Lammersdorf: Kirchenchor präsentiert zeitgenössische Chormusik

Lammersdorf: Kirchenchor präsentiert zeitgenössische Chormusik

Wenn der Kirchenchor St. Johannes der Täufer zum Konzert lädt, kann man in der Regel von zwei Dingen ausgehen. Erstens ist die Pfarrkirche gefüllt und zweitens darf man von einem hohen musikalischen und gesanglichen Niveau ausgehen. Dies war auch am Sonntagnachmittag der Fall, als der Lammersdorfer Kirchenchor zu einem kirchenmusikalischen Konzert mit Werken von Bob Chilcott, Colin Mawby, John Rutter und Eric Whitacre geladen hatte.

Spontanen Applaus gab es bereits bei der Aufstellung des Chores, wonach Vorsitzender Hans Roßkamp unter den anwesenden Musikfreunden auch Bürgermeister Karl-Heinz Hermanns, den stellvertretenden Städteregionsrat Hans-Josef Hilsenbeck, Pastor Michael Stoffels und Ortsvorsteher Robert Johnen begrüßte. Chorleiterin Gabriele Scheidtweiler-Pleines klärte zu Beginn die Zuhörer darüber auf, dass der Schwerpunkt der vorgetragenen Chormusik aus dem englischen Sprachraum komme und es sich um („… erschrecken Sie nicht“) zeitgenössische Werke handeln würde.

Mit glasklarer Stimme

Hiernach wurde es dann aber auch zunächst einmal mucksmäuschenstill im Zuhörerraum, da „God so loved the world“ des 1955 geborenen englischen Komponisten Bob Chilcott vorgetragen wurde. Schon zu diesem Zeitpunkt entführten der Chor und die ausgezeichnete Sopranistin Mareike Müller mit ihrer glasklaren Stimme das Publikum in neue musikalische Sphären. Schon nach dieser Darbietung hätte ein anerkennender Applaus des offensichtlich zu andächtig lauschenden Publikums den Akteuren als Balsam für die Seelen sicher gut getan und Qualität und Niveau des Konzertes in keinerlei Hinsicht geschmälert.

Nach dieser überaus gelungenen Einstimmung standen Werke für Chor und Orgel des Engländers Colin Mawby an. Der Organist, Chorleiter und Komponist steht für klangschöne und sakrale Kompositionen, die sich durch Frische und harmonische Finessen auszeichnen. All dies brachte der Lammersdorfer Chor in wundervoller Klangfülle beim vorgetragenen „Ave Verum“ und „Cantate Dominum“ zum Ausdruck. Auch wenn die Musikfreunde ohne großes Latinum beim Verstehen des Textes passen mussten, wurden sie durch den Gesang in eine andere Welt getragen.

Vom jüngsten Komponisten des Tages, dem 1970 in Nevada geborenen Eric Whitacre, der als Dirigent weltweit tätig ist, erklang danach auf eindrucksvolle Weise das „Alleluia“ durch den Kirchenraum. Dieser wurde beim anschließenden „Requiem“ von Bob Chilcott durch den sich immer mehr entfaltenden Klangkörper des Chores gefühlt zu klein. Begleitet von Flöte, Oboe, Klarinette, Horn und Pauke der Instrumentalisten der Musikhochschule Köln (Standort Aachen) sowie den Solisten Mareike Müller und Q Won Daniel Han (Tenor) brannte das Ensemble nicht nur beim „Sanctus-Benedictus“ ein beachtenswertes gesangliches Feuerwerk ab.

Rotkehlchen zeigen Können

Das „Look at the world“ von John Rutter stand am Ende auf dem Programm des kirchenmusikalischen Konzertes. Rutter, der musikalisch der Postmoderne zugeordnet werden kann, und in dessen Musik auch Jazzelemente aufgenommen sind, gilt gegenwärtig als einer der bedeutendsten und populärsten Komponisten von Chor- und Kirchenmusik. Der Kinderchor „Rotkehlchen“, das gesamte Ensemble, der Kirchenchor und die Solisten (Lea Pleines, Gaby Roßkamp, Hendrik Löhn und Ingo Pleines) zeigten hier noch einmal ihr ganzes Können. Ein „Praise to thee“ hätte hiernach auch als Dank für das gesamte Konzert vom Publikum aus an den Kirchenchor, die Rotkehlchen und die Solisten gehen können. Nach dem sonntäglichen Ohrenschmaus hatte der Chor noch zum gemütlichen Beisammensein ins benachbarte Pfarrheim geladen.

(ani)