Lammersdorf: Kritischer Blick auf geplanten Kreisverkehr in Lammersdorf

Lammersdorf : Kritischer Blick auf geplanten Kreisverkehr in Lammersdorf

Regelrecht vor vollendete Tatsachen gestellt fühlten sich zwei Geschäftsleute aus Lammersdorf, als sie Mitte Dezember erstmals die Entwurfsplanung für die Anlegung eines Kreisverkehrs im Lammersdorfer Ortskern zu Gesicht bekamen.

Die neue Verkehrsführung an der Einmündung Kirchstraße/Im Pohl, dem Zusammentreffen der beiden Bundesstraßen 266 und 399, berührt unmittelbar die beiden alteingesessenen Einzelhandelsbetriebe als direkte Anlieger und greift spürbar in die bisher gewohnten Abläufe ein, was die Nutzung der Kundenparkplätze betrifft.

Die Reaktion der Hauptbetroffenen ließ nicht lange auf sich warten. Metzgermeister Klaus Genter und der benachbarte Bäckermeister Harald Prümmer äußerten ihre Sorgen, dass die vorliegende Planung zu Umsatzeinbußen führen könnte. Die kritischen Äußerungen der beiden Geschäftsleute mit Blick auf den Kreisverkehr verfehlten ihre Wirkung nicht. Die geäußerten Bedenken sollen in der abschließenden Planung Berücksichtigung finden.

Abstimmungsgespräch

Am Dienstag gab es gemeinsam mit den Kritikern und allen Lammersdorfer Ratsvertretern sowie der Gemeindeverwaltung Simmerath ein Abstimmungsgespräch, bei dem die angesprochenen Kritikpunkte diskutiert wurden. Weitere Gespräche mit dem Ziel, den Wünschen der Geschäftsleute entgegenzukommen, sollen zeitnah folgen.

Als „sehr konstruktiv“ bezeichnet Klaus Genter das erste Abstimmungsgespräch am Dienstag. Der 65-jährige, der seinen Betrieb bald und natürlich gerne unter guten infrastrukturellen Voraussetzungen an einen Nachfolger übertragen möchte, drängt darauf, dass die Kunden in direkter Nähe zum Geschäft Parkplätze vorfinden müssten und auch wie bisher eine Wendemöglichkeit erhalten bleibe. Zwar seien seine grundsätzlichen Zweifel an der Notwendigkeit eines Kreisverkehrsplatzes nicht ausgeräumt worden, aber er hoffe nun, dass am Ende eine zufriedenstellende Lösung stehe. Genter: „Die Neuausweisung eines Baugebietes rechtfertigt an dieser Stelle keinen Kreisverkehr.“

Der Landesbetrieb Straßenbau sieht das völlig anders. Die Behörde hatte den Kreisverkehr explizit gefordert, damit das Baugebiet über den Kreisverkehr erschlossen werden kann. Andere Zufahrtsmöglichkeiten von der B399 aus hatte man abgelehnt.

Kritisch steht auch Harald Prümmer der Entwurfsplanung gegenüber. Der 54-Jährige erinnert daran, dass bei einem Bäckereibetrieb kurze Wege unabdingbar seien. „Das erwartet der Kunde heute.“ Er habe bei dem Gespräch deutlich gemacht, dass er Schwierigkeiten bei Lkw-Anlieferungen sehe, weil die sogenannte Mischverkehrsfläche vor den beiden Geschäften zu gering dimensioniert sei und zudem auch noch die Wendefläche wegfallen solle. Auch Prümmer hofft, dass seine Bedenken jetzt noch Eingang in die Planung finden werden.

Richtung Dorfplatz rücken?

Die beiden Geschäftsleute wollen nun in die weiteren Beratungen mit dem Vorschlag gehen, dass die Mischverkehrsfläche vor den Geschäften verbreitert wird und Wendemöglichkeiten erhalten bleiben. Um dieses Ziel zu erreichen, solle die Lage des Kreisverkehrs in Richtung Dorfplatz verschoben werden.

„Die Wünsche der beiden Geschäftsleute kann ich von der Idee und der Nützlichkeit her nur unterstützen“, sagt der Lammersdorfer Ortsvorsteher Franz-Josef Hammelstein, der auch noch Abstimmungsbedarf über die endgültige Ausbauform des Kreisverkehrs sieht. Vor allem die Mischverkehrsfläche müsse komfortabler gestaltet werden.

Grundsätzlich hält Hammelstein einen Kreisverkehr an dieser Stelle für erforderlich und sinnvoll, weil dadurch viele problematische Situationen entschärft würden. Als wesentlichen Punkt aber stellt er heraus, dass der Geschäftsbereich an dieser Stelle optimal eingebunden, aufgewertet und entwicklungsfähig gestaltet werde müsse. Den weiteren Gesprächen sehe er zuversichtlich entgegen. Hammelstein: „Ein Kreisverkehr darf nicht dazu führen, dass zukünftige Planungen in Lammersdorf eingeengt werden.“

Spielraum bis zur spruchreifen Planung sieht auch Bauamtsleiter Jürgen Förster: „Wir wollen nach Möglichkeiten suchen, um die Anregungen einzuarbeiten“, sagt der Vertreter der Gemeinde Simmerath.

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