Städteregion: Künstlernetzwerk Aachen vereint Kreative aus zahlreichen Branchen

Städteregion: Künstlernetzwerk Aachen vereint Kreative aus zahlreichen Branchen

Ob Schmuckdesigner, Maler oder Fotograf, ob Schauspieler, Sänger oder Autor - so unterschiedlich die Branchen auch sind, so vergleichbar sind die Probleme, vor denen - vor allem junge - Künstler stehen.

Denn viele wissen - von rein praktischen Fragen beispielsweise zur Künstlersozialkasse ganz zu schweigen - oftmals auch nicht so recht, wie sie ihre Arbeiten am besten öffentlichkeitswirksam präsentieren oder ob sie das nötige Rüstzeug haben, um am Markt zu bestehen. Damit nicht weiterhin jeder alleine in seiner Stube oder in seinem Atelier vor sich hin brütet, haben jetzt vier Künstler ein Netzwerk gegründet, um diese oder andere Fragen individuell zu beantworten.

Dass es einen enormen Bedarf für ein solches Künstlernetzwerk gibt, hat Harry Rischar erst jüngst bei einer Tagung zur Kreativwirtschaft im Aachener Kreishaus erfahren - egal ob unter haupt- oder nebenberuflich aktiven Künstlern.

„Fast 70 Teilnehmer haben sich in eine Liste eingetragen, um an einem solchen Netzwerk teilzunehmen”, erzählt der professionelle Geschichtenerzähler, der in Bianca Lenertz, Jeanette Schönen und Robert Sukrow noch am selben Tag drei Mitstreiter gefunden hat.

Sie koordinieren das Künstlernetzwerk Aachen und warnen vor übertriebenen Erwartungen. „Natürlich gibt es für Künstler nicht den Kurs mit dem Titel So geht es in die Selbstständigkeit”, sagt Literaturwissenschaftlerin Bianca Lenertz.

Vielmehr gehe es darum, Synergien zu nutzen, ergänzt der für den Euregio-Filmpreis nominierte Experimentalfilmer Robert Sukrow: „Der eine kennt einen guten Steuerberater, der andere einen guten Grafik-Designer für eine Homepage, und ein Dritter weiß vielleicht, dass für eine Veranstaltung noch ein Schauspieler gesucht wird.”

Erfahrung und Wissen

Will heißen: „Indem man sich zusammenschließt, kann man von den Erfahrungen und dem Wissen der anderen profitieren”, sagt Harry Rischar, der den Branchenmix für besonders spannend hält. Schließlich könnten Geschäftsideen übernommen werden oder gar neue Kooperationen entstehen.

„Mein Traum ist es, eine gemeinsame Website zu erstellen, auf der sich die Künstler aus der Region vorstellen und per Terminkalender auch gebucht werden können”, sagt Rischar.

Doch bevor die virtuelle Welt in Angriff genommen wird, soll zunächst das Netzwerk etabliert werden. Und Event-Managerin Jeanette Schönen ist zuversichtlich, dass „das Angebot von Künstlern für Künstler” funktioniert.

Erstmals kommt das Netzwerk am 6. April als Stammtisch zusammen. Neben dem Kennenlernen stehen vor allem Workshops auf dem Programm, in denen Möglichkeiten der Zusammenarbeit ausgelotet werden. Und wer weiß, vielleicht entstehen bei der Premiere schon die ersten Ideen zwischen Künstlern, die sich vorher nicht kannten...

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