Simmerath: Jobcenter: Wichtige Arbeit in angenehmer Atmosphäre

Simmerath : Jobcenter: Wichtige Arbeit in angenehmer Atmosphäre

„Wir helfen hier Menschen in schwierigen Lebenslagen. Für diese wichtige Arbeit wollten wir eine Atmosphäre der Wertschätzung schaffen — für die Besucher wie auch für unsere Mitarbeiter. Und ich denke, das ist uns gemeinsam gelungen.“

Dies stellte Stefan Graaf, Geschäftsführer des Jobcenters Städteregion Aachen, fest, als am Donnerstag die neue Geschäftsstelle Südkreis/Eifel des Jobcenters in Simmerath eröffnet wurde. Nur wenige hundert Meter entfernt von der bisherigen Geschäftsstelle im Gebäude der Polizei, ist an der Hauptstraße 95/Ecke Friedhofsweg ein Neubau entstanden, der allen Anforderungen einer modernen Anlauf- und Servicestelle gerecht wird.

Das Jobcenter bezieht die neuen Räume in Simmerath als Mieter; private Bauherren waren und Besitzer sind die Brüder Urs und Beat Kaulard, die der Eröffnung ebenfalls beiwohnten und den ausführenden Firmen, dem Architekten wie den Verantwortlichen des Jobcenters für die pünktliche Fertigstellung dankten: „Ich bin hier die letzten Monate jeden Sonntag vorbeigefahren und habe das schöne Gebäude quasi wachsen sehen“, sagte Beat Kaulard, und sein älterer Bruder fügte hinzu: „Wir beide haben dabei aus der zweiten Reihe zugesehen und mussten nur ab und zu etwas entscheiden.“

Offensichtlich wurden dabei viele Dinge richtig entschieden, denn Stefan Graaf sprach von einem Umzug in die Zukunft der Vermittlungsstelle: „Hier wurde das Jobcenter 3.0 geschaffen — mit ansprechenden Wartebereichen, einer Kinderspielecke, einem Monitorsystem mit Stellenangeboten, Informationen und Info-Filmen sowie Schulungsräumen für Veranstaltungen vor Ort.“

Graaf erinnerte an das Jahr 2005, als die Arge, wie man damals noch hieß, in den drei Eifelrathäusern mit einem kleinen Häufchen Mitarbeiter vor sich hin gearbeitet habe. „Die Hartz-Reform hat uns dann zusammengebracht, und seither arbeiteten wir unter einem Dach mit der Polizei, natürlich nur räumlich gesehen“, so Graaf. Dabei habe man über die Jahre immer nach einer besseren räumlichen Lösung gesucht, blickte der Geschäftsführer zurück. Diese sei mit dem Umzug in das neue Gebäude und der Steigerung von 330 auf 473 Quadratmeter nicht nur größenmäßig gelungen.

Harmonische Bauphase

Simmeraths Bürgermeister Karl-Heinz Hermanns sprach von einem „guten Tag für Simmerath und die Jobsuchenden in der Nordeifel“. Er habe auf dem täglichen Weg zur Arbeit häufig wartende Menschen vor dem alten Gebäude des Jobcenters stehen gesehen, was für ihn „eine gewisse Brandmarkung und nicht mehr zeitgemäß“ gewesen sei. Umso positiver sei es, „dass die rührige Familie Kaulard, die schon sehr viel Positives in unserer Region bewegt hat“, nun dieses Gebäude in der Nähe des Simmerather Bushofes geschaffen habe.

Hans Josef Pfeifer aus Roetgen, der Architekt des Neubaus, blickte auf eine sehr harmonische Bauphase zurück, in der alle Beteiligten immer an einem Strang gezogen hätten — „und zwar am gleichen Ende“, so der Planer. Die Aufgabe für ihn sei gewesen, eine optimale Umgebung für die Arbeit des Jobcenters zu schaffen und sich mit dem Gebäude gleichzeitig der Wohnumgebung anzupassen.

Hans Peter Pfeifer ist besonders stolz auf die Zukunftsausrichtung des modernen Baus — mit großer Photovoltaik-Anlage, einer E-Ladestation für Autos und Fahrräder, Winter- wie Sommerwärmeschutz und einem begrünten Dach. Auch die Barrierefreiheit im Erdgeschoss unterscheide das neue Jobcenter vom bisherigen Standort.

Stefan Graaf begrüßte die neue Wohlfühl- und Wertschätzungsatmosphäre besonders auch für seine Mitarbeiter, „die den Menschen hier in der Eifel bei der Existenzsicherung helfen“ würden. Der Begriff Hartz IV, so Graaf, sei in Deutschland leider negativ besetzt, doch von Menschen aus anderen Ländern bekomme man immer wieder zu hören: „Das ist eine positive Errungenschaft, auf die Deutschland eigentlich stolz sein müsste.“

(hes)