Lammersdorf: Karnevalsfreunde setzen neue Maßstäbe

Lammersdorf: Karnevalsfreunde setzen neue Maßstäbe

Großes Zelt, großes Programm und großes Kino. Vielleicht lässt sich so am besten die die über fünfstündige Jubiläumssitzung der Karnevalsfreunde Lammersdorf (KFL) zusammenfassen, die am Samstagabend im Festzelt auf dem Dorfplatz stattfand.

In einem Zelt, dass von Länge und Ausstattung neue Maßstäbe in der Eifel setzte, feierten die Laimischter Karnevalisten als ältester Verein der Region ihr 77-jähriges Bestehen auf tausend Quadratmeter Zeltfläche zusammen mit 800 staunenden und restlos begeisterten Gästen. In dem fünfzig Meter langen Zelt, in dem gut fünf Tonnen Musik- und Beschallungsanlage verbaut worden war, konnten auch die Gäste auf den hinteren Plätzen Dank einer von der Decke hängenden großen Leinwand das Geschehen auf der Bühne bestens mit verfolgen.

„Nicht kleckern, sondern klotzen”

Nach dem Motto „Nicht kleckern, sondern klotzen” bot der Verein ein fein abgestimmtes Programm in dem auch mit den Größen des Kölner Karnevals absolute Höhepunkte präsentiert wurden. Nachdem der Verein mit allen Garden einmarschiert war, brachte zunächst die „Broom-Binder-Band” mit „Smoke on the Water” Stimmung ins Zelt, und Präsident Thomas Mattheis begrüßte danach Publikum und Ehrengäste.

In ihren Grußworten zeigten sich Bürgermeister Karl-Heinz Hermanns und Schirmherrin Claudia Kaldenbach (Sparkasse) von der Zeltausstattung begeistert. Danach begann aber auch sofort das Programm, bei dem „Mr. Tomm” mit den Stimmen bekannter Stars die Eisbrecherfunktion übernahm. Der bekannte Sang- und Verwandlungskünstler brachte gekonnt Stars wie Karel Gott, Elvis, Joe Cocker und Tina Turner zu Gehör. Das Aushängeschild der Karnevalsfreunde, die Showtanzgruppe Dancefire, eroberte danach die Bühne und präsentierte ein Potpourri ihrer Tänze aus den vergangenen Jahren. Publikum und Präsident Matheis war sich nach dieser Darbietung einig, dass diese Truppe auf dieser Sitzung auftreten musste.

Brings ist der Publikumsrenner

Als absoluter Renner beim Publikum wirkte wie erwartet die kölsche Kult- und Rockband „Brings”, die eine Stunde aufspielte und das Publikum im wahrsten Sinne des Wortes von den Sitzen riss. Die Band in ihren karierten Hosen und Röcken um die Brüder Peter und Stephan Brings hatte innerhalb weniger Minuten das Zelt fest im Griff. Neben „Halleluja”, der „supergeilen Zick” oder dem Wunsch, noch mal zwanzig zu sein, spielten die Kölschrocker ihr gesamtes Repertoire mit Inbrunst und Leidenschaft, und im Zelt stand das Publikum geschlossen klatschend, singend und begeistert nahezu sechzig Minuten. Hörenswert der neue Hit von Brings „die Nacht ist nicht zum Schlafen da”.

Brillianter Plauderer

Wie erwartet ausgeschlafen, schlagfertig, pfiffig und nebenbei auch noch charmant, erschien dann der nächste Künstler auf der Bühne. Guido Cantz erwies sich einmal mehr als brillanter Plauderer, der sowohl als Schwiegermutters Liebling als auch scharfzüngiger Comedian beim Publikum ankommt. Er machte aus seiner Abneigung zu Halloween keinen Hehl, erinnerte sich an liebgewonnene Martinsbräuche und frotzelte über Christian Wulff, Philipp Rösler und Angela Merkel, die er als Lady Gaga der CDU bezeichnete.

Dann wurde es voll auf der Bühne. Das Traditionstanzkorps der Kölner „Höppemötzjer” erschien mit Mann und Maus, und starke Männer und hübsche Frauen brachten die Gäste im Zelt mit ihren teils akrobatischen Darbietungen zum Staunen. Ein Augenschmaus und für echte Karnevalsfreunde ein Genuss.

Für Marc Metzger, der zum Ärger des Vereins am Vortag kurzfristig wegen Krankheit abgesagt hatte, konnte der Verein auf die Schnelle gleichwertigen Ersatz finden. Mit Martin Schopps präsentierten die Bessemsbenger einen „Büttenredner” der jüngeren Generation, der sich zunächst einmal als Lehrer, Ehemann und FC-Köln-Fan outete. Seine Geschichten aus dem Schulalltag und zu Beziehungsproblemen brachte der Sohn des legendären „Rumpelstilzchens” gekonnt an den Mann.

Blasmusik im Gepäck

Gegen Mitternacht füllte sich die Bühne dann nochmals. Aus Köln waren die „Domstädter” nebst Pipe und Drums angereist, die mächtig viel Blasmusik im Gepäck hatten und im Zelt nochmals für reichlich Stimmung sorgten. Über die restlichen Jubiläumsfeierlichkeiten der Karnevalsfreunde berichten wir noch.

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