Monschau: Kündigung kam für Schwimmkursleiter völlig überraschend

Monschau : Kündigung kam für Schwimmkursleiter völlig überraschend

Die Kündigung flatterte Helga Gehlen Anfang August ins Haus. Ihre Schwimmkurse für Kinder wird sie im Monschauer Vennbad noch bis Ende November anbieten können. Danach werden alle Zelte abgebrochen. Die Stadt Monschau hat der 59-Jährigen und ihrem Sohn Didier wegen Eigenbedarfs gekündigt.

Vor einigen Jahren war Gehlen mit ihren Schwimmkursen von Simmerath zum Vennbad gewechselt. „Das Angebot wurde in Monschau immer gut angenommen. Meine Kurse beginnen mit dem Babyschwimmen, da sind die Kinder etwa drei Monate alt, dann geht es weiter mit Seepferdchen, Seeräuber, über Silber und Bronze bis hin zu Gold“, sagt Gehlen. Die Kleinkinder unterrichtet Gehlen im Therapiezentrum Krings auf der Haag in Monschau. Sind die Kinder dann im Vorschulalter, wechseln sie zu Gehlens Kursen ins Vennbad.

Enttäuschung geäußert

Vor allem in Sozialen Netzwerken wie Facebook äußern Nutzer über das Ende des Angebots von Helga und Didier Gehlen, die bislang jeden Donnerstag von 16 bis 19 Uhr mehrere Schwimmkurse anbieten, ihre Enttäuschung: „Meine Kinder stehen seit langem auf der Warteliste und sind nun leider nicht mehr in den letztmöglichen Kurs gekommen“, schreibt eine Facebook-Nutzerin. „Helga und Didier genießen seit Jahren mein Vertrauen und ich für meinen Teil werde ihnen überall hin folgen. Meine Tochter wird dann wohl nicht in Monschau schwimmen lernen.“

Indes hat sich das Personal des Vennbads für Schwimmkurse qualifizieren lassen, teilt Margareta Ritter, Bürgermeisterin der Stadt Monschau, auf Nachfrage mit. Aufgrund einer verstärkten Nachfrage wolle man das Angebot erweitern, was dann auch zur Eigenbedarfskündigung geführt habe. „Da wir mit unserem Vennbad von der Bürgerschaft auch finanziert werden, bin ich froh, wenn das Vennbadteam auf die Bedürfnisse und Nachfragen reagiert“, sagt Ritter.

Helga Gehlen hat in 40 Jahren schon mehrere Generationen von Kindern unterrichtet. „Die Kinder, deren Eltern damals schon bei mir als Kinder schwimmen gelernt haben, kommen jetzt zu meinen Kursen“, erzählt die 59-Jährige. Ein Großteil der Kinder betreue sie und ihr Sohn acht bis zehn Jahre. „Es ist unangenehm, jetzt die Leute anrufen zu müssen, die uns ihre Kinder für zukünftige Schwimmkurse anvertraut haben, und auf die Straße zu setzen“, sagt Gehlen. Das Bad im Therapiezentrum Krings sei zu klein, um hier all ihren Kindern gerecht zu werden.

Unter der Vennbadleitung, die 2016 in diese Position gekommen sei, hätten sich zwei Mitarbeiter für künftige Schwimmkurse qualifizieren lassen, teilt Ritter mit. „Wir haben ebenso einen Auszubildenden eingestellt.“

Steigende Besucherzahlen

Die neue Vennbadleitung setze erfolgreiche Impulse, was an den steigenden Besucherzahlen zu erkennen sei. „Das Personal setzt seine Arbeit so ein, dass die Kurse intensiv begleitet werden und die Wasseraufsicht nicht vernachlässigt wird“, erklärt Ritter weiter.

Derzeit gibt es im Vennbad Anfängerkurse für Kinder ab fünf Jahren, jeweils am Montag und am Samstag. Statt der Kurse von Helga und Didier Gehlen plant die Schwimmbadleitung ab Januar 2019 Nichtschwimmerkurse für Kinder ab 6 Jahren am Donnerstag von 16.15 Uhr bis 17 Uhr und von 17.15 Uhr bis 18 Uhr. Die Kosten betragen für 12 Stunden 80 Euro inklusive Eintritt. Pro sechs Kinder ist ein Schwimmlehrer zuständig. Montags und freitags gibt es zusätzliche Kurse für die Schwimmabzeichen Bronze, Silber und Gold.

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