Roetgen: Kritische Verkehrssituation: Kita-Zufahrt wird das Problem

Roetgen : Kritische Verkehrssituation: Kita-Zufahrt wird das Problem

Als idealer Lebensraum für junge Familien präsentiert die Gemeinde Roetgen sich gerne, und die Entwicklung der letzten Jahre gibt ihr Recht. Dazu gehört auch eine entsprechende Infrastruktur für Kinder und Jugendliche, vor allem was Schule und Kita-Plätze angeht.

Da passt die Ankündigung der Städteregion Aachen prima ins Bild, in Roetgen eine weitere zunächst vier- und später sechsgruppige Kindertageseinrichtung bauen zu wollen. Ein Standort ist bereits gefunden, und zwar auf einem großen Stück Weideland an der Hauptstraße, im rückwärtigen Bereich des Familienzentrums „Wackelzahn“ in der Alten Schule. So weit der Plan.

Als das Projekt nun im Roetgener Bauausschuss von Friederike Schweer (Beratungsgesellschaft für kommunale Infrastruktur/BKI) im Zuge der erforderlichen Flächennutzungsplanänderung vorgestellt worden ist, lautete der allgemeine Tenor: „Schön, aber ...“ Denn es entspann sich eine breite Diskussion zur verkehrstechnischen Anbindung der Kindertagesstätte am geplanten Standort. Als Zufahrt zur neuen Kita soll, so die Planerin, die gleiche Einfahrt genutzt werden wie für das Familienzentrum „Wackelzahn“, also die Flächen rechts vom Gebäude (von der Hauptstraße aus gesehen). Dort führt eine relativ breite Zufahrt mit einem riesigen Halteverbotshinweis zu einigen wenigen Parkplätzen im hinteren Bereich; drei bis vier weitere Parkplätze können auf einer kleinen asphaltierten Fläche an der Hauptstraße fürs Bringen und Abholen genutzt werden.

„Das kann nicht funktionieren“

„Sechs Gruppen, das bedeutet im Endausbau 120 Kinder zusätzlich, die jeden Morgen gebracht und jeden Nachmittag abgeholt werden. Das kann mit dieser Einfahrt alleine nicht funktionieren“, zeigte sich Silvia Bourceau (UWG) überzeugt. Bernd Vogel (PRB) wurde noch deutlicher: „Ich seh‘ schon die 120 SUVs und Familienautos da morgens herumrangieren — und das an der sowieso spannenden Ecke Hauptstraße/Faulenbruchstraße. Wie soll das gehen?“

Die BKI-Vertreterin wies darauf hin, dass die genaue Planung, auch bezüglich der Verkehrsflächen, derzeit erarbeitet werde. Zunächst gehe es lediglich um die Flächennutzungsplanänderung für eine bisher landwirtschaftlich genutzte Fläche von 4800 Quadratmetern, die bislang im Plan für Wohnbebauung vorgesehen sei und nun für Gemeinbedarf ausgewiesen werden müsse. In der Sitzung im Juni gehe es dann um den Bebauungsplan und werde die Planung vorgestellt. „Die dreimonatige Frist für die Flächennutzungsplanänderung möchten wir nutzen für die Planung“, so Planerin Friederike Schweer.

Gudrun Meßing (Grüne) sah die vorgestellte Planung dennoch schon jetzt kritisch: „Eigentlich sollten wir uns alle freuen, dass die Städteregion hier neue Kitaplätze schafft. Aber die hier aufgezeigten Probleme werden auch bei der weiteren Planung nicht verschwinden“, mutmaßte sie.

Ob es denn denkbar sei, den Spielplatz rechts von der Zufahrt in den hinteren, ruhigen Bereich zu verlegen und diese Fläche zumindest teilweise für den Zu- und Abfahrtsverkehr zu nutzen, wollte Silvia Bourceau wissen. Dies sei, erläuterte Dirk Meyer vom Bauamt, „derzeit nicht Gegenstand der Überlegungen“.

Günther Severain wies nochmals darauf hin, „dass wir hier heute nur über den Flächennutzungsplan zu entscheiden haben und nicht über die vorhandenen Verkehrsflächen“, betonte er. Dazu habe man im Bebauungsplanverfahren dann immer noch Einwandmöglichkeiten.

Dieser Auffassung schlossen sich schließlich weite Teile des Ausschusses an — bis auf Bernd Vogel (Gegenstimme) und Gudrun Meßing (Enthaltung).

Wolfgang Schruff wunderte sich über die Lage des geplanten Neubaus: „Bei jedem Bürger wäre das klassische Hinterbebauung“, monierte er, doch Bürgermeister Jorma Klauss hielt fest: „Das Grundstück und die Lage gehen auf einen Beschluss der politischen Gremien zurück.“

(hes)
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