Monschau: Kirchen, Klöster und Kapellen in alten Ansichten

Monschau: Kirchen, Klöster und Kapellen in alten Ansichten

„Gruß aus Montjoie“ heißt es auch wieder im Jahr 2015, denn zum 7. Mal in Folge gibt die Musikvereinigung Montjoie einen Jahreskalender (21 x 21 cm) mit historischen Ansichten aus Monschau, vorwiegend aus der Altstadt, heraus. Der Kalender ist ab sofort erhältlich.

Die liebevolle Gestaltung des Kalenders mit 12 schwarz-weiß-Motiven auf farbigem Untergrund bringt die große Zuneigung für die Heimatstadt zum Ausdruck, die auch der Monschauer Mundartdichter Karl Stollenwerk, der vor rund 75 Jahren verstorben ist, auf dem Titelblatt des Kalenders 2015 in vier Zeilen fasst: „Et get kee Städtche wick on breet, wat övver os fing Monsche geet. On et well ennem net en der Kopp erenn: Wie kann mer ne Mingsch net va Monsche senn!“

Das war einmal: Das März-Motiv des Montjoie-Kalenders 2015 zeigt Pensionat und Schule der Ursulinen am Burgau. Das Schulgebäude (re.) wurde abgerissen. Foto: Stollenwerk

Anders als in den Vorjahren widmet sich der Kalender diesmal einem Schwerpunkt-Thema: Kirchen, Klöster und Kapellen“ bilden den roten Faden. Das Ursulinenkloster in Laufenstraße, wo sich heute die Sparkasse befindet, ist ebenso zu finden wie die alte Kapelle des Ursulinenklosters, die sich einst im Dachgeschoss des Schulgebäudes der Ursulinen befand, als dieses noch unten auf dem Burgau stand, direkt neben dem heutigen Stadtpark-Cafe. Die Schloßkapelle unterhalb der Burg, die einst zur Mutterkirche Konzen gehörte, darf ebenso wenig fehlen wie auch die Kapelle des ehemaligen Maria-Hilf-Stiftes.

Wenig verändert hat sich die Lourdeskapelle an der Burg mit ihren zahlreichen Votivtafeln, ganz im Gegensatz zur Aukirche, deren Innenraum Ende der 1960er-Jahre komplett umgestaltet wurde.

In ihrer ganzen Pracht zeigen sich im Kalender Kanzel und Seitenaltar in der alten Monschauer Pfarrkirche wie auch die 1890 im gotischen Stil erbaute Kapelle auf der Sonntagsley, die im zweiten Weltkrieg völlig zerstört und in schlichter Form neu errichtet wurde. Dass vor der Kapelle mit ganzen Stolz der Monschauer St. Martin mit Schimmel „Tüppes“ Haltung einnimmt, gibt diesem Motiv noch eine ganz besondere Note.

Ein Besonderheit des Montjoie-Kalenders bilden auch das Titelblatt und die letzte Seite. Ein Ölgemälde des Eifelmalers Fritz von Wille mit der Burg als Motiv wurde auf einer Postkarte verewigt, wie überhaupt um die Jahrhundertwende und auch danach die Postkarte die Menschen in Verbindung hielt. In Monschau gab es damals gleich mehrere Verlage, die touristische Grußkarten herausgaben. Einem anderen Eifelmaler widmet sich die letzte Kalenderseite. Hier geht es um den akademischen Kunstmaler Paul Siebertz aus Menzerath, der am 10. Mai 2015 seinen 100. Geburtstag vollendet hätte. Der Künstler, der am 21. April 1997 starb, erfasste mit seiner Malerei nicht nur den Charakter der Eifel sondern wird auch als außergewöhnlicher Kunstpädagoge in Erinnerung bleiben.

Beitrag zur Historie der Stadt

So darf die Musikvereinigung Montjoie auch wieder zu Recht sagen, dass sie mit der Herausgabe des Kalenders „einen sinnvollen Beitrag zur Historie unserer Stadt Monschau“ leisten wolle.

Präsentiert wurde der Kalender 2015 jetzt im Gebäude der Sparkasse Monschau durch die Vorstandsmitglieder Hilmar Weber und Manfred Brandenburg. Die verwendeten Postkarten stammen aus der knapp 2000 Exemplare umfassenden Sammlung von Manfred Brandenburg, dessen Fundus so reichhaltig ist, dass er bereits erste kreative Gedanken für den Kalender 2016 entwickelt hat.

Hilmar Weber hob eine weitere Besonderheit des Kalenders hervor. Der gesamte Erlös aus dem Verkauf fällt der Musikvereinigung Montjoie zu.

Das jeweilige Aufnahmedatum der historischen Postkarten wäre noch eine interessante Zusatzinformation gewesen, aber in diesem Punkt wollte sich Brandenburg nicht festlegen, da wirklich verlässliche Informationen nicht vorlagen.

Die Präsentation des Kalenders 2015 war auch für Andreas Kreitz ein ganz besonderer Anlass. Er ist seit dem 1. September 2014 der neue Gebietsdirektor der Sparkasse in Monschau, und die Vorstellung des Montjoie-Kalenders („Ich bin ein begeisterter Anhänger des Kalenders“) bildete zugleich seinen ersten Termin in Sachen Öffentlichkeitsarbeit.

(P. St.)
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