Nordeifel: „Kirche des Jahres“: Anerkennung für Monschauer Gotteshaus

Nordeifel: „Kirche des Jahres“: Anerkennung für Monschauer Gotteshaus

Die Stadtkirche St. Marien im mecklenburgischen Plau am See ist die „Kirche des Jahres 2012“ der Stiftung zur Bewahrung kirchlicher Baudenkmäler in Deutschland (Stiftung KiBa). Den zweiten Platz errang die Evangelische Stadtkirche in Monschau, was Pfarrer Jens-Peter Bentzin als „tolles Ergebnis für unsere kleine Gemeinde“ wertete.

Bei der Abstimmung zur „Kirche des Jahres 2012“ standen die zwölf im Laufe des Jahres von der Stiftung nominierten „Kirchen des Monats“ zur Wahl, deren Sanierung die KiBa 2012 gefördert hat. Die offizielle Auszeichnung der drei Siegerkirchen wird während der Mitgliederversammlung des Fördervereines der Stiftung am 15. Juni in Schwerin stattfinden.

Ein Preisgeld ist mit mit diesem Abstimmungsergebnis zwar nicht verbunden, „aber das Ergebnis drückt die Anerkennung aus, dass wir in Monschau eine besonders schützens- und erhaltenswerte Kirche haben, die auch bundesweit als solche wahrgenommen wird. Das freut uns sehr!“, sagte Bentzin unserer Zeitung.

Derzeit werden im Innenraum des weit über 200 Jahre alten Gotteshauses die Gerüste aufgebaut, um an Decke und Wänden arbeiten zu können, berichtet der Pfarrer und Vorsitzende der Evangelischen Kirchengemeinde Monschauer Land. Dabei müssen zunächst mehrere Schichten Farbanstrich abgenommen werden, die im Laufe der Jahrzehnte immer wieder übereinander aufgetragen worden sind. Erst dann kann mit der Restauzrierung von Putz und Stuck begonnen werden. „Dann folgt der spannendste Teil der Arbeiten, nämlich das Aufbringen des Anstrichs, der in seiner Farbgebung möglichst nahe an das Original von 1789 heranreichen soll“, erläutert Jens-Peter Bentzin.

Nach Abschluss dieser Arbeiten möchte sich die Gemeinde als Bauherr gemeinsam mit Statikern und Holzgutachtern bzw. -restauratoren auch noch auf die beiden Emporen konzentrieren, damit diese nachhaltig tragfähig sind.

Die Evangelische Kirche in Monschau wird auch aufgrund ihrer vollständig im Louis-XVI-Stil gehaltenen Inneneinrichtung besonders geschätzt. Die Geschichte des 1789 in rohen Bruchsteinen errichtete, klassizistischen Gebäudes ist eng mit dem Namen der Theologen- und Tuchmacherfamilie Scheibler verknüpft. Der Tuchfabrikant Johann Heinrich Scheibler (1705-1765) hatte schon im Jahr 1751 den Grundstock zu einem Fonds für den Bau einer Kirche in Monschau gelegt. 1789 wurde das Gebäude von seinem Vetter, Pfarrer Maximilian Friedrich Scheibler (1759-1840) eröffnet.

Die Stiftung KiBa hat die Instandhaltungsarbeiten in Monschau, die sich im vergangenen Jahr auf die Restaurierung des Innenraumes konzentrierten, mit 20.000 Euro unterstützt.

„Zur weiteren Finanzierung der jetzt laufenden Arbeiten werden wir auch weiterhin auf Denkmalpflege, Kirchenbau.-Stiftung und das Land angewiesen sein und werden auch weiterhin fleißig Förderanträge stellen“, so Pfarrer Bentzin.

Wann die Innenraum-Arbeiten abgeschlossen sind, lasse sich daher nicht sagen, aber: „Das wird sich noch eine ganze Weile hinziehen“, so Bentzin.

Die Siegerkirche St. Marien im Zentrum des mecklenburgischen Touristen- und Klinikortes Plau am See wurde bereits um 1225 erbaut. Mit rund einem Fünftel der abgegebenen Stimmen setzte sich die dreischiffige Hallenkirche aus Backstein deutlich an die Spitze der Beliebtheitsskala der zwölf „KiBa-Kirchen des Monats“, die zur Wahl standen.

„Mehr als 6000 Interessierte habe sich an dieser Wahl beteiligt“, sagt Thomas Begrich, Geschäftsführer der von der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) getragenen Stiftung. „Das ist eine erfreuliche Resonanz, die deutlich macht, wie sehr die Kirchen ihren Besuchern am Herzen liegen.“ Das große Interesse ermutige die Stiftung, ihr Engagement für die Instandhaltung von Kirchgebäuden in ganz Deutschland fortzusetzen.

(hes)