Kalterherberger Eltern befürchten eine Spaltung der Jahrgänge

Steigende Schülerzahl sorgt für Platzprobleme : Die Prognose lag kräftig daneben

Sechs Jahre nach der Schließung der Grundschulstandorte Imgenbroich und Kalterherberg zeigt sich, dass die Prognosen bezüglich des Rückgangs der Geburtenraten in Monschau nicht nur für 2019 um mehr als 25 Prozent daneben lagen – und die verbliebenen drei Grundschulstandorte nun ein Platzproblem bekommen.

Es klang schlüssig, als 2013 die Einschulungszahlen der nächsten sechs Jahre im Stadtgebiet Monschau auf dem Tisch lagen: Von 93 Erstklässlern für 13/14 werde die Zahl auf 87 (2014), auf 78 (2015) und schließlich als Tiefpunkt auf nur 65 Schulanfänger im gesamten Stadtgebiet Monschau 2016 zurückgehen. Die Prognosen orientierten sich damals rein an den vorliegenden Geburtenzahlen, die jedoch wieder zulegten. Hinzu kamen ab 2015 die seinerzeit noch nicht zu erwartende Zuwanderung, ein offenbar stärkerer Zuzug als angenommen und ein regelrechter Babyboom auch im Monschauer Land.

Die Raumkapazitäten aber wurden durch den Wegfall der Schulstandorte Imgenbroich und Kalterherberg „nur“ ein Nebenstandort. Das Grundschulgebäude in Konzen wurde zwar mit Blick auf die Zusammenlegung mit Imgenbroich wieder um die ausgelagerten Klassenräume erweitert, stößt mit aktuell 185 Kindern aber an seine Grenzen – auch in den kommenden Jahren. Dies gilt auch für die Grundschule Mützenich, wo sich aktuell die Frage stellt, ob man neben den Mützenicher Kindern auch künftig, wie bisher, die Kalterherberger Schulneulinge wird aufnehmen können. Diese Frage hatten besorgte Eltern bereits schriftlich an die Stadt Monschau formuliert und wurde nun auch in der Sitzung des Stadtrates thematisiert.

Großes Elterninteresse

Die Besucherplätze im Sitzungssaal waren deshalb bei der Ratssitzung diese Woche bis auf den letzten Stuhl besetzt. Viele Eltern von künftigen Grundschülern aus Kalterherberg waren gekommen, um Rat und Verwaltung von den Sorgen im Dorf zu berichten. Christian Ruf, der gemeinsam mit seiner Frau das besagte Schreiben an die Verwaltung aufgesetzt hatte, formulierte die Ängste der Eltern: Diese fürchten, dass Schüler aus Kalterherberg „künftig dazu genutzt werden, um die Klassen an den zwei Grundschulen in Mützenich und Höfen aufzufüllen“. Dadurch würden Kinder womöglich von Freunden oder Geschwistern getrennt.

Foto: grafik

Derzeit besuchen die meisten Schüler aus Kalterherberg die Grundschule in Mützenich, einige werden von ihren Eltern aber sogar nach Konzen gebracht. Gleichzeitig biete vor allem Höfen noch reichlich ungenutzte Kapazitäten, wussten auch die Eltern. Diese könnten, so Ruf, noch wichtig werden, wenn die Schülerzahlen im Stadtgebiet wie prognostiziert weiter ansteigen. So ergab die jüngste Schulentwicklungsplanung, dass in wenigen Jahren bereits mit rund 470 Monschauer Grundschülern zu rechnen sei.

„Elternwille zählt“

„Für uns zählt vorrangig der Elternwille“, bekräftigte Bürgermeisterin Margareta Ritter im Rat. Die Stadt wolle und werde niemandem vorschreiben, auf welche Schule die Kinder geschickt würden. Die CDU-Politikerin bot den betroffenen Eltern ein weiteres Gespräch an und beteuerte: „Wir wollen ihren Ort nicht aufgeben oder spalten.“ Aufgrund der steigenden Schülerzahlen werde die Stadt nochmals eine genaue Schulbedarfsplanung erstellen. Letztendlich entscheide allerdings die jeweilige Schulleitung, wer im Zweifelsfall noch angenommen werden könne und wer nicht. „Immerhin können wir schon sagen, dass aufgrund der steigenden Zahlen im Schuljahr 2022/23 in Mützenich eine Klasse mehr gebildet werden kann“, meinte Ritter und fügte hinzu: „Allerdings haben wir derzeit noch keinen Raum dafür.“