Imgenbroich: Imgenbroich hat nun eine Maikönigin

Imgenbroich: Imgenbroich hat nun eine Maikönigin

„Heute habe ich die Ehre, meine Tochter als Maikönigin auszuzeichnen.” Mit diesen Worten heftete Karl Franzen, Schießmeister der Imgenbroicher St. Hubertus-Bruderschaft, Geschäftsführerin Andrea Franzen einen gewichtigen Orden an ihre Uniform.

Die 22-Jährige war bereits Schülerprinzessin ihres Schützenvereins und holte Sonntag Abend auf der Schießanlage am Sportplatz den Rest eines massiven Holzvogels mit dem 95. Treffer von der Stange.

Die Trophäe der Frühlingsmajestät wird in Imgenbroich stets am ersten Mai vergeben. Sie verkörpert das Symbol einer seit 1998 bestehenden Schützenfreundschaft. Damals kam erstmals und seither ohne Unterbrechung eine Equipe der Burtscheider Tellschützen-Gesellschaft aus Aachen zum sportlichen Vergleich mit geselligem Charakter in die Nordeifel. Zur Premiere nahm Marcel Mais von den Armbrustspezialisten seinerzeit den Titel zum bis dato einzigen Mal mit in die Kaiserstadt; in den folgenden Jahren bleib die Medaille stets in Imgenbroich.

„Ur”-Maikönig Mais war auch Sonntag wieder im Aachner Team. Diesmal feierten jedoch seine Kameraden und Wettbewerber Triumphe. Vor einer stattlichen Zuschauerkulisse, die das Geschehen begleitete, und unter klarblauem Frühlingshimmel traten 33 Tellverehrer regelgerecht paarweise an die Donnerbüchs; 14 dieser gemischten Männer-/Frauenriegen waren Burtscheider.

Die Stimmung der Aktiven wie Zaungäste war prächtig, es wurde vereint im Chor gesungen und sogar ein flottes Tänzchen riskiert. Doch auch der sportliche Aspekt dieser Konkurrenz kam zu seinem Recht. Dirk Winter von den gastgebenden Hubertusschützen setzte sich mit dem 23. Streich auf den Adler die Maienkrone des Schülerprinzen auf. Dann wurde es ernst für die Senioren „Ü 21”: Karl („Charly”) Franzen erbeutete mit dem 18. Schlag die linke Schwinge des Vogels. Hans-Gerd Schmidhuisen (Tellschützen) hatte mit dem 36. Schuss auf die rechten Federn das Glück des Tüchtigen.

Sein Mannschaftskamerad Josef Hendricks beraubte den Vogel seiner Kopfzierde. Ehe sie den finalen Hieb platzierte, hatte Andrea Franzen den Wettkampf vor dem Schützenheim für das Publikum per Mikro eloquent kommentiert. Die Leitung der Schießwettbewerbe lag bei Franz Tings.

Wie es sich für eine zünftige Königskür im milden Lenz gehört, blieben die Ömscher Schützen und ihre Gäste noch lange in geselliger Runde beisammen.

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