Huppenbroich: Huppenbroich: Neue Dorfmitte hat ihre erste Narbe

Huppenbroich: Huppenbroich: Neue Dorfmitte hat ihre erste Narbe

Die Neugestaltung der Ortsmitte in Huppenbroich, die mit zusätzlichen Belastungen für die Bürger verbunden war, war auch für Ratsvertreter Jens Wunderlich nicht immer ein Quell der Freude.

Doch jetzt, wo sich die Baumaßnahme im Ortskern so langsam der Vollendung näherte, erkannten auch die Kritiker, dass der kleine Ort durch die Umgestaltung der Dorfmitte eine sichtbare Aufwertung erhalten dürfte.

Und während man sich schon auf das Ende der Baustelle freute, wurde Jens Wunderlich Anfang dieser Tage regelrecht von einem Tiefschlag getroffen. Zwei Wochen, nachdem die neue Asphaltdecke aufgetragen worden ist, wurde die Straßen jetzt wieder aufgerissen. Ein Wasserrohrbruch zwang zum sofortigen Handeln.

Nun wird die Dorfmitte noch ein zusätzliches Gestaltungselement in Form eines quadratischen Asphalt-Flickwerks erhalten - und das mitten auf der Kreuzung vor der Christkönig-Kapelle. Jens Wunderlich zeigte sich „stinksauer, als er davon erfuhr.

In diesem Bereich lagen 40 Jahren alte Stahlleitungen, und nicht nur der Huppenbroicher Ratsvertreter fragt sich, wie das passieren konnte, geht er doch davon aus, dass das Wasserwerk Perlenbach im Zuge der Baumaßnahme wie auch andere Versorgungsunternehmen informiert worden ist, um die Chance nutzen, eventuell veraltete Versorgungsleitungen auszutauschen.

Die alte Fahrbahn in Huppenbroich war vollkommen ausgekoffert, so dass es problemlos möglich gewesen wäre, die Wasserleitung zu ersetzen. Auch Simmeraths Beigeordneter Karl-Heinz Hermanns zeigte sich mehr als verwundert, dass das Wasserwerk Perlenbach „nicht die Chance genutzt” habe, beim Vollausbau der Straße quasi in einem Rutsch neue Wasserleitungen zu verlegen.

Derk Buchsteiner, Technischer Betriebsleiter des Wasserwerks, hat dafür eine Erklärung. Zwar seien die Leitungen in der Tat bereits 40 Jahre alt, doch sei ihre Nutzungsdauer auf 60 Jahre festgelegt. Überdies sei das Leitungsnetz in Huppenbroich im Vergleich zu anderen Bereichen „sehr schadensunauffällig”.

Deshalb, so Buchsteiner, bedeute eine Straßensanierung nicht automatisch die Erneuerung der Wasserleitungen. Die Neuverlegung von Hauptleitungen sei eine Einzelfallentscheidung. In Zeiten knapper Kassen müsse man da sehr genau überlegen, und in Huppenbroich habe nichts für eine Neuverlegung gesprochen.

Buchsteiner lässt das aus seiner Sicht schlagend Argument für den neuerlichen Aufriss der Straßendecke folgen: Nicht die Hauptleitung hatte ein Leck, sondern das Verbindungsstück zu einem Hausanschluss, die so genannte Anbaugarnitur. Doch das, so der Technische Betriebsleiter, habe niemand voraussehen können, und niemand trage die Schuld daran.

Derk Buchsteiner: „Ich kann den Ärger der Leute verstehen. So etwas ist bedauerlich und böses Schicksal. Aber wir sind alle keine Propheten. Deshalb sollten die Kritiker bitte die Kirche im Dorf lassen.”

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