Entlassfeier an der Förderschule Nordeifel: Kein Abschluss ohne Anschluss – auch im Coronajahr

Entlassfeier an der Förderschule Nordeifel : Kein Abschluss ohne Anschluss – auch im Coronajahr

Kein Abschluss ohne Anschluss. Diese Losung charakterisiert seit Jahren die Förderschule Nordeifel und sagt nichts Anderes aus als die Tatsache, dass alle Schülerinnen und Schüler nach dem Ende ihrer Schulzeit in Eicherscheid genau wissen, wie es in ihrem Leben weitergeht. So auch in diesem Jahr. Trotz oder gerade wegen Corona.

„Willkommen zu dieser merkwürdigen Entlassfeier, der ungewöhnlichsten in der Geschichte dieser Schule“, begrüßte Schulleiter Robert Knauff die sieben Entlassschüler, ihre Eltern, Lehrer und Gäste. Normalerweise sei dieser Tag ein Freudentag, an dem die ganze Schulfamilie ihre Entlassschüler feiere und hochleben lasse, mit Gesang, Vorführungen und vielen Gästen, meinte Knauff und wirkte sichtlich geknickt, als er hinzufügte: „Das ist diesmal nicht möglich, und das gefällt mir gar nicht.“

Aus diesem Grunde lud der Schulleiter die Schüler und ihre Eltern schon jetzt zur Abschlussfeier 2021 ein, die hoffentlich wieder wie immer werde stattfinden können. „Dann holen wir das alles nach“, meinte Knauff, ehe er zu jedem der sieben jungen Männer – eine Entlassschülerin war diesmal nicht dabei – ein paar persönliche Worte sprach. Robert Knauff lobte Freundlichkeit, Humor und Ehrlichkeit, aber auch Zurückgezogenheit und Individualität als Eigenschaften der Schüler, die sich an der Förderschule zu „echten Typen entwickelt“ hätten, die nun ihren Weg weitergehen werden.

Entlassfeier in Coronazeiten: Schulleiter Robert Knauff (re.) und Günter Scheidt als Vertreter des Fördervereins übergaben Zeugnisse und Geschenke an die Abschlussschüler. Foto: Heiner Schepp

Von einer „besonderen Feier“ sprach auch Bürgermeister Karl-Heinz Hermanns, für den der Besuch in Eicherscheid an diesem Tage auch am Brückentag „der wichtigste Termin in meinem Kalender“ war. Hermanns wertete die Besonderheit dieser Entlassfeier aber „nicht im mindesten negativ, denn Euer Abschluss ist genauso so wichtig und wertvoll wie der Eurer vielen Vorgänger an dieser Schule hier“. Auch Hermanns hob hervor, dass „kein Abschluss ohne Anschluss“ ein Markenzeichen der Schule sei. Der Bürgermeister betonte aber auch, „dass es diesen Tag heute nicht gäbe, wenn nicht ganz viele Menschen vor zwei Jahren enorm für den Erhalt dieser Schule gekämpft hätten“. Damals war die Schule mit noch 18 Kindern aufgrund politischer Vorgaben buchstäblich ein Auslaufmodell, ehe ein Wechsel im Schulministerium und in der Schulpolitik auch der Förderschule Nordeifel neuen Aufwind verschafften. Wie richtig der Erhalt der Förderschulen war und ist, zeigt nicht zuletzt die Tatsache, dass aktuell 69 Mädchen und Jungen hier beste Bildung im Sinne der Inklusion erfahren, sondern die die Schülerzahl auch im kommenden Schuljahr weiter steigen wird.

Abschließend gratulierte Karl-Heinz Hermanns auch im Namen seiner drei Bürgermeisterkolleginnen und -kollegen sowie im Namen von Günter Scheidt, der der Feier gleich in Dreifachfunktion beiwohnte, nämlich als Ortsvorsteher, als stellvertretender Vorsitzender des Fördervereins sowie als Vorsitzender des Sonderschulverbandes der vier Nordeifelkommunen.

Telefonische Glückwünsche hatte indes auch „Hausmeister Manni“ (Scheidt) entsandt, der den Schülern in ihrer Schulzeit offenbar besonders ans Herz gewachsen ist. Bemerkenswerte und sehr persönliche Worte richtete Schülersprecher Jakob Mahr an seine scheidenden Mitschüler und alle anderen Gäste. Auch er sprach von einem „Schuljahr wie kein anderes“, das vom Homeschooling und für die Abschlussschüler vom Verzicht auf viele typische Abläufe – auch schöne wie Schulstreich oder gemeinsames Übernachten - gekennzeichnet gewesen sei. „Jetzt erwartet Euch das wahre Leben, und wir haben schon in der Coronazeit gelernt, Euch zu vermissen“, meinte Mahr, der schließlich den sieben Schülern für die gemeinsame Zeit und ihren Lehrern und allen Verantwortlichen der Schule für deren Begleitung dankte.

Zum Abschluss gab es dann immerhin noch die obligatorische Bilderschau mit den schönsten Momenten der letzten Schuljahre – begleitet von passender Musik: „Ich wünsch‘ Dir noch ein geiles Leben…!“