Jürgen B. Hausmann mit Frühlingsspecial in der ausverkauften Tenne

Jürgen B. Hausmann in Eicherscheid : Ein heiterer Start in den Frühling

Der Frühling ist da, die Tage werden länger, und überall grünt es: Da ist auch Hobbygärtner Jürgen B. Hausmann nicht mehr weit. Der bekannte Kabarettist aus Alsdorf hat die Karnevalszeit abgehakt, und auch ihn drängt es jetzt mit seinem neuen Programm hinaus aufs Land.

Am Sonntagabend gastierte er auf Einladung der Vereinsgemeinschaft Eicherscheid mit seinem heiteren Frühlingsspecial „Frühling, Flanzen, Feiertare“ in der mit rund 300 Gästen ausverkauften Tenne.

In grüner Gärtnerschürze und mit Strohhut rundete er das im Kleingärtnerstil ausgestattete Bühnenbild ab. In Eicherscheid ist Jürgen Beckers, früher einmal Lehrer für Griechisch, Geschichte und Latein, längst ein alter Bekannter, und somit war das Eis auch gleich gebrochen – erst recht, wo der Winter ja nun vorüber ist. Zwischen Frühlingsgefühlen und Gartenarbeit war reichlich Platz für Beckers gekonnten Wortwitz, wobei er eigentlich ja nur den ganz normalen menschlichen Alltag feinsinnig beobachtet, und seine Erkenntnisse in pointierte Geschichten verpackt. Da blüht zwischendurch auch schon mal der gute alte Flachwitz auf, doch Beckers ist so nahe an seinem Publikum, dass er sich auf die Lacher verlassen kann.

Nicht fehlen bei den Frühlingsfreuden auf der grünen Spielwiese darf natürlich sein kongenialer Partner Harald Claßen am Keyboard, der seit nunmehr 20 Jahren den Kabarettisten begleitet und ihn musikalisch trägt. Die beiden sind ein perfekt eingespieltes Team, egal ob amüsante Liedeinlagen im Stile großer Arien oder zum Mitsingen intoniert werden.

Immer wieder lässt Beckers sein humoristisches Naturtalent aufblühen, wenn er mit kleinen, aber treffsicheren Spontan-Improvisationen sich selbst und auch seinen Bühnenkollegen zum Lachen bringt. Im Frühlingsspecial ging es um „et Gras, dr Rasen und de Heck“, und selbstverständlich ist der Nachbar immer der „Tuppes“. Das kennt der Eifeler wie kein Zweiter, wie auch die vielen anderen Geschichten mit einer enorm hohen Selbsterkenntnisquote. Beckers spricht ganz selbstverständlich und ohne Unterbrechung über die menschlichen Schwächen, die uns allen innewohnen. Das macht ihn sympathisch, erfolgreich und unverwechselbar. Wer teilt nicht die Erinnerungen des Geschichtenerzählers an die Kindheit, wenn man in zu engen Schuhen zum Sonntagsspaziergang genötigt wurde, oder beim Kaffeetrinken ein Fleck auf der weißen Tischdecke „einer nationalen Katastrophe“ gleichkam?

Im zweiten Programmteil, der stimmungsvoll mit dem Schneewalzer startete, ging es dann um die „Feiertare“ im Frühling. – von Ostern („Dat fällt dieses Jahr spät“) über das Maibaumsetzen bis zum Muttertag. Ein Wortwitz jagte den nächsten, und das blaue Band des Frühlings, das durch die Eicherscheider Lüfte flatterte, hatte die Zuschauer bis auf den letzten Platz mitgerissen. Nach der Abschiedshymne „Ich lieb' Eicherscheid im Frühling“ und einen Zugabe wurde der volksnahe Vortragskünstler mit Riesenapplaus wieder in den Nordkreis verabschiedet, der seinerseits noch ganz korrekt „Alles Gute und Frohe Ostern“ wünschte.

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