Konzen: Konzener Eifelverein besucht Kieswerk und altes Städtchen

Konzen : Konzener Eifelverein besucht Kieswerk und altes Städtchen

Beim Konzener Eifelverein stand im Juli wieder die traditionelle Exkursion mit mehr als 50 Teilnehmern auf dem Programm. Neben Flora und Fauna stand dieses Mal auch die Wirtschaft im Vordergrund: Bauboom aller Orten, aber wo kommt eigentlich das Material her?

Es ging nach Wachtendunk, und das erste Ziel war die „Abgrabung Gelinter Heide“. Dahinter verbirgt sich ein Sand- und Kieswerk der Teunesen-Gruppe zwischen Rhein und Maas, direkt an der A 40. Das Familienunternehmen betreibt seit über 80 Jahren und an inzwischen über 20 Standorten in Deutschland, Belgien und den Niederlanden Werke.

Klassischerweise werden 95 Prozent der Sand- und Kiesproduktion von der Bauwirtschaft verwendet, etwa in Form von Beton, Estrich, Pflastersteine, Platten, L-Steinen, Stufen, Dachziegeln, Kacheln, Fliesen oder Fassadensteinen. Sand und Kies sind aber auch in Fensterglas, Zahnpasta, Solarzellen und Mikrochips enthalten.

An Rhein und Maas haben sich reiche Vorkommen über die letzten 2,5 Millionen Jahre und die Eiszeiten hinweg „abgeschottert“, die es nun mit moderner Technik und Umweltverträglichkeit zu bergen gilt. Die Genehmigungsverfahren sind langwierig und schwerfällig, wie der Gruppe im Vortrag erläutert wurde. Im Anschluss und gestärkt durch Kaffee und Schnittchen ging es mit zwei großen Planwagen zur Betriebsbesichtigung. Dabei wurden die beindruckenden Dimensionen des Werks deutlich, inklusive einer Untertunnelung der A40 im Bereich der Abfahrt Wachtendonk.

Stadtkern unter Denkmalschutz

Mittags stand im historischen Zentrum von Wachtendonk Zeit zur freien Verfügung. Wachtendonk liegt im südlichen Zipfel des Kreises Kleve. Der idyllisch gelegene Flecken im Naturpark Schwalm war bis zur französischen Besetzung unter Napoleon Stadt. Den verlorenen Stadtrechten trauerten die Wachtendonker noch lange nach — bis 1997. Da beschloss der Rat nämlich in zulässiger Anwendung der Gemeindeordnung die Bildung zweier Ortschaften: Wankum und Stadt Wachtendonk.

Wachtendonks historischer Kern steht in seiner Gesamtheit unter Denkmalschutz und ist das touristische Aushängeschild für die Gemeinde. Einen Besuch wert ist die Burgruine, die ehemalige Burganlage der Festung Wachtendonk. Sie zeugt noch heute von der reichen geschichtlichen Vergangenheit der kleinen Stadt. So nutzten manche die Zeit für einen Besuch der Tourist-Information, um noch mehr über die Geschichte zu erfahren, oder unternahmen einen Stadtbummel. Andere genossen das sommerliche Wetter einfach bei einer Rast, bevor unter Führung von Kulturwart Micha Kreitz eine gemeinsame Kurzwanderung anstand.

Vom Ortskern ausgehend wanderte man über den an der Burgruine beginnenden „Erlebnispfad Kulturlandschaft Wachtendonk-Süd“. „Wandervolle Wasserwelt“ versprach der Erlebnispfad, der durch die Flussauen der Niers führte. Dort erwartete eine beindruckende Flora und Fauna die Konzener Wanderfreunde, wenngleich auch hier schon die Hitze des Sommers ihre Spuren hinterlassen hatte.

Am Ende der Wanderung kehrte die gesamte Gruppe zu Kaffee und Kuchen ins „Café Kälberstall“ ein, inmitten der wunderschönen Natur am Niederrhein zwischen grünen Weiden und stattlichen Höfen. Nach genau zwölf Stunden und um viele schöne und interessante Eindrücke reicher kehrte man dnach Konzen zurück, nachdem man unterwegs noch einen Zwischenstopp in Jackerath an der Aussichtsplattform des Tagebaus „Garzweiler“ eingelegt hatte.

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