Konzen: Kommune will der Kirchengemeinde Konzen helfen

Konzen: Kommune will der Kirchengemeinde Konzen helfen

Wenn es nach den Wünschen des Kirchenvorstandes geht, dann soll die Mutterkirche Konzen ein neues und damit wieder ihr altes Gesicht erhalten. Die Kirchengemeinde St. Peter und Pankratius stellte den Gläubigen Anfang September 2012 eine ebenso so mutige wie auch in die bisherige Bausubstanz einschneidende Planung vor.

Ziel der Maßnahme ist es auf lange Sicht, Energie- und Bewirtschaftungskosten zu sparen. Dafür soll der vor 60 Jahren Anbau an das Gotteshaus in Richtung Friedhof abgerissen werden.

Beim Bistum Aachen findet die Maßnahme wegen ihres zukunftsweisenden Charakters Zustimmung, unter den 1800 Katholiken im 2500-Seelenort Konzen wird aber auch kontrovers diskutiert. Das Antasten eines Kirchengebäudes überhaupt, das der damalige Pastor mit Spenden der Gläubigen zwischen 1952 und 1954 errichten ließ und das erneute Verlegen von Grabstätten sind sensible Themen.

Der Planung des Architekten Paul Elmar Sommer stehen die Bedenken des Heimatvereins Konzen gegenüber, der einen Alternativvorschlag eingefordert hat.

Ein wesentlicher Faktor bei der Umsetzung dieses Jahrhundertprojektes für Konzen ist die Finanzierung, die mit rund 1,3 Millionen Euro Gesamtkosten angesetzt ist. An dieser Stelle kommt nun auch die Stadt Monschau ins Spiel, nachdem die Kirchengemeinde Konzen bei der Stadt beantragt hat, den Rückbau der Kirche und die Errichtung eines Dorfgemeinschaftshauses zu unterstützen. Der Antrag wurde gestern abend in der Sitzung des Planungsausschuss beraten. Diese Kosten für das Begegnungszentrums belaufen sich auf rund 533.000 Euro. 320.000 Euro (60 Prozent) könnten aus einem Förderprogramm des Landes finanziert werden, der kommunale Eigenanteil würden sich bei rund 10 Prozent bewegen.

Ein vom Bistum Aachen aufgelegtes Sparpaket zwingt die Pfarren zum Handeln. Bei den insgesamt 800 Kirchengebäuden des Bistums sollen ein Drittel der Instandsetzungskosten eingespart werden. Dazu bedarf es zum Teil radikaler Eingriffe.

Kernpunkt der Planung ist wie gesagt der Teilabriss des Kirchengebäudes, damit würde die Kirche wieder ihre Ursprungsform erhalten, aber um 200 Quadratmeter verkleinert. Anstelle des Anbaus würde dann ein Foyer errichtet, dem sich direkt das neue Begegnungszentrum anschließt. Die bisherigen 230 Plätze für Kirchenbesucher könnten sogar vollzählig erhalten bleiben.

Handlungsbedarf bei den kirchlichen Immobilien in Konzen ist angesagt. Die Heizungsanlage der Kirche ist veraltet und erneuerungsbedürftig. Diese Situation führte zu der Überlegung, die Kirchengebäude an einem Platz zu konzentrieren. Das Gesamt-Bauvolumen würde von bisher 11.500 Kubikmeter auf 7000 Kubikmeter reduziert. Aktuell verschlingen die kirchlichen Gebäude (Kirche, Pfarrheim, Pfarrhaus, Pfarr- und Jugendraum) rund 21.000 Euro an Energiekosten, denn es müssen vier separate Heizungen betrieben werden. Es stehen der Pfarre jährlich lediglich 32.000 Euro an Mitteln zur Verfügung.

Das geplante Begegnungszentrum, das seinen Platz im Bereich des heutigen Altarraumes finden würde, soll eine multifunktionale Nutzung erhalten und auch überkonfessionellen wie dörflichen Zwecken dienen.

Dafür stehen Landesmittel zur Verfügung, da man in solchen Maßnahme eine Aufwertung der dörflichen Struktur sieht, die gerade in Zeiten des demografischen Wandels ländliche Wohnstandorte stärkt. Nicht zuletzt sieht der Gesetzgeber auch die soziokulturelle Funktion eines solchen Gemeinschaftshauses.

Dieser Gedanke steht auch bei der Stadt Monschau im Vordergrund: „Die Planung eröffnet synergetischer Nutzungen und Impulse für die gesamte Dorfentwicklung,“ so Bürgermeisterin Margareta Ritter. Der städtische Finanzierungs-Anteil sei im Haushaltsplan deshalb darstellbar, weil die Stadt an anderer Stelle wieder Mittel einspiele, indem ihr von der Kirchengemeinde Konzen ein Grundstück im Gewerbegebiet Imgenbroich übertragen werde.

Bei der Einreichung des Förderantrages trete die Stadt wie zuletzt auch bei der evangelischen Kirchengemeinde Monschau nur als Mittler auf, um eine infrastrukturelle Entwicklung zu unterstützen.

Unterstützung findet der Antrag auch bei der CDU-Fraktion. Ortsvorsteher Matthias Steffens sieht darin eine positive Entwicklungschance für die Zukunft des Ortes, obschon die Entscheidung über den Umbau der Kirche allein dem Kirchenvorstand obliege. Insgesamt hoch sei auch die Akzeptanz in Konzen, wie der zur 85 Prozent positive Rücklauf eines Fragebogens zum Thema Kirchenumbau gezeigt habe. „Natürlich gibt es Pro und Contra bei diesem Thema“, aber insgesamt erkenne eine hohes Verständnis für Maßnahme.

Über die weitere Diskussion im Ausschuss werden wir noch berichten.

(P. St.)