Polizei hält Vorträge : Im Visier von Trickbetrügern: Senioren sollen sich wieder sicher fühlen

Polizei hält Vorträge : Im Visier von Trickbetrügern: Senioren sollen sich wieder sicher fühlen

Immer wieder geraten ältere Menschen ins Visier von Trickbetrügern. Am Telefon geben diese sich als falsche Polizisten oder Enkel aus, täuschen eine finanzielle Notlage vor und an der Haustür sind es Handwerker oder Geschäftsmänner, die unter Vorwand versuchen, in die Wohnung zu gelangen.

Immer wieder geraten ältere Menschen ins Visier von Trickbetrügern. Am Telefon geben diese sich als falsche Polizisten oder Enkel aus und täuschen eine finanzielle Notlage vor. An der Haustür sind es Handwerker oder Geschäftsmänner, die unter Vorwand versuchen, in die Wohnung zu gelangen.

Um älteren Menschen Tipps und Verhaltensempfehlungen zu geben, sind dafür seit über zehn Jahren ehrenamtliche Seniorenberater der Polizei Aachen unterwegs. Am Mittwoch, 26. September, hält einer von ihnen auch in Roetgen einen Vortrag zum Thema Sicherheit — Manfred Huppertz, ehemaliger Kriminalbeamte.

Die Zahl der Betrugsmaschen ist in den letzten Jahren deutlich gestiegen. Allein in der Nordeifel sind die Betrügereien an älteren Menschen von 2016 auf 2017 um 30 Prozent gestiegen. „Und die Tendenz ist weiter steigend“, sagt Petra Wienen, Sprecherin der Aachener Polizei.

Bei dem sogenannten Enkeltrick geben sich Betrüger am Telefon als Familienangehörige aus, täuschen eine finanzielle Notlage vor, beispielsweise einen Unfall, einen Auto- oder Computerkauf, und fordern hohe Geldsummen von Senioren. Oft werden die Betroffenen durch wiederholte Anrufe unter Druck gesetzt. Auf diese Weise können Enkeltrick-Betrüger hohe Geldbeträge erbeuten. In diesem Jahr gab es in der Nordeifel bislang sechs angezeigte Enkeltricks. Ohne Erfolg — zu einer Vollendung kam es nicht. „Die Dunkelziffer ist allerdings unheimlich hoch“, sagt Wienen.

Manfred Huppertz ist einer der ehrenamtlichen Seniorenberater des Polizeipräsidiums Aachen. Der ehemalige Kriminalbeamte aus Konzen hält im Eifelbereich Vorträge für ältere Menschen zum Thema Sicherheit in der Wohnung, im Alltag und im Straßenverkehr. Foto: Huppertz

Ein weiteres Problem sind derzeit Betrüger, die sich am Telefon als Polizeibeamte ausgeben. Entweder ist die anrufende Telefonnummer unterdrückt oder es wird eine vermeintlich offizielle Behörden-Rufnummer oder sogar die 110 im Display angezeigt. „Das sind oft ausländische Tätergruppen, die zwar auch Kontakte nach Deutschland haben, aber aus dem Ausland agieren“, erklärt Petra Wienen. Diese Betrugsmasche betrifft aber nicht nur Senioren, sondern auch jüngere Personen, und ist ein generelles Problem. Auch an der Haustür schrecken die Täter meist nicht davor zurück, gefälschte Dienstausweise vorzuzeigen, um sich so Zutritt in die vier Wände ihrer Opfer zu verschaffen.

Aber auch als vermeintliche Handwerker, Geschäftsmänner oder Amtspersonen geben sich Betrüger an der Haustür aus. Auch sie versuchen unter Vorwand in Haus oder Wohnung zu gelangen. Dabei haben es die Betrüger meist auf Geld, Schmuck und andere Wertgegenstände abgesehen.

Dass es immer wieder zu solchen betrügerischen Aktivitäten kommt, ist nicht zuletzt der Hilfsbereitschaft und Gutgläubigkeit älterer Menschen geschuldet. „Die Betrüger gehen sehr geschickt vor und lassen sich auch am Telefon so einiges einfallen. Ältere Menschen sind aufgrund ihrer Namen außerdem sehr einfach im Telefonbuch zu finden und während des Anrufs dann auch an ihrer Stimme auszumachen“, sagt Wienen.

Manfred Huppertz gehört zu den ehrenamtlichen Seniorenberatern des Polizeipräsidiums Aachen. Der 72-Jährige aus Konzen ist ehemaliger Kriminalbeamte und hält seine Vorträge für ältere Menschen im Eifelbereich. Dabei geht es um Sicherheit in der Wohnung, im Alltag und im Straßenverkehr.

„Sicher in der Wohnung“

„Einige Fälle aus der Eifel machen deutlich, dass auch hier Senioren gefährdet sind“, erklärt Huppertz. Im Rathaus in Roetgen hält er deswegen am Mittwoch, 26. September, ab 15 Uhr im großen Sitzungssaal einen Vortrag zum Thema „Sicher in der Wohnung“. Dabei geht es nicht nur um Sicherheit am Telefon und an der Haustür, sondern auch vor dem Urlaub oder einem Krankenhausaufenthalt sowie um technische Sicherung der Wohnungstür.

Neben älteren Menschen sind auch alle anderen Interessierten zu dieser Veranstaltung eingeladen. Der Eintritt ist frei.

Mehr von Aachener Nachrichten