Monschau: Indische Schwestern des Ordens der Holy Family feiern 40. Jubiläum

Monschau: Indische Schwestern des Ordens der Holy Family feiern 40. Jubiläum

Sie sind ein Segen für ganz Monschau, ihr Dienst ist beispielhaft und vorbildliche Nächstenliebe an alten und kranken Menschen. In diesen Tagen feiern die Schwestern der Holy Family ein Jubiläum: Seit 40 Jahren leben und wirken sie im Monschauer Seniorenzentrum Maria-Hilf-Stift.

Das Altenheim auf dem Schloß in Monschau ist heute das Zuhause für rund 100 Senioren; und so manche von ihnen sind schon seit Jahren ans Bett gefesselt. Dass sie, wie auch die dementen Menschen, ihre Würde behalten, dass auch sie Liebe und Zuwendungen erfahren, dafür sorgen die Schwestern mit ihrem aufopferungsvollen Dienst.

Die 14 Ordensschwestern aus Kerala in Südindien werden von rund 95 Mitarbeitern des Stiftes unterstützt, die sich darum kümmern, dass die individuellen Bedürfnisse der Bewohner in hohem Maße berücksichtigt werden.

Zu den etwa 95 Bediensteten von der Buchhaltung bis zur Nachtwache, vom Koch und Küchenpersonal bis zum Hausmeister kommen noch gut ein Dutzend Mitarbeiter, die sich ehrenamtlich in die Freizeitgestaltung und Kontaktpflege der Senioren untereinander einbringen, ebenso auch Mädchen der St. Ursula-Schule.

Mit ihrer großen Liebenswürdigkeit, ihrer demütigen Geduld und unerschöpflichen Freundlichkeit sind die Schwestern der „gute Geist des Hauses.“ Dechant Caspar Seeger, langjähriger Pfarrer in Monschau und tatkräftiger Förderer der Schwestern, hat das Wirken der Schwestern einmal so gewürdigt: „In den Schwestern aus Indien werden die Spuren Gottes sichtbar, sie sind eine Hoffnung in den bedrängten Welt, sie helfen mit, das Angesicht der Erde zu erneuern.“

Am 8. Februar 1973 zogen die ersten Schwestern ins Altenheim ein. Die ersten Schwestern waren: Lillien, Petrina, Annie John und Mageena. Sechs Monate später kam dann Schwester Mariola, die auch die erste Oberin war — bis 1984, dann wurde sie von Schwester Mary Clare abgelöst. Von April 1984 bis zum 26. Oktober 1991 war Schwester Mary Jane die Oberin. Dritte Oberin war Schwester Jane Mary, die später von Schwester Smitha abgelöst wurde. Seit 2001 ist Schwester Daisy Maria die Oberin.

Wie aber kamen die Schwestern aus Kerala in Südindien nach Monschau in die Eifel? Das Maria Hilf-Stift wurde im Jahr 1857 als Hospitalstiftung in der Burg Monschau gegründet. Es diente unter anderem als Senioreneinrichtung, Waisenhaus, Müttergenesungswerk und bis in die 60iger Jahre als Krankenhaus. In den Jahren 1969 bis 1973 wurde das Krankenhaus zu einem Seniorenzentrum umgebaut. Betreut wurden Hospital und Altenheim von Franziskanerinnen, die aber wegen Nachwuchsmangel und Überalterung Monschau aufgaben und verließen.

Auf der Suche nach Ordensschwestern, die den Dienst in Monschau übernehmen wollten, wurde Dechant Caspar Seeger (1925-2006), von 1965 bis 2004 Pfarrer in Monschau) dann in Köln fündig: Dort begegnete er Schwester Aquila vom indischen Orden Holy Family, die dort Medizin studierte und auch promovierte. Nach eingehenden Gesprächen schaffte Dechant Seeger es, den Orden der Holy Family (gegründet 1914, derzeit rund 1900 Schwestern) für Monschau zu gewinnen.

Zunächst halfen die Ursulinen-Schwestern aus der Pfarre sowie Frauen der Caritas den Inderinnen, sich in Monschau zu orientieren und Fuß zu fassen. Bis 1994 waren es sieben Schwestern, derzeit gehören der Ordensgemeinschaft in Monschau 19 Schwestern an, davon absolvieren vier eine Ausbildung als Krankenpflegerin, eine Schwester studiert im belgischen Leuven Theologie.

Die dienstälteste Schwester ist derzeit Schwester Anita, die 1976 nach Monschau gekommen ist; 1991 kehrte sie nach Indien zurück, um dann abermals (im Jahr 2000) nach Monschau zu kommen. Insgesamt waren es bisher 52 verschiedene Schwestern, die seit 1973 in Monschau lebten und arbeiteten.

Aller Anfang ist schwer: So müssen die jungen Schwestern, wenn sie aus Indien nach Deutschland kommen, erst einmal die deutsche Sprache und eine Ausbildung als Krankenpflegerinnen erlernen. Am Ende der Ausbildung steht dann das deutsche Examen.

Oberin ist seit 2001 Schwester Daisy Maria, die im Jahr 1982 nach Monschau kam. Nach nunmehr 31 Jahren wird sie zum Jahresende Monschau verlassen und in ihre indische Heimat zurückkehren. Nachfolgerin wird Schwester Anjana, die bereits seit 14 Jahren in Deutschland ist.

Die Schwestern aus dem fernen Indien fühlen sich in Monschau gut „angenommen und aufgenommen“, versichert Schwester Oberin Daisy Maria. Ein Problem für die Schwestern aus dem warmen Südindien ist jedoch hin und wieder der harte Eifelwinter; daher lautet ihre Devise: Wenn es draußen kalt ist und schneit, dann muss man die Sonne im Herzen haben.

(rpa)
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