Konzen: Kreuzfahrt durch das Meer der Melodien

Konzen: Kreuzfahrt durch das Meer der Melodien

Der Musikverein „Eintracht“ Konzen nahm seine Zuhörer am Samstagabend auf seinem Frühjahrskonzert im voll besetzten Musik- und Kulturzentrum (MuK) mit auf eine „traumhaft schöne Kreuzfahrt, voller Melodien, die den Alltag vergessen lassen“. So kündigte der 1. Vorsitzende, Stephan Förster, das Frühjahrskonzert stimmungsvoll an und hatte damit nicht zu viel versprochen.

Nach einer idyllischen Reise von Deutschland aus vorbei an den norwegischen Fjorden, ging es über den Atlantik nach New York, quer durch die USA bis hin in den tiefen Westen des „Landes der unbegrenzten Möglichkeiten“. Am Ende der Reise gab es lauten Beifall und nach zwei gefeierten Zugaben legte das Schiff, die „MS MuK“, am Zielhafen an. Doch der Reihe nach.

Ohrwürmer aus dem Radio

Bevor das musikalische Schiff in See stach, stimmte das Jugendorchester unter der Leitung seines Dirigenten, Stephan Förster, mit großer Spielfreude auf den kurzweiligen Konzertabend ein. Mit „Music is my World“ eröffneten die Jugendlichen das Programm. Bei diesem modernen Stück konnte man den Spaß der Akteure beim gemeinsamen Musizieren regelrecht spüren. Bei dem Charterfolg der US-Sängerin Fergie, „Big Girls don’t cry“, zeigte Stephan Förster mit seinem Orchester, dass man auch erfolgreiche Radio-Ohrwürmer mit Trompete, Saxofon, Klarinette und Co. spielen kann, was bei den gespannten Zuhörern sehr gut ankam. Mit „Just a closer walk with thee“ machte der Nachwuchs der „Eintracht“ einen kurzen Abstecher in die Welt des Dixielands nach New Orleans, ehe sich das Jugendorchester mit dem fröhlich klingenden Marsch „Over and Out“ von seinen Zuhörern verabschiedete.

Nach einer intensiven Probearbeit freute sich auch das große Orchester der „Eintracht“, das musikalische Ergebnis präsentieren zu dürfen. Mit „Unter dem Sternenbanner — Stars and Stripes forever“ eröffnete das Orchester mit Dirigent Bertram Model seinen Teil des kurzweiligen Konzertabends. Bei dem sehr anspruchsvollen Stück huschten die Finger der Akteure des Holzregisters schnell über die Klappen. Für ihren gelungenen „Eisbrecher“ wurden die Blasmusikanten mit einem herzlichen Beifall belohnt.

Anfang Mai nahm die „Eintracht“ am Wertungsspiel des Volksmusikerbundes NRW in Soest teil. Die beiden Wertungsspiel-Stücke, „Norway Impressions“ und „Choral and Rock-Out“ waren ohne Zweifel zwei musikalische Höhepunkte, bei denen die Musikerinnen und Musiker das breite Spektrum ihres Könnens beweisen konnten. Besonders die skandinavischen Klänge in „Norway Impressions“ sorgten für Gänsehaut, nicht zuletzt bei Dirigent Bertram Model. „Wir haben in den letzten Monaten so hart zusammen geprobt, sowohl für das heutige Konzert als auch für das Wertungsspiel in Soest. Ich bin mächtig stolz auf das, was wir geschafft haben“, verwies Model auf den „guten Erfolg“ beim Wertungsspiel, zu dem man mit 56 Aktiven reiste.

Sascha Huppertz glänzte bei „Choral and Rock-Out“ mit einem grandiosen Schlagzeugsolo und riss seine Zuhörer mit fetzigen Rhythmen von den Stühlen.

Vorsitzender Stephan Förster freute sich, im Rahmen des Konzertes fünf D-Prüflinge für ihre Leistungen auszeichnen zu dürfen (siehe weiteren Bericht).

Glänzendes Trompetenspiel

Den Anfang des zweiten Teils machte das Stück „Theme from New York, New York“, das vor allem den hervorragenden Klang des Saxofon-Registers herausstellte. Die Titelmusik des Filmklassikers „New York, New York“ kannte jeder Musikfreund im MuK und so wurde auch kräftig mitgesummt und geschunkelt.

Für große Begeisterung sorgte Dominik Huppertz, der mit seiner Trompete bei „My Way“ alle Zuhörer in seinen Bann zog. Mit einem derart gefühlvollen Ton und seinem präzisen Spiel glänzte der Trompetenspieler, begleitet vom gesamten Orchester, und setzte die Melodie von Frank Sinatras unvergesslichem Welthit gekonnt in Szene. Nach dem „St. Louis-Blues Marsch“ widmete sich die „Eintracht“ der amerikanischen Country Musik. „Country Music for Brass“ bot ein Medley beliebter Country-Melodien wie „Take me Home, Country Roads“ oder auch „Ring of Fire“. Bei „Hootenanny — Folk Festival for Band” zeigten die jungen Klarinettistinnen, dass sie ihr Instrument bestens beherrschen. Fast wie von allein flitzten ihre flinken Finger beim „Chicken Reel“ über ihre Instrumente und was dabei herauskam, ließ viele begeistert staunen.

Mit der Böhmischen Polka „Wir Musikanten“ bildete Bertram Model mit seinem Orchester einen glänzenden Schlusspunkt. Hier kamen alle Polka-Liebhaber voll und ganz auf ihre Kosten. Neben den leichten Klängen des Holzregisters trug das hohe Blech die Melodie, während das tiefe Blech für das richtige Gefühl sorgte und alle Zuschauer im Takt mitwippen ließ. Als Abschiedslied erklang noch einmal das beliebte „Unter dem Sternenbanner — Stars and Stripes forever“, ehe im Zielhafen noch kräftig gefeiert wurde.

(nap)
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