Rott/Roetgen: Jugendzeltplatz Rotterdell wird zum Kindergarten

Rott/Roetgen : Jugendzeltplatz Rotterdell wird zum Kindergarten

Der Waldkindergarten, der im Sommer in der Gemeinde Roetgen an den Start gehen soll, scheint einen Platz gefunden zu haben. Unterhalb von Rott auf dem Jugendzeltplatz Rotterdell sollen die Kindergartenkinder künftig toben und spielen können.

„Dieser Platz bietet ideale Bedingungen für unser Vorhaben. Er ist sehr waldnah und verkehrssicher. Außerdem liegen der Eifelsteig und der Vichtbach gleich vor der Tür“, sagt die Initiatorin des Waldkindergartens, Britta Munoz Espadina. Das Gelände sei so beschaffen, dass nichts mehr erschlossen werden müsse.

Auch die Grundvoraussetzungen wie sanitäre Anlagen und Stromanschlüsse seien dort bereits vorhanden. Das Gelände sei verkehrsgünstig gelegen und biete auch Parkplätze für die Eltern und der überdachte Pavillon sei bei schlechtem Wetter eine geeignete Ausweichmöglichkeit. Zudem sei nach Rücksprache mit dem BDKJ als Verwalter und der Pfarrgemeinde als Eigentümerin des Zeltplatzes eine Umgestaltung nach eigenen Wünschen möglich.

Britta Munoz Espadina denkt da zum Beispiel an Sandhügel und Gemüsebeete. Geplant sei aber auch noch eine Abgrenzung zum Bach. „Damit die Kinder nicht allein ins Wasser laufen“, sagt Munoz Espadina. Inzwischen wurde auch ein Sponsor für den Bauwagen gefunden, der als Unterschlupf dienen soll.

Positive Reaktionen

Monika Bergendahl, die Leiterin der BDKJ-Bildungsstätte in Rolleferberg, zu der auch der Zeltplatz Rotterdell gehört, ist sehr angetan von diesem Projekt. „Das ist eine super Geschichte“, sagt sie. Da der Zeltplatz sonst nur in den Ferien oder am Wochenende genutzt werde, gebe es keine Überschneidungen mit den Zeiten des Waldkindergartens.

Starten soll der Waldkindergarten am 1. August. Bisher sind zwölf Kinder angemeldet. Noch wartet die Initiatorin aber auf die Betriebserlaubnis durch das Landesjugendamt. Damit sei kurz vor dem Start zu rechnen, sagt Munoz Espadina.

Ein Vertreter des Landesjugendamts sei inzwischen vor Ort gewesen und stehe dem Ganzen positiv gegenüber, erklärt der Pressesprecher der Städteregion Aachen, Detlef Funken. Auch aus Sicht des Jugendamtes, der Bauverwaltung und dem Amt für Verbraucherschutz der Städteregion stehe dem Vorhaben grundsätzlich nichts im Wege, sagt Funken. Es müssten lediglich noch „Kleinigkeiten“ erledigt werden wie zum Beispiel die Optimierung der vorhandenen Sanitäranlagen.

Als zweite pädagogische Fachkraft wird neben Munoz Espadina am Anfang die 24-jährige Karin Simons aus Düren dabei sein. Sie hat an der TH Köln Pädagogik der Kindheit und Familienbildung studiert. Ihre Bachelor-Arbeit verfasste sie zum Thema „Tier und Natur“. „Die Ruhe und Faszination, die der Wald mit sich bringt, sind einfach Dinge, die mehr Wertschätzung erfahren sollten — gerade auch mit Blick auf die Erziehung von Kindern“, sagt sie. Naturschutz sei gerade in Zeiten des Klimawandels wichtig. „Und das lässt sich am besten durch das Erleben vermitteln“, sagt sie.

(ag)
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