Komiker und Parodist Jörg Knör kommt nach Roetgen in den Bürgersaal

Interview : Neues Programm von Jörg Knör: „boshafter, bissiger, engagierter“

Für seine Parodien wurde er schon mit dem Bambi ausgezeichnet, jetzt kommt er nach Roetgen in den Bürgersaal.

Ob Zuckerbergs Facebook-Skandal, Trumps Porno-Abenteuer oder Prinz Harrys Hochzeitsnacht: Der Komiker Jörg Knör parodiert bei seinem Jahresrückblick „Das wars mit Stars 2018“ Menschen und Ereignisse, die ihn im vergangenen Jahr besonders bewegt haben. Im Interview mit Nadine Eikermann spricht er darüber, wen er nachspielt, welche politischen Themen ihm wichtig sind und was er mit der Nordeifel verbindet.

Was erwartet die Gäste?

Jörg Knör: Etwas, das ihre Erwartungen übertrifft, da bin ich mal ganz unbescheiden. Ich komme mit einer Kulisse, die aussieht wie die einer Late-Night-Show. Das Programm an sich ist ein parodistischer Jahresrückblick mit viel Musik. Das heißt, die üblichen Verdächtigen kommen darin vor, alles Peinliche, Groteske und Lustige spiele ich nach. Ich schlüpfe in die Rollen von Andreas Scheuer und von Franz Josef Strauß. Ich gehe auf die anstehende Hochzeit von Heidi Klum und Tom Kaulitz ein und singe ihnen ein Hochzeitsständchen. Und ich habe ein vom Publikum sehr geliebtes und respektiertes Lied über die AfD, auf Basis von Rudi Carrells „Wann wird’s mal wieder richtig Sommer?“. Es heißt „Wann wird der Wähler wieder klüger?“ Es geht also ziemlich zur Sache. Was ich von Kritikern gesagt bekommen und gelesen habe, ist das ich boshafter, bissiger und auch engagierter bin als bei den vorherigen Jahresrückblicken. Das freut mich sehr.

Ist es Ihnen wichtig, politische Statements zu setzen?

Knör: Natürlich – aber auf meine Art. Es gibt zum Beispiel ein Buch über Donald Trumps Infantilität, und als ich es gelesen habe, kam mir der Babysitter Boogie von Ralf Bendix in den Sinn. Also besinge ich Trump als Kleinkind, während im Hintergrund auf einem Flatscreen Bilder dazu gezeigt werden. Auch der Dieselskandal ist noch nicht abgearbeitet. Und es gibt auch ein Lied, wo ich meine Wut rauslasse. Das heißt „Ich weiß, was ich will“ und ist ursprünglich von Udo Jürgens. Ich besinge alles, was ich mir für 2019 wünsche. Dass es wieder Glas im Regal geben soll statt PET-Flaschen. Dass die Wale mal auch blaues Wasser statt rotes verdient haben. Dass ich den Bahn-Chef auf den Schienen fesseln will.

Und dazu zeigen Sie Karikaturen?

Knör: Genau, sie sind ein Teil meiner Nummer. Ich habe sie zu Hause gemacht, und ihre Entstehung wird dann im Zeitraffer auf dem Fernseher gezeigt.

Wen nehmen Sie am liebsten auf die Schippe?

Knör: Das kann ich gar nicht sagen. Das ist so, als würden Sie fragen, welches Kind man am liebsten mag, in einer Großfamilie mit zehn Kindern. Jedes ist ja anders. Ich versuche in erster Linie nur, die Wirklichkeit zu überzeichnen. Ich sehe das Verhalten von Personen und höre ihre Stimmen. Und das karikiere ich. Im Prinzip fallen dann alle Barrikaden weg, die Menschen um sich herum haben. Ich dringe fast psychologisch in den Kern der Leute ein und führe sie so vor, wie ich glaube, dass sie wirklich sind. Das kann auch eine Würdigung sein, zum Beispiel bei Personen, die ich so darstelle als wären sie noch mal lebendig.

Waren Sie schon mal in der Nordeifel?

Knör: Die Nordeifel ist ja von meiner alten Heimat nicht so weit entfernt. Ich habe 20 Jahre in Köln gelebt, da ist man zwangsläufig mal dort, zum Beispiel bei Spaziergängen und zum Kuchenessen mit den Eltern. Und natürlich gibt es noch den Weg durch die Eifel wenn man nach Luxemburg will (lacht).

Mehr von Aachener Nachrichten