KG Rott steht ohne große Garde und großes Mariechen da

„Warm-up-Biwak“ : KG Rott steht ohne große Garde und großes Mariechen da

„Warm-up-Biwak“ mit Rekordbeteiligung. Freude auf Jubiläumstanz. Wo bleibt Nachwuchs?

Biwak, das zehnte! Eigentlich wäre es schon das elfte, wenn da nicht 2015 eine Absage erfolgen musste, da es an teilnehmenden Vereinen mangelte. Diesmal, aus Anlass des großen Jubiläums 4 x 11 Jahre KG Elferrat Rott, war das jährliche Highlight als „Warm-up-Biwak“ für die kommenden Höhepunkte der Session 2018/19 gedacht.

Am Sonntag verlief im Saal Hütten der närrische Auftakt recht vielversprechend. Mariechen, Garden, Vereine, schmissige und gesetztere Musik, alles ging Schlag auf Schlag. Die Bühnenbretter bebten. Ein echter Test, um zu dokumentieren, wo die Jugend steht und was sie zu leisten im Stande ist. Zahlreiche närrische Vereinigungen gaben sich die Klinke in die Hand, alle brannten regelrecht darauf, tanzend die Session eröffnen zu können. Die Kostüme waren auf Hochglanz gebracht, gebügelt, gereinigt, die Garden und die Mariechen präsentierten sich von ihrer besten Seite.

Die Initiatorin und Ideengeberin des Biwaks, Maria Lauterbach, seit einigen Jahren als Trainerin für die KG Rott im Einsatz, sprach über die Veranstaltung, die Idee dazu und berechtigte Nachwuchssorgen. Ein Höhepunkt für sie war am Samstag die Reise nach Koblenz, wo sie mit Tanzmariechen Laura Kauper einen großen Auftritt bei den Deutschen Meisterschaften hatte.

Warum ein Biwak, was war der Grund? „Es wurde immer schwieriger, für unsere Jugendabteilung entsprechende Auftritte zu bekommen“, erklärt sie. Bis 2007 habe man ein Kinderfest abgehalten, es musste mal was Anderes her: 2008 gab es in Rott das erste Kinder- und Jugend-Biwak. Da gerade Kinder in den Abendstunden nicht mehr auftreten können, sei der Nachmittag genau richtig gewesen. „Und ich hatte im Hinterkopf, dass wir auch Gegenauftritte bei den Gastvereinen bekommen“, sagt Maria Lauterbach. Wichtig für die Jugend, um sich auch anderweitig tanzend zu präsentieren.

Bis so ein Biwak steht, hat die Trainerin eine Menge an Arbeit vor sich. Zwischen den Oster- und Sommerferien wird sie bereits tätig, vor den Herbstferien muss dann alles unter Dach und Fach sein. Freudig erzählt sie, dass man zum Jubiläum der KG einen eigenen „Jubiläumstanz“ mit allen Tänzerinnen hinlegen werde. Stolz ist Lauterbach auf das Kindertanzpaar Lena und Lukas, auf die Kindergarde und natürlich auf Laura, die neue Deutsche Meisterin, und die Jugendgarde.

Traurig stimmt sie, dass es keine große Garde in diesem Jahr mehr gibt („Die hat sich komplett abgemeldet“), und auch bei der Jugend mangele es an Tänzern und Tänzerinnen. „Wir können immer guten Nachwuchs gebrauchen“, sagt sie, auch ein „großes Mariechen“ steht der KG nicht mehr zur Verfügung.

Was reizt sie daran, jungen Mädchen und Kindern das Tanzen für Karnevalsveranstaltungen beizubringen?“ Maria Lauterbach: „Ich behaupte mal, ich habe das so im Blut. Mit Leib und Seele bei der Sache zu sein, das ist unbeschreiblich.“ Seit 1974 ist „et Marie us Stolbärsch“ dem Karneval verfallen. In Düren legte sie ihren ersten Tanz auf die Bühnenbretter. Es mache ihr viel Spaß, Kindern etwas beizubringen, die Entwicklung zu beobachten, was sie lernen und gelernt haben, und natürlich die Freude am Tanzen allgemein.

In diesem Jahr machten dem Jubelverein KG Elferrat Rott gleich neun Vereine das große Vergnügen, tanzend das Programm zu bereichern. Die 1. Großer Brander KG, die KG Wolleklös Mausbach, die KG Reiterkorps Aachen, die KG Mönsterböscher Jonge Stolberg, die KG Kupferstädter Kameraden Stolberg, die Erste Walheimer KG, der KV Fidele Freunde Aachen, die KG Prinzengilde Bergrath, Fidele Freunde Aachen. Und natürlich die Eigengewächse der KG Rott, die unter Leitung von Maria Lauterbach bestens auf diesen Tag vorbereitet worden waren. Gitta Schmacke notierte, organisierte, Präsident Patrick Jansen moderierte in gekonnter Weise. Er konnte aus dem Vollen schöpfen.

(der)