Aachen/Eschweiler: Kibiz: SPD drängt auf kurzfristige Korrekturen

Aachen/Eschweiler: Kibiz: SPD drängt auf kurzfristige Korrekturen

Bei den vielen Unwägbarkeiten rund um die Revision des Kinderbildungsgesetzes (Kibiz) ist eines schon mehr oder weniger beschlossene Sache: Der neue Gesetzesentwurf wird sicher nicht den Namen Kibiz tragen, versicherte der SPD-Landtagsabgeordnete Wolfgang Hahn bei einer Informationsveranstaltung im bis auf den letzten Platz gefüllten Eschweiler Talbahnhof rund um die angekündigte Änderung des Kita-Gesetzes.

Jörg, Sprecher des Ausschusses für Familie, Kinder und Jugend im Düsseldorfer Landtag, will den „bildungspolitischen Totalschaden endlich reparieren”, den seiner Meinung nach die ehemalige schwarz-gelbe Landesregierung hinterlassen hat. Doch der Sozialdemokrat verwies auch darauf, dass Träger, Einrichtungen und Erzieher nicht „im Handumdrehen Wunderdinge” erwarten dürften.

Kurzfristige Korrekturen, auch für die Kitas in der Region, wird es erstmal möglicherweise nur im U3-Bereich geben, und zwar in Bezug auf den Personalschlüssel: „Da werden wir sofort was machen”, versprach Eva-Maria Voigt-Küppers, SPD-Landtagsabgeordnete für Herzogenrath, Baesweiler, Würselen und Alsdorf an. Sie nahm einen entscheidenden Erzieher-Wunsch mit zurück nach Düsseldorf, „Uns ist egal, woher das Geld kommt”, sagte eine Zuhörerin und ergänzte: „Hauptsache, Sie wissen, dass uns bloße Pauschalen nicht weit bringen. Wir müssen wieder in Einzelfällen abrechnen können.”

Im Sommer wollen SPD und Grüne mit einem „1000-Stellen-Programm” dem Erzieher-Notstand entgegen treten, zum Wohlwollen der vielen Betroffenen im Publikum. Die beklagten, dass Kibiz in Bezug auf das Gesetz über Tageseinrichtungen für Kinder (GTK) „ein Rückschritt sei. Und GTK war schon nicht gut”, erwartete eine Erzieherin konkrete Vorschläge zur Verbesserung.

Wolfgang Hahn kündigte bei der regen Diskussion an, die Leitung von Familienzentren künftig freizustellen, aus dem Betreuungsbetrieb rauszunehmen. Dafür erntete der Sozialdemokrat Applaus. „Die Belastung momentan zu groß ist”, erzählte eine Erzieherin. Außerdem sollen die Gruppen in Kindertageseinrichtungen verkleinert werden, das „Konkurrenzdenken” (Jörg) der Kommunen und ihre freie Beitragswahl zukünftig unterbunden werden.

Ein weiterer zentraler Punkt betrifft die Ausbildung: Angehende Erzieher sollen, so der Wunsch gleich dreier Besucherinnen, „lebensnaher und auf unsere heutigen Verhältnisse angepasst” ausgebildet werden”.

Für Karl Schultheis ist die Revision ohnehin überfällig: „Bildung fängt nicht erst in der Schule an, der Grundstein muss viel früher gelegt werden”, sagte der Aachener SPD-Landtagsabgeordnete. „Doch das geht nur, wenn auch die Qualität gewährleistet ist.”

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