Monschau: Könner am Klavier zum Abschluss von Montjoie Musicale

Monschau : Könner am Klavier zum Abschluss von Montjoie Musicale

Von den äußeren Umständen her stand das letzte Konzert der Reihe „Montjoie Musicale“ unter keinem besonders günstigen Stern. Die umfangreichen Straßenarbeiten rund um Aukirche und Aukloster stellten vor allem auswärtige Besucher vor größere Parkplatz-Probleme.

Auch dass kurzfristig ein weiteres Konzert zeitgleich in der Aukirche angesetzt wurde, brachte es mit sich, dass die Zuhörerschaft des Kammerkonzerts im Bürgersaal zahlenmäßig deutlich geringer ausfiel, als es mittlerweile die Regel wurde. Die zu befürchtende akustische Irritation durch das zweite benachbarte musikalische Ereignis hielt sich aber gottlob in Grenzen.

Das intimere Ambiente des Kammerkonzerts im Bürgersaal des Auklosters kam indes dem Charakter des Dargebotenen durchaus entgegen. Der Organisator Florian Koltun konnte diesmal ein junges italienisches Klavierduo begrüßen; Federica Monti und Fabio Bianco nahmen von Beginn an durch ihre persönliche Ausstrahlung und ihre unmittelbar wahrnehmbare Musikalität für sich ein. Das Programm war deutlich in zwei ganz unterschiedliche Hälften geteilt.

Neben der Bearbeitung einer Arie aus Johann Sebastian Bachs sogenannter „Jagdkantate“ gab es im ersten Teil eine besonders bemerkenswerte, ausgefahrene Pfade vermeidende Interpretation von Mozarts bekannter Sonate KV 381. Außerdem ein Werk des diesjährigen Jubilars Claude Debussy, dessen 100. Todestag gedacht wird. Die „Six épigraphes antiques“ („sechs antike Inschriften“) beziehen sich auf fiktive antike Texte, die in Wahrheit von dem französischen Dichter Pierre Louys stammen. Debussy nimmt diese angenommene weitläufige Herkunft zum Anlass, eine musikalische Sprache zu erfinden, die ihrerseits in bis dahin unbekannte seelische Weiten führen soll. Die Darbietung der beiden italienischen Künstler konnte dies ausgezeichnet vermitteln und machte dieses Werk zum inneren Höhepunkt des Nachmittags.

Nach der Pause ging es um die Bearbeitungen von Opernmusik, wobei die Klavierfassung der Ouvertüre von Rossinis „Barbier von Sevilla“ ausgerechnet durch Arnold Schönberg schon einen Akzent der Aufmerksamkeit setzte. Sicherlich waren die beiden italienischen Künstler hier ganz in ihrem Element.

Umso größer war dann die Überraschung, dass sie auch mit der prätentiöseren Musik von Richard Wagner, die den Abschluss bildete, sehr gut zurechtkamen. Franz Liszts Transkription des Spinnerlieds aus dem „Fliegenden Holländer“ sowie Hans von Bülows Fassung der „Tannhäuser“-Ouvertüre kamen in überzeugender Weise zur Geltung.

Nachdem die begeisterten Zuhörer noch als Zugabe ein Werk von Samuel Barber erklatschten, danke Monschaus Bürgermeisterin Margareta Ritter dem Organisator Florian Koltun und seiner Frau Xin Wang für die kulturelle Initiative. Dies sei für die Stadt Monschau ein unverzichtbarer Akzent ihrer Identität und ein „wahrer Schatz“. Koltun gab diesen Dank an die Sponsoren und an sein treues Publikum weiter.

(js)
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