Nordeifel: Jäger warnen vor Liebesgeflüster in Feld und Wald

Nordeifel: Jäger warnen vor Liebesgeflüster in Feld und Wald

„Er sucht Sie; sportlich, schlank, braune Augen.” Es herrscht Brunftzeit in unseren Wäldern. Das Rehwild verhält sich in seinem Liebestaumel oft unberechenbar. Urplötzlich tritt es aus dem Wald und quert auch tagsüber vermehrt die Straße. Darauf weist der Deutsche Jagdschutz-Verband (DJV) hin.

„Der Paarungswille macht die Tiere blind vor Liebe”, erklärt DJV-Präsident Jochen Borchert. Ist der Rehbock auf Brautschau, treibt er seine Angebetete oft kilometerweit durch Feld und Wald. Je mehr Rehböcke im Revier sind und je heißer die Tage, desto intensiver das sehr sportliche Vorspiel. Das sonst so scheue Rehwild verliert in der Paarungszeit viel von seiner natürlichen Scheu.

Dadurch kommt es vermehrt zu Konflikten zwischen Mensch und Tier. Über 230.000 Kilometer Straße zerschneiden die Landschaft. Täglich gehen weitere 110 Hektar für Straßen und Siedlungen verloren. Das entspricht 175 Fußballfeldern. Die Zahl der zugelassenen Fahrzeuge hat sich seit 1970 verdreifacht und die mittlere Verkehrsdichte verdoppelt: Auf 50.000 Fahrzeuge pro 24 Stunden.

Im Jagdjahr 2007/2008 starben durch Verkehrsunfälle laut DJV über 200.000 Rehe, über 23.000 Wildschweine, fast 4000 Damhirsche und über 2300 Rothirsche. Das sind über ein Viertel mehr Kollisionen als vor zehn Jahren. Überdies verzeichnete das Statistische Bundesamt für das Jahr 2008 rund 2600 Unfälle mit Personenschäden. 27 Mal endete der Wildunfall für den Menschen tödlich.

Das Rehwild ist die häufigste Wildart in Deutschland. „Das weibliche Reh, die Ricke, ist die Frau vom Rehbock und nicht, wie vielfach angenommen wird, die Frau vom Hirschen”, so DJV-Präsident Borchert weiter. Als eigenständige Art gehört das Reh zu den Trughirschen und ist mit dem Elch näher verwandt als mit dem Rothirsch.

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