Monschau: Justizschule investiert in Modernisierung

Monschau: Justizschule investiert in Modernisierung

Zum ersten Mal in seiner Amtszeit besuchte Justizstaatssekretär Dirk Wedel (FDP) jetzt das Ausbildungszentrum der Justiz Nordrhein-Westfalen (AZJ) in Monschau. Und er war angetan von der „Ruhe in Monschau, der Abwechslung vor Ort und der attraktiven Nähe zu Belgien“.

Das AZJ — „die Justizschule“ — gehört zu den Aus- und Fortbildungseinrichtungen der Justiz des Landes Nordrhein-Westfalen. Am Standort Monschau werden Gerichtsvollzieher und Justizwachtmeister fachtheoretisch ausgebildet. „Das Besondere ist, dass wir länderübergreifend arbeiten“, sagt Dr. Benjamin Limbach, Leiter des AZJ.

Das heißt, man bildet Justizwachtmeister für Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz aus, Gerichtsvollzieher sogar, neben NRW, für sechs weitere Bundesländer — Baden-Württemberg, Brandenburg, Hamburg, Hessen, Rheinland-Pfalz und das Saarland. „Das ist auch ein großer Vertrauensbeweis, dass die anderen Bundesländer ihre Leute nach hier schicken“, sagt Wedel.

Gerade in den letzten Jahren habe man in der Justizverwaltung erhebliche altersbedingte Personalabgänge gehabt. Deswegen sei es umso wichtiger, ausreichend Nachwuchs zu gewinnen. Das sei in der Vergangenheit laut Norbert Coenen, Geschäftsleiter des AZJ, gelungen. „Wir haben eine Kapazität von 63 Betten“, sagt Limbach. „In den vergangenen Jahren hatten wir zu Spitzenzeiten rund 180 Auszubildende hier.“

Aber durch die Unterbringung in umliegenden Ferienwohnungen habe man das sehr gut meistern können. Davon profitiere auch die Stadt Monschau und der Tourismus. Aktuell befänden sich 68 Lehrgangsteilnehmerinnen und -teilnehmer in der Ausbildung. Staatssekretär Wedel zeigte sich „sehr dankbar, dass der große Ansturm an Auszubildenden hier so gut bewältigt wurde“.

Die Lehrkräfte arbeiten am AZJ nebenamtlich und stehen selbst mitten in Berufen der Justiz als Richter, Rechtspfleger, Gerichtsvollzieher und Justizwachtmeister. „Unsere Lehrkräfte kommen nicht nur aus Aachen, sondern zum Beispiel auch aus Köln und Bonn. Teilweise sind sie selbst seit Jahrzehnten in ihren Berufen tätig“, sagt Limbach.

Reformen der Ausbildungsgänge

Beim Treffen mit Staatssekretär Wedel waren auch die gerade erst eingeleiteten Reformen der fachtheoretischen Ausbildungsgänge Thema. Insbesondere gehe es dabei um neue Sicherheitstrainings, Deeskalation, Psychologie sowie europäisches und ausländisches Recht.

Derzeit wird das AZJ in Monschau bei laufendem Betrieb aufwendig renoviert. Etwa 250.000 Euro fließen laut Limbach aktuell in die Modernisierung. Um das Leben fernab der Heimat für die Auszubildenden angenehm zu machen, nimmt auch der Förderverein des AZJ viel Geld in die Hand — unter anderem gibt es Leihfahrräder, Grillplätze und Sportmöglichkeiten. „Eine attraktive Ausbildung ist wichtig. Und das wird hier gemacht“, sagt Wedel.