Roetgen: In Roetgen blüht, summt und brummt es

Roetgen : In Roetgen blüht, summt und brummt es

Weniger Beton und Pestizide, dafür mehr Grün — das Insektensterben ist derzeit in aller Munde. Um „ein kleines bisschen die Welt zu verbessern“, wie Bürgermeister Jorma Klauss (SPD) sagt, ist deswegen vor dem Rathaus ein insektenfreundliches Blumenbeet entstanden.

„Neben einheimischen Wildstauden finden sich in dem Beet auch andere Magnete für Schmetterlinge und Instekten“, sagt Christa Heners (Grüne). „Die Ansprüche der Tiere in sind ganz unterschiedlich. Deswegen haben wir darauf geachtet, dass hier viele verschiedene Blütenformen vorkommen. Wir haben versucht, eine gute Mischung aus Wildstauden zu finden und sind gespannt, wie sich das Beet entwickeln wird. So eine Staudenpflanzung braucht auch immer ein bisschen Zeit“, erklärt sie.

Zusammen mit Kunsttherapeutin Monika von Bernuth hat Christa Heners die Initiative „Roetgen summt und brummt“ im Frühjahr ins Leben gerufen. Weil auch Klauss die Initiative persönlich unterstützt, habe man als Gemeinde den ersten Schritt gemacht und das Rondell vor dem Rathaus umgestaltet. „So werden alle Rathausbesucher mit einer dauerhaften, insektenfreundlichen Bepflanzung begrüßt“, sagt Klauss.

„Roetgen summt und brummt“ möchte auf vielfältige Art und Weise möglichst viele Menschen dazu animieren, sich mit dem Thema Insekten zu beschäftigen und Maßnahmen zum Schutz der Insekten zu ergreifen. Sie soll sich an alle Einwohner, Geschäftsleute, Vereine und Gruppen, Verwaltung, Schulen und Kitas — ganz nach dem Motto „Jeder kann etwas für bedrohte Insekten tun!“

Von Bernuth möchte das Thema auch über künstlerische Projekte und Aktionen transportieren. Dabei liegen ihr vor allem die Kinder am Herzen. „Mir ist wichtig, dass auch Kinder verstehen, wie wichtig das Thema ist und dass auch sie etwas für die Lebenserhaltung der kleinsten Lebeweisen beitragen können“, sagt Von Bernuth. In der Schule hätten die Kinder auch schon Nisthilfen gebastelt. „Und für alle, die bei ‚Roetgen summt und brummt‘ mitmachen wollen, haben wir einen Blumenstecker kreiert, den sie vor ihrem Haus oder Laden anbringen können um zu zeigen, dass sie dabei sind. Der Stecker trägt auf der einen Seite eine Blume und auf der anderen Seite das Drummellogo unserer Initiative“, erklärt von Bernuth.

Das Drummellogo, ein Wortspiel aus Drache und Hummel, zeigt den Drachen, als Symbol für die Bewohner Roetgens, zusammen mit einer Hummelkönigin, die stellvertretend für die Insekten steht. Und genau das Logo steht jetzt auch als handgefertigtes Schild im Rathausbeet. Entworfen hat das Logo von Bernuths Tochter Helene zusammen mit ihrer Cousine.

Neue Chance für Lebewesen

Christa Heners, die sich auch beim Naturgarten e.V. engagiert, betrachtet das Thema vor allem aus naturschutzfachlicher und gärtnerischer Sicht und widmet sich schwerpunktmäßig den praktischen Aspekten. „Es ist wichtig, dass das, was an unbebauter Fläche im Ort noch vorhanden ist, nicht gnadenlos zugepflastert oder in versteinerte Gärten umgewandelt wird, sondern dass Pflanzen und Tiere hier eine neue Chance bekommen, den Ort zu beleben und damit unser aller Lebensqualität zu verbessern“, sagt Heners.

Das Wildstaudenbeet vor dem Rathaus ist aber erst ein erster Schritt der Gemeinde in Richtung „Roetgen summt und brummt“. „Das wird ein Prozess sein, der sich entwickeln wird. Wir müssen ja auch schauen, dass unsere Maßnahmen bei der Bevölkerung ankommen“, sagt Klauss. Man müsse auch erklären, warum man manche Flächen zukünftig nicht mehr so häufig mähe, damit dort zum Beispiel Wildblumen blühen könnten. Aber die Akzeptanz sei erfahrungsgemäß sehr groß.

Bald soll ein großes Wildbienenhotel vor der Schule entstehen, für das die Kinder Nisthilfen basteln könnten.

Es sollen weitere Standorte gefunden werden, die sich für das Anlegen von Wildblumenwiesen eignen. Auch eine Fortbildung der zuständigen Mitarbeiter der Verwaltung und des Bauhofs ist angedacht. Weitere Aktivitäten sollen von der Initiative angestoßen werden.