Monschau: Konzert der „Zagreber Solisten“ im Monschauer Aukloster

Monschau : Konzert der „Zagreber Solisten“ im Monschauer Aukloster

Anlässlich des Konzerts der „Zagreber Solisten“ am Sonntag konnte Monschau hohen politischen Besuch begrüßen. Der neu ernannte Botschafter der Republik Kroatien in Berlin, Gordan Grli Radman, ließ es sich nicht nehmen, in Begleitung der Düsseldorfer Konsulin Klaudia Aljinovi das Konzert des hochrangigen kroatischen Orchesters zu besuchen und zugleich auch der Stadt Monschau die Ehre zu erweisen.

Die Zagreber Solisten sind seit ihrer Gründung in den 1950er Jahren, damals unter dem legendären Dirigenten Antonio Janigro, immer ein wesentlicher Faktor einer solchen Wirkung gewesen. Das Monschauer Konzert bestätigte das in beeindruckender Weise.

Der neu ernannte Botschafter der Republik Kroatien in Berlin, Gordan Grlić Radman, sprach vor dem Konzert über die völkerverbindende Wirkung der Kultur.

Das Konzert stand unter dem Motto „Russische Seele“, wobei das zentrale Werk des Abends, Mozarts A-Dur-Klavierkonzert KV 488, allerdings etwas aus diesem Rahmen fiel. Offenbar hatte sich das Programmgefüge seit der ohnehin nicht sehr klaren Vorplanung etwas verschoben, was leider auch die Folge hatte, dass die zahlreichen Besucher im Grunde nicht so ganz genau wussten, was sie zu erwarten hatten.

So mag die einleitende Kammersinfonie op. 110a von Dmitri Schostakowitsch für manchen Zuhörer eine Überraschung gewesen sein. Immerhin konnte man sich in die Musikwelt dieses russischen Komponisten in Monschau schon vor wenigen Wochen beim Rotary-Konzert hineinhören. Die Zagreber Solisten machten die Darbietung dieses aus einem Streichquartett hervorgegangenen Werks zu einem wahren Ereignis.

Die Melancholie und die gewissermaßen aus Verzweiflung gespeiste rasende Rhythmik des innerlich und äußerlich überaus angefochtenen Komponisten vermittelten sich den Zuhörern mit zwingender Deutlichkeit. Schon hier war hervorzuheben, dass das elfköpfige Kammerorchester ohne Dirigenten spielt. Wie sehr die Musiker bei teils kniffligen rhythmischen Stellen aufeinander hören und aufeinander eingehen mussten, konnte man gleichsam physisch miterleben.

Hervorragender Solist

Dass dem Schostakowitsch-Werk das genannte Klavierkonzert von Mozart folgte, brachte musikalisch doch einen gewissen Bruch mit sich. Manchmal passt eben auch Hochwertigstes nicht beliebig zusammen. Nach den musikalisch wie seelisch eindringenden Tiefen des russischen Werks hatte man den Eindruck, dass der Mozart doch eher im Routine-Modus dargeboten wurde.

Nicht, dass man konkret irgendetwas auszusetzen gehabt hätte (außer vielleicht einigen etwas flüchtig hingeworfenen Streicherpassagen), aber es fehlte doch irgendwie die innere Beteiligung. Weniger traf das auf den ausgezeichneten Solisten zu, den jungen bulgarischen Pianisten Ivan Donchev, der seinen Part mit hervorragender Sicherheit und Musikalität darbot.

Hier hätte man allenfalls dem Steinway-Flügel den einen oder anderen Wertungspunkt abziehen können, der wohl eine Idee zu dominant und zu mechanisch klang. Mozart hatte eben tatsächlich, das schien auf einmal klar, nicht für ein solches modernes Instrument komponiert.

Beim letzten Werk waren die Zagreber Solisten sozusagen wieder ganz bei sich. Peter Tschaikowskis Streicherserenade brachte die „russische Seele“ auf eine ganz andere und nun eher versöhnliche Weise zum Vorschein. Die melancholische Seite beschränkte sich auf einen einzigen Satz, die „Elegie“, wohingegen die anderen Sätze eher Lebensfreude und Zuversicht versprühten, allen voran der liebliche „Walzer“ des zweiten Satzes. All dies brachten die kroatischen Musiker mit einer Intensität und Verve zum Klang, dass es eine wahre Freude war.

Mit Mozart gab es dann sogar noch eine Art Wiedergutmachung, denn die Zugabe eines Satzes aus den sogenannten „Salzburger Sinfonien“ sprühte vor Musikalität und Energie. Insgesamt erlebten die zahlreichen Zuhörer ein denkwürdiges Konzert, das für die Musikstadt Monschau eine gute Zukunft verheißt.

(js)