Rollesbroich: In der Rollesbroicher Bruderschaft rumort es

Rollesbroich: In der Rollesbroicher Bruderschaft rumort es

Bei den Rollesbroicher St. Josef-Schützen hängt der Haussegen gewaltig schief, und das auch noch am Ende einer sehr erfolgreichen Ära. Werner Wirtz hat hingeworfen.

Wirtz, seit 19 Jahren in die Vorstandsarbeit der Bruderschaft eingebunden, elf Jahre Geschäftsführer, acht Jahre in Folge Brudermeister und Kommandant, tat das am Freitagabend in der Gaststätte „Zum Nationalpark” auf der Generalversammlung.

„Außenstehende haben viel Unruhe in unsere Bruderschaft und deren Vorstand getragen und das Verhältnis insbesondere zum Brudermeister nachhaltig getrübt. Ich fühle mich in meiner Position nicht mehr ausreichend unterstützt; deshalb trete ich nun zurück. Das habe ich schon vor geraumer Zeit angekündigt.”

Ratlosigkeit machte sich breit

Dennoch waren Überraschung und Enttäuschung unter den Mitgliedern deutlich spürbar; Ratlosigkeit, ja Skepsis machten sich im Saale breit.

Würde sich angesichts unverkennbar in den Reihen der Versammelten grummelnder Querelen und atmosphärischer Störungen ein Nachfolger für den verdienstvoll scheidenden Amtsinhaber finden lassen?

Der Versammlungsleiter, Ortsvorsteher Marc Topp, empfahl den Schützen, mit positiver Stimmung eine ideenreiche Beratungspause, eine Auszeit, um einen Ausweg aus dem sich anbahnenden Personaldilemma zu finden. Topp lobte Wert und Bedeutung der Schützen für Rollesbroichs Dorfleben und bedauerte ausdrücklich den Rücktritt ihres engagierten Brudermeisters.

Die Krise der St. Josef-Schützen zeigte sich eklatant, weil auch die Aufgaben des verabschiedeten Geschäftsführers, des Kassierers wie des Kommandanten neu zu vergeben waren und auf Anhieb selbst dafür kein Bewerber den Federbusch in den Ring warf.

Simmeraths Bürgermeister Karl-Heinz Hermanns appellierte daher an die Josefs-Bruderschaftler, elementares Interesse am Fortbestand zu zeigen und Einigkeit zu demonstrieren, „damit die Rollesbroicher Bruderschaft eine Zukunft hat”.

Gelinge es nicht, Vorstandsspitze und Fachressorts mit kompetenten Kräften zu besetzen, bedeute dies „ein verheerendes Signal für alle Schützen unser Region. Verantwortungsbewußte und qualifizierte Mitglieder sollten sich unbedingt in die Pflicht nehmen lassen, damit wir heute nicht auseinandergehen, ohne die geeigneten Funktionsträger gefunden zu haben”.

Heftige Kritik geübt

Aus den Reihen der Zuhörer wurde heftige Kritik an der Tatsache laut, „dass im Vorfeld dieser Hauptversammlung durch Gespräche nicht bereits Vorstandskandidaten nominiert wurden”. Beratungen und Ermahnungen fruchteten.

Der bisherige stellvertretende Brudermeister Kurt Grooz erklärte nach ausgiebiger Diskussion samt Bedenken seine allseits begrüßte Bereitschaft, für den Leitungsposten der Gesellschaft zu kandidieren und obendrein die Pflichten des Kommandanten auszuüben („Ich erwarte ohne Vorbehalt aber dringend erforderliche Unterstützung seitens der Josefs-Schützen”).

Grooz ist Bundeswehr-Oberst a. D. und seit fünf Jahren Rollesbroicher Schützenangehöriger.