Mützenich: Josefskapellchen wieder fein herausgeputzt

Mützenich: Josefskapellchen wieder fein herausgeputzt

„Am Abend des 19. März 1968, dem Josefstag, ist das nach längerer Bauzeit fertig gestellte Josefskapellchen eingeweiht und die erste von der Musikvereinigung begleitete Andacht gefeiert worden. Pastor Heinrich Scheidt erzählte nach einem Eröffnungslied den anwesenden Gläubigen einiges aus der Geschichte der Kapelle.”

Dieses Zitat ist in der Historie des Mützenicher Josefskapellchen, das im oberen Bereich der Straße „Im Steindrich” steht, niedergeschrieben.

Diese Begebenheit läutet sozusagen die Neuzeit der Kapelle und deren Standort ein, wobei die Geschichte bis in die Anfänge des 19. Jahrhunderts reicht, was auf der Internetseite josefskapellchen.de durch die heutigen Besitzer Thomas und Angela Steffens liebevoll und detailliert dargestellt ist.

Schon im Jahre 1815 war eine Kapelle erbaut worden, die im Volksmund „Derichs Kapelle” genannt wurde. Zum Namen „Josefs Kapelle” kam es durch den damaligen Pfarrer von Mützenich, Hermann-Josef Füting, der Anfang der 1940er-Jahre beschloss, die Kapelle im Sinne eines Gelübdes umzubenennen.

Am Weihnachtsfest 1938 weihte er während der Festmesse in der Pfarrkirche eine neue Statue, die den heiligen Josef als Arbeiter darstellt.

In der Predigt leistete er mit der Gemeinde dieses Gelübde: „Heiliger Josef, wenn du uns eine größere Kirche baust, dann bauen wir dir eine besondere Kapelle.”

Starker Verfall

Der bauliche Verfall setzte der Kapelle in den Nachkriegsjahren stark zu, und nachdem die Erweiterung der Mützenicher Pfarrkirche (1954/1955) längst abgeschlossen war, löste man das Gelübde von 1938 ein und beschloss, eine neue Josefs-Kapelle zu errichten, die dann wie oben erwähnt 1968 eingeweiht wurde.

Die heutigen Grundstückseigentümer Thomas und Angela Steffens erwarben den Besitz am 4. November 2004 von den Nachkommen der Familie August Steffens (Ochsenweide).

Das raue Eifelklima hatte der Kapelle abermals zugesetzt; es gab Baumängel in fast allen Bereichen. Von den Fundamenten über Mauerwerk bis zum Dach deuteten Wassereinbrüche und heraus gesprengte Fugen einiges an Arbeit an.

„Auf den ersten Blick sah alles gar nicht so schlimm aus”, weiß Tom Steffens zu berichten, „doch von Meter zu Meter wurde es schwerwiegender.”

Und so standen aufwändige Sanierungen und Ergänzungen der Bereiche Mauerwerk und -abdeckung, Drainagenverlegung, Dach und fehlende Regenrinne, Treppenaufgang inklusive Geländer, fehlende Beleuchtungseinrichtung und Verbesserung der Außengestaltung (Bänke und Blumenkübel) an. Doch wie dies alles bewältigen?

Viele freiwillige Helfer


Tom und Angela Steffens fanden schnell tatkräftige Unterstützung. Winfried Jansen gab sich an die Instandsetzung des Mauerwerks, woraus mehr als 100 freiwillig geleistete Stunden wurden. Die Energie Winfried Jansens war Auslöser und Motivation, die Renovierung der Kapelle voranzutreiben.

Schließlich fanden sich viele ehrenamtlich helfende Hände, Geräte, Maschinen und Material wurden zur Verfügung gestellt, und seitdem Kerzen in der Kapelle bereitgestellt sind, kann der Opferstock regelmäßig Spenden verzeichnen. Mit diesen Geldern, die stets dem Kapellenkonto zufließen, konnte viel erreicht werden.

Aus diesem Anlass gaben Tom und Angela nun jüngst ein Kapellenfest, das ein großes Dankeschön an alle Helfer, Spender, Freunde und Nachbarn sein sollte. Das Dankeschön der beiden kam bestens an, viele waren der Einladung gefolgt und plauderten bei Kulinarischem und herrlichem Sommerwetter über die wunderbar hergerichtete Kapelle und deren sicherlich bewegende Geschichte.

Mängel beseitigt

„Obwohl die wichtigsten Mängel beseitigt sind, wird es auch in Zukunft noch viele weitere Aufgaben geben, den Erhalt der Kapelle sicher zu stellen”, ließ Tom Steffens wissen. So sei u.a. die Erneuerung des Sockels vor dem Eingang in naher Zukunft notwendig. Doch wenn der gute Besuch und die vielen leuchtenden Kerzen in der Kapelle nicht nachlassen, würde man auch die kommenden Aufgaben problemlos mit den helfenden Freunden der Kapelle und den Spenden des Opferstockes bewältigen können.