Städteregion: Hoher Tarifabschluss reißt dickes Loch in Etat

Städteregion: Hoher Tarifabschluss reißt dickes Loch in Etat

Ob Erzieherinnen, Ärzte, Geologen, Bauingenieure oder andere Angestellte des öffentlichen Dienstes - rund 800 Mitarbeiter der Städteregionsverwaltung werden am 1. März interessiert nach Potsdam blicken.

Dann kommen in der brandenburgischen Landeshauptstadt Gewerkschaften und Arbeitgeber zu ersten Verhandlungen für die Angestellten im öffentlichen Dienst zusammen. Und das kann - nicht nur - die Städteregion eine ganze Menge Geld kosten.

Schließlich fordern Verdi und Beamtenbund 6,5 Prozent mehr Geld, zumindest aber 200 Euro vor allem für die unteren Lohngruppen. „Für unser Haus würde dies eine Mehrbelastung von rund zwei Millionen Euro bedeuten”, erläutert der städteregionale Finanz- und Personaldezernent Axel Hartmann. Rund 1,6 Millionen Euro würde es kosten, wenn jeder der Betroffenen 200 Euro mehr Geld erhalten würde, mit rund 2,3 Millionen Euro würde ein Lohnanstieg um die von den Gewerkschaften geforderten 6,5 Prozent zu Buche schlagen.

Dabei zeigt sich Hartmann „schon überrascht” von der Forderung. „Mit 6,5 Prozent habe ich nicht wirklich gerechnet. Das ist schon hoch. Aber es ist eben auch nur eine Forderung”, meint der Dezernent, der mit einem Kompromiss rechnet, bei dem „vielleicht sogar eine drei vor dem Komma” steht. Und auch diese Lösung würde die Städteregion noch - weit - mehr als eine Million Euro kosten. Ein Anstieg der Personalkosten ist im Etat 2012 nicht veranschlagt, für den überdies ein Defizit von 21 Millionen Euro durch neue Schulden ausgeglichen wurde. Dabei betont Hartmann, dass der seit Jahren eingeschlagene Personalkurs unter anderem mit der einjährigen Wiederbesetzungssperre von Stellen beibehalten werde. Und er fügt an: „Wir denken nicht über weitergehende Maßnahmen nach.”

Das wird Personalratsvorsitzender Franz-Josef Loch gerne hören, der die Situation im Haus der Städteregion als ruhig bezeichnet und gelassen auf die Tarifverhandlungen blickt. „Ob es zu Streiks kommt, werden die nächsten Wochen entscheiden”, sagt er.