinde Weismes.

In der Radio-700-Sendung „Vis-à-vis“ am Montag, 10. Dezember, ab 19 Uhr, erzählt Gertrud Goffart Geschichten über die Vennbahn von damals und heute sowie kuriose Episoden aus dem grenzüberschreitenden Leben zwischen zwei Ländern.

Radio 700 sendet von Nordluxemburg, im Süden der DG, der deutschen Eifel bis hoch nach Simmerath auf den Frequenzen 90,1 MHz und 101,7 MHz, europaweit auf Kurzwelle 3955 kHz sowie 6005 kHz und weltweit im Internet unter http://www.radio700.eu.

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