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Roetgen: Jahreshauptversammlung: Roetgens Wehr rückt alle fünf Tage aus

Roetgen : Jahreshauptversammlung: Roetgens Wehr rückt alle fünf Tage aus

Mit zahlreichen Berichten, Beförderungen und Ernennungen sowie einer Ehrung zog die Freiwillige Feuerwehr Roetgen auf ihrer gut besuchten Jahreshauptversammlung eine ausführliche Bilanz des vergangenen Jahres.

Im Sitzungssaal des Rathauses begrüßte Bürgermeister Jorma Klauss dazu neben den Blauröcken aus der aktiven Wehr, der Jugendfeuerwehr sowie der Alters- und Ehrenabteilung den Wehrführer Joachim Wynands, seine Stellvertreter Frank Peters und Frank Lenzen sowie Kreisbrandmeister Bernd Hollands. Der Verwaltungschef sprach allen Mitgliedern im Namen der Bevölkerung Dank und Anerkennung für das große ehrenamtliche Engagement aus. Als Bürgermeister sei er froh, „mit einer solchen Feuerwehr gesegnet zu sein“, betonte er und hob die von gegenseitigem Vertrauen geprägte, gute Zusammenarbeit hervor.

Das Jahr 2017 sei eher von personellen und organisatorischen Änderungen geprägt gewesen als von spektakulären Einsätzen, begann Wehrführer Joachim Wynands seinen Rückblick. Da Joachim Grefen für eine zweite Amtszeit als stellvertretender Wehrführer nicht mehr zur Verfügung stand, wurden Frank Peters und Frank Lenzen neue stellvertretende Wehrführer. Der Löschzug Roetgen wird jetzt geleitet von Stephan Schatz sowie von Stefan Heck und Andreas Schatz als Stellvertreter. Die Löschgruppenführung in Rott übernahm Andreas Bortot. Stellvertreter blieb Gert Schmitt.

2018 schon mehr Sturmeinsätze

Die neue „Verordnung über das Ehrenamt in der Feuerwehr“ brachte zahlreiche neue Richtlinien und Verordnungen mit sich. „Der Verwaltungsaufwand wird dadurch nicht gerade geringer“, klagte der Wehrführer.

Im Jahr 2017 mussten die Feuerwehren in Roetgen und Rott zu 72 Einsätzen ausrücken, blickte der Wehrführer zurück. Im Vergleich zu den jeweils rund 100 Einsätzen in den vergangenen Jahren sei es damit ein eher ruhiges Jahr gewesen. Immerhin bedeute aber auch dies im Schnitt alle fünf Tage eine Alarmierung. Unter anderem gab es 18 Brandeinsätze und 46 Technische Hilfeleistungen, darunter neun Verkehrsunfälle und zwölf Ölspureinsätze. Die 2017 insgesamt verzeichneten zwölf Einsätze bei Wasser- und Sturmschäden seien in Januar 2018 schon übertroffen worden, merkte Wynands an. Die sechs Fehlalarme seien alle auf Brandmeldeanlagen zurückzuführen, es habe erfreulicherweise keine Blinden oder Böswilligen Alarme gegeben.

Insgesamt wurden bei Einsätzen 1619 Dienststunden abgeleistet, 812 weniger als im Jahr zuvor. Unter „sonstigen Dienststunden“ fielen insbesondere die Übungen und Schulungen mit 3045 Stunden sowie die überörtliche Ausbildung mit 1672 Stunden ins Gewicht. Weitere 2125 Stunden wurden für Übungsfahrten und Arbeiten wie Hydrantenwartung etc. aufgewendet. Auch Wartung und Unterhaltung von Fahrzeugen, Gerät und Unterkünften schlugen mit fast 1000 Stunden zu Buche. Insgesamt summierten sich die Dienststunden einschließlich Dienstbesprechungen, Betreuung der Jugendfeuerwehr, Brandschutzerziehung oder Öffentlichkeitsarbeit auf 11 928. Das bedeute, übertragen auf einen achtstündigen Berufsalltag, 1491 Arbeitstage, hatte der Wehrführer ausgerechnet.

In 2018 beginnen die notwendigen Umbauarbeiten im Gerätehaus Rott, blickte Joachim Wynands in die Zukunft. Im Frühjahr 2019 sei die Auslieferung eines neuen Hilfeleistungslöschgruppenfahrzeugs (HLF) zu erwarten, das speziell auf die Bedürfnisse vor Ort abgestimmt ist. Für 2020 sei ein Ersatz des Mannschaftstransportfahrzeugs (MTF) bereits im Haushalt der Gemeinde eingeplant.

Dass der Rat bei der Anschaffung des HLF den Argumenten der Feuerwehr gefolgt sei und sich nicht für ein Standardfahrzeug, sondern für den deutlich geeigneteren, weil individuell geplanten, aber deshalb auch rund zehn Prozent teureren Wagen entschieden habe, sei keineswegs selbstverständlich, würdigte der Wehrführer dankend die konstruktive Zusammenarbeit und die Unterstützung durch Bürgermeister Jorma Klaus sowie von Rat und Verwaltung.

Tagesverfügbarkeit verbessert

Seit 2015 habe sich die Tagesverfügbarkeit der Feuerwehr deutlich verbessert, zog Joachim Wynands eine weitere positive Bilanz. Es konnten zahlreiche neue Mitglieder gewonnen werden, darunter viele aus den Reihen der Verwaltung und des Bauhofes.

Insgesamt betrage der Mitgliederstand 127 Mitglieder und habe sich damit um zwei Kameraden verringert, teilte der stellvertretende Wehrführer Frank Peters mit. Bei den Aktiven standen jedoch den vier Austritten auch vier Neuaufnahmen gegenüber. Am Standort Roetgen versehen 61 Aktive ihren Dienst, 33 sind es in Rott. 15 Jungen und Mädchen werden in der Jugendfeuerwehr betreut und 18 Mitglieder gehören der Alters- und Ehrenabteilung an.

Nachwuchs und Ehrenabteilung

Über die Arbeit in der Jugendfeuerwehr, in der Alters- und Ehrenabteilung sowie in der Brandschutzerziehung berichtete der stellvertretende Wehrführer Frank Lenzen. Mit Miguel Ruiz Garcia konnte ein neuer Leiter der Jugendfeuerwehr gewonnen werden, nachdem Maurin Römer dieses Amt aus beruflichen Gründen aufgeben musste. Zwei junge, gut ausgebildete Mitglieder konnten an die aktive Wehr überstellt werden.

Nach seinem Ausscheiden als stellvertretender Wehrführer hatte es sich Joachim Grefen zur Aufgabe gemacht, den von den Aktiven schon lange gewünschten Förderverein für die Feuerwehr auf den Weg zu bringen. Im September 2017 waren die umfangreichen Regularien abgeschlossen. Jetzt bietet sich auch interessierten Bürgern die Möglichkeit, durch eine Mitgliedschaft oder Spende „ihre“ Feuerwehr zu unterstützen. Dabei sei es nicht die Absicht, die gesetzlichen Aufgaben der Kommune zu reduzieren, sondern es gehe um eine ideelle und materielle Unterstützung, betonte Grefen.

Die hohe Ausbildungsbereitschaft der Roetgener Aktiven spiegelte sich in zahlreichen Beförderungen wider. Als Feuerwehrfrauanwärterin wurde Nathalie Schütt aufgenommen. Zu Feuerwehrmännern wurden Luca Neuefeind und Tobias Kraus befördert. Unterbrandmeister sind jetzt Tom Bartos, Andreas Hübner, Stefan Lenzen, Franz-Josef Linzenich, Yannick Melms, Pascal Schwanebeck, Nico Theißen, Sascha Wegner und Marco Wolter. Frisch vom Lehrgang kommend, konnte Stefan Heck seine Beförderung zum Brandoberinspektor entgegennehmen. Christian Kühnel wurde für seine Verdienste mit der silbernen Ehrennadel des Kreisfeuerwehrverbandes ausgezeichnet.

Ernennungsurkunden erhielten Miguel Ruiz Garcia als Gemeindejugendfeuerwehrwart und Chrisian Blau als Feuerwehrarzt.

Kleinste Einheit zukunftssicher

In einem Grußwort verteilte Kreisbrandmeister Hollands viel Lob sowohl für die Feuerwehr als auch für die Gemeinde. Numerisch stellten die Roetgener zwar die kleinste Einheit in seinem Zuständigkeitsbereich, sie zeige sich jedoch zukunftssicher aufgestellt durch eine kontinuierliche Personalpolitik mit Weitblick sowie eine vorausschauende Investitionsplanung, auf die sich die Politik rechtzeitig einstellen könne. Dabei sei es nicht selbstverständlich, dass eine Kommune ihren Verpflichtungen so verantwortungsvoll nachkomme.