1. Lokales
  2. Eifel

Fazit der Eifeler Tischtennisvereine: In dieser Saison ist alles anders

Fazit der Eifeler Tischtennisvereine : In dieser Saison ist alles anders

Eigentlich stünden noch Relegationsspiele an. Manche Vereine müssten noch zittern, manche könnten sich noch Aufstiegshoffnungen machen. Doch in dieser Saison ist alles anders: Die Spielzeit für die Nordeifeler Tischtennis-Mannschaften ist seit kurzem beendet.

Dies jedoch nicht freiwillig, sondern bedingt durch die anhaltende Corona-Problematik – so wurde es in einer Telefonkonferenz des Deutschen Tischtennis-Bundes mit den 18 Landesverbänden für die Kreisklasse bis zur Bundesliga beschlossen. Die letzten Meisterschaftsspiele für die insgesamt neun Herrenmannschaften aus Kesternich (4), Höfen (2), Imgenbroich (1), Monschau (1) und Vossenack(1) waren bereits Mitte März. Es zählen die Tabellenstände vom 12. März. Mannschaften im Jugend- und Damenbereich waren in dieser Spielzeit in keinem der Vereine gemeldet.

Vertreter der fünf Eifeler Vereine haben ein vorgezogenes Saisonfazit gezogen und schon einmal mit einem Auge auf die kommende Spielzeit geschielt. Denn die Wechselfrist endet trotz des Saisonabbruchs bereits Ende Mai. Ein paar Wochen später müssen dann bereits die Aufstellungen für die neue Spielzeit bekanntgegeben werden. Eine Änderung, die zurzeit nur die Mannschaft des FC Imgenbroich betreffen würde, ist die Umstellung in der 1. Kreisklasse von sechs auf vier Spielern pro Mannschaft. Ebenfalls zu Wort kommt der Sportwart des Tischtenniskreises Aachen, Peter Kablitz.

TSV Kesternich

Es war in alle Belangen eine besondere Saison für die Aktiven der Tischtennis-Abteilung des TSV Kesternich. Zu Beginn stand der Umzug in die neue Heimstätte auf der Kesternicher Höhe an. Das Ziel von Abteilungsleiter Manfred Nießen „sich an die neue Halle zu gewöhnen und mit neuer Motivation in der neuen Heimat wieder durchzustarten“, scheint geglückt zu sein.

Vier Mannschaften im Herrenbereich kann die Tischtennis-Abteilung des TSV Kesternich vorweisen. Sie ist damit die stärkste Abteilung in der Nordeifel. Und das, obwohl der Verein im Vergleich zur Vorsaison in dieser Spielzeit keine Damenmannschaft und auch keine Schülermannschaft stellen konnte.

Die 1. Herrenmannschaft trat in der Bezirksklasse Gruppe 2 an und war damit die klassenhöchste Mannschaft in der Nordeifel. Zum Ende der Hinrunde belegte man mit 10:12 Punkten einen passablen 6. Platz. Zum Zeitpunkt des Saisonabbruchs stand Platz 8 mit 16:22 Punkten zu Buche. Da die Tabellenplatzierten 10- bis 12 in der Regel absteigen und Platz 9, von dem man nur 2 Punkte entfernt war, im Normalfall die Abstiegs-Relegation bedeutet hätte, war der Saisonabbruch nicht das schlechteste Szenario.

Die 2. Herrenmannschaft schlug in der Kreisliga auf und belegte zur Saisonhalbzeit mit 7:15 Punkten den 7. Tabellenplatz. In der Abschlusstabelle reichte es mit 12:26 Punkten zu Platz 8. Da lediglich der Tabellenelfte- und zwölfte absteigen, bedeutete dies mit 6 Punkten Vorsprung nach unten einen sicheren Platz im Mittelfeld.

Die 3. Herrenmannschaft stand nach der Hinrunde mit 5:15 Punkten auf dem vorletzten Platz (10) in der 2. Kreisklasse. Auf demselben Platz lag man beim Abbruch mit 9:25 Punkten. Bis zum rettenden Ufer fehlte lediglich ein Punkt.

Die 4. Herrenmannschaft belegte nach dem Ende der Hinrunde mit 2:20 Punkten den 12. und damit letzten Platz in der 3. Kreisklasse. Dieser bedeutete den Abstieg in die Gruppe B der Klasse, in der man letztendlich mit 4:12 Punkten ebenfalls nur Vorletzter war, jedoch nur einen Punkt entfernt von Platz 8

„Der Abbruch der Saison war natürlich für keinen schön, alle hätten gerne die Saison zu Ende gespielt“, sagt Manfred Nießen, Leiter der Tischtennis-Abteilung des TSV Kesternich. Insbesondere der Ausfall des Lokalderbys Kesternich 2 gegen Höfen 1 sei extrem schade gewesen. „Die 1. Mannschaft hat dadurch wohl die Klasse gehalten, der 3. Mannschaft ist durch den Abbruch die Chance genommen worden, den Abstieg noch zu vermeiden“, so Nießen. Insgesamt sei das Vorgehen jedoch nachvollziehbar, da es sonst zu Terminnöten gekommen wäre. „Bezüglich der Regelungen zu Auf- und Abstieg kann man vielleicht die eine oder andere Sache am grünen Tisch klären, so dass hoffentlich am Ende alle Vereine zufrieden in die neue Saison starten können.“

Auch in der kommenden Saison ist es der Plan des TSV, mit vier Herrenmannschaften teilzunehmen. Zudem sei es ein Ziel, das Personal durch alle Mannschaften hindurch zu halten. Am wichtigsten sei jedoch, „dass wir überhaupt wieder am Tisch stehen und unseren geliebten Sport ausüben können“.

„Für die neue Saison stehen Überlegungen an, sowohl wieder eine Damen- als auch eine Jugendmannschaft zu melden, aber hier müssen wir uns noch einmal intern zusammensetzen“, so Nießen.

TV Höfen

Wie schon in der Vorsaison ging der TV Höfen in dieser Saison mit zwei Herrenmannschaften an die Platte. Die 1. Herrenmannschaft schlug in der Kreisliga auf und landete zum Abschluss der Hinrunde mit 12:10 Punkten auf Tabellenplatz 6. Am Ende der Saison reichte es mit 21:17 Punkten ebenfalls zu Platz 6, der einen sicheren Platz im Mittelfeld bedeutet.

Die 2. Mannschaft absolvierte in der 2. Kreisklasse eine gute Saison und landete nach der Hinrunde mit 16:4 Punkten auf Platz 2. Am Ende der Saison waren es 26:8 Punkte und Platz 4. Der Rückstand auf Tabellenplatz 2, der zur Aufstiegsrelegation berechtigt hätte, betrug nur 2 Punkte, zudem hatte man noch ein Spiel weniger auf dem Konto.

„Nach den ersten Spielen in der Hinrunde war für die 1. Mannschaft ziemlich schnell klar, dass es weder nach oben noch nach unten gehen würde“, so Marko David, Abteilungsleiter Tischtennis des TV Höfen. Im Gegensatz dazu habe man mit der 2. Mannschaft die Hoffnung gehabt, den Aufstieg in die 1. Kreisklasse zu schaffen. Falls dies nun nicht klappe, wäre die Enttäuschung relativ groß, „aber es wird einen neuen Anlauf im nächsten Jahr geben“. Wahrscheinlich wird es die Möglichkeit für Mannschaften geben, die beim Saisonabbruch weniger Spiele absolviert hatten, einen Antrag auf Aufstieg beziehungsweise Klassenerhalt zu stellen.

Neben der Gesundheit aller Spieler formuliert der Abteilungsleiter für die kommende Spielzeit das Ziel, „mit beiden Mannschaften um den Aufstieg spielen zu können“. Falls die 2. Mannschaft doch noch aufsteigen solle, sei natürlich der Klassenerhalt das Ziel. Die Umstellung auf Vierer-Mannschaften in der 1. Kreisklasse sieht er für seinen Verein als Vorteil, „denn das gibt uns die Möglichkeit, nochmal in eine höhere Klasse auszusteigen“.

Beim Thema Jugendarbeit sieht es aktuell recht mau aus beim TV, da man keine Betreuer finde. Jedoch sei zu überlegen, ob man nicht ähnlich wie im Fußball eine Spielgemeinschaft aus verschiedenen Vereinen bilden könne, „um unseren Sport auch bei der Jugend wieder populär zu machen“, so David.

FC Imgenbroich

Die Tischtennis-Herren des FC Imgenbroich starteten in dieser Saison in der 1. Kreisklasse und landeten zur Saisonhalbzeit mit 8:10 Punkten auf Platz 5. Am Ende kam mit 12:20 Punkten Platz 7 von 10 raus, wobei die Plätze 9 und 10 Abstiegsränge sind. „Die 1. Kreisklasse war in diesem Jahr sehr stark besetzt, und uns war klar, dass es für uns nicht einfach werden würde“, sagt Abteilungsleiter Dirk Peters. Der Abbruch der Saison war aus seiner Sicht sinnvoll: „Ein Nachholen der beiden ausstehenden Spiele zu einem nicht absehbaren Zeitpunkt hätte für mich keinen Sinn gemacht“, erklärt er. Er halte es jedoch für gerechter empfunden, wenn man die Abschlusstabelle der Hinrunde als Schlussmarke genommen hätte.

Die kommende Saison schätzt der Abteilungsleiter als eine schwierige ein: „Durch die Einführung der Vierer-Mannschaften wird die 1. Kreisklasse sicherlich noch stärker und ausgeglichener“, so dass es wieder das Ziel sei, die Klasse zu halten. Da jedoch mindestens einer der Stammspieler eine Auszeit vom Tischtennis nehme, werde dieses Unterfangen schwieriger.

TuRA Monschau

Bei der TuRA hieß die Spielklasse wie auch in der Vorsaison 3. Kreisklasse. Dort landete das Team nach der Hinrunde mit 20:2 Punkten auf Rang 1 und qualifizierte sich so für die Aufstiegsrunde. Hier lief es in der Rückrunde recht gut, denn man belegte schlussendlich mit 8:6 Punkten Rang 5. Da man ein Spiel weniger absolviert hatte als die Konkurrenz und die ersten vier Teams aufsteigen, wäre ein Aufstieg durchaus realistisch gewesen.

In Monschau war man mit der Saison bis zum Abbruch „sehr zufrieden“, erklärt Jörg Bögelsack, der Abteilungsleiter. In Monschau könne man den Abbruch der Saison zwar verstehen, „aber die Art und Weise hat uns schon sehr gestört“, so Bögelsack. Man hätte am Tag des Abbruchs gegen den Tabellenletzten gespielt, die Partie wurde jedoch am selben Tag noch abgesagt. Dadurch sei man mit zwei Partien weniger auf Platz 5 gelandet

Falls sich an der jetzigen Tabellensituation nichts mehr ändere, sei das Ziel für die kommende Saison, erneut um den Aufstieg zu spielen. Ansonsten sei das Ziel in der 2. Kreisklasse der Klassenerhalt. „Die Einführung von Vierer-Mannschaften in der 1. Kreisklasse befürworten wir aus dem einfachen Grund, dass uns maximal fünf Spieler zur Verfügung stehen“, sagt er zur neuen Regelung.

FC Germania Vossenack

Genau wie die Mannschaft aus Monschau, trat die Tischtennis-Abteilung des FC Germania Vossenack ebenfalls mit einer Herrenmannschaft in der 3. Kreisklasse an. Auch hier wurde durch Platz 2 in der Hinrunde mit 16:6 Punkten die Qualifikation für die Aufstiegsrunde geschafft. Hier war man mit 12:4 Punkten und Platz 1 auf Aufstiegskurs. Auch in der Rureifel war man mit dem Saisonverlauf bis dato durchaus einverstanden. „Wir sind insgesamt sehr zufrieden, es ziehen alle mit, und wir konnten zu allen Spielen vollständig antreten“, zieht Gerd Wildrath, der Abteilungsleiter der Germania, sein Fazit.

Den Abbruch der Saison bedauert man, da unter anderem das Lokalderby gegen Monschau dadurch ausgefallen ist. Insgesamt sei der Abbruch aber die richtige Entscheidung gewesen. Man hofft, nach den Sommerferien wieder regulär starten zu können.

Für die neue Saison „dürfte alles andere als die 3. Kreisklasse aufgrund der personellen Situation eine Illusion sein“, so der Abteilungsleiter. Die Jugendarbeit solle nach dem Motto „Dabei sein ist alles“ vorsichtig wiederbelebt werden. Die Einführung der Vierer-Mannschaften in der 1. Kreisklasse empfindet Wildrath als richtigen Schritt, „da dies praktikabler ist als mit den bisherigen Sechser-Mannschaften“.

Kreissportwart

„Ich finde es schade, dass die Saison in dieser Form ihr Ende gefunden hat, halte die Maßnahme aber für durchaus gerechtfertigt und sinnvoll“, sagt Peter Kablitz, Kreissportwart des Tischtennis-Kreises Aachen. Bezüglich der Regelungen über Auf- und Abstieg habe sich der Beirat auf Verbandsebene, zu dem auch Kablitz gehört, kurz nach Ostern getroffen und beschlossen, dass auch hier die Tabellenstände vom 12. März zugrunde gelegt werden. Ein wichtiger Punkt ist, dass die Vereine, die zum Zeitpunkt des Saisonabbruchs weniger Spiele als ihre Konkurrenten absolviert hatten, einen Antrag stellen können, um dennoch aufzusteigen oder nicht abzusteigen.

Zur Planung der kommenden Spielzeit könne man aktuell noch nicht viel sagen. Die Umstellung in der 1. Kreisklasse auf Vierer-Mannschaften bewertet der Kreissportwart positiv, „da es theoretisch dadurch mehr Mannschaften gibt, die am Spielbetrieb teilnehmen können“. Alternativ könnten die Spieler tieferen Mannschaften als Verstärkung zur Verfügung stehen, wobei man abwarten müsse, „ob die Vereine diese Möglichkeit nutzen“.