Herbsttagung der Geschichts- und Heimatvereine des Monschauer Landes

Geschichts- und Heimatvereine des Monschauer Landes : Herbsttagung in Vogelsang

Der Leiter der Arbeitsgemeinschaft der Geschichts- und Heimatvereine des Monschauer Landes, Manfred Huppertz, begrüßte zur Herbsttagung 30 Teilnehmer auf dem Adlerhof in Vogelsang. Gabi Harzheim vom Dokumentationszentrum führte anschließend durch die Örtlichkeit und erläuterte den Zweck und Sinn des neu errichteten Besucherzentrums mit einer NS-Dokumentation, dem Nationalparkzentrum Eifel, einem Eifelpanorama, einem Tagungsbereich und einem Panoramarestaurant mit Außenterrasse.

Die Ausstellungen „Bestimmung Herrenmensch / NS Ordensburgen zwischen Faszination und Verbrechen" und „Wildnis(t)räume" informieren umfassend und ansprechend über die Geschichte, die Hintergründe und Ziele der ehemaligen NS-Ordensburg und des Nationalparks. Der Abschluss des Rundgangs fand im Kino statt, wo vor kurzem noch die Kölner Band „Brings" vor vollem Haus aufgetreten war.

In Einruhr begrüßte anschließend Siegbert Heup die Teilnehmer an einem Baum, der vor der Aufstockung des Rursees um 1957 gerettet worden war. Man hatte ihn damals bis auf den Stamm zurückgeschnitten, dann mit einem Bagger ausgehoben und an höherer Stelle (damals Schule, jetzt Eifelhaus) wieder eingepflanzt. Die Verpflanzung gelang, und der Baum hatte sich so markant entwickelt, dass er jetzt auf Veranlassung des Heimatvereins Einruhr in das Baumkataster des Naturparks Eifel eingetragen wurde.

Anschließend erzählte Heup von den einzelnen Problemen bei der Aufstockung des Rursees in den Jahren 1956 bis 1958. Die Ortschaft Einruhr wurde teilweise auf aufgeschüttetem Material gebaut. Ein Haus wurde sogar auf einem zugeschütteten Keller gebaut, in dem man darauf den neuen Keller errichtete, so dass das Haus auf diese Weise über dem Wasserspiegel lag. Ein anderes Haus wurde sogar hydraulisch um einen Meter komplett angehoben, um den Wasserspiegel zu überragen. In einem Garten stehen zwei Apfelbäume der gleichen Sorte, die aber völlig verschiedene Geschmacksrichtungen aufweisen, was Siegbert Heup auf die verschiedenen Anschüttungen in Einruhr zurückführte.

Manfred Huppertz begrüßte die Anwesenden danach im Haus Seemöwe und besonders Theo Steinröx, den Ehrenamtsbeauftragten der Städteregion Aachen, der einen Vortrag zum Thema „Die Bedeutung der Datenschutz-Grundverordnung für die Vereine“ hielt. An Hand praktischer Beispiele führte er aus, was sich für Vereine mit dieser neuen Verordnung ändert und was zu beachten ist.

Eine Dokumentation der AG zum Thema „Flüchtlinge im Monschauer Land nach dem 2. Weltkrieg" wird von der AG noch zusammengestellt und im nächsten Jahr veröffentlicht.

Die von einem Journalisten veröffentlichten Thesen zu den hiesigen Heimatvereinen wurden kurz diskutiert. Die Teilnehmer lehnten diese Thesen als unpassend und nicht in Ordnung einstimmig ab. Eine weitere Auseinandersetzung hierüber war nicht erwünscht.

Nach einigen Anregungen und Infos bedankte sich Manfred Huppertz für die gute und fruchtbare Zusammenarbeit der Heimatvereine, ehe die Tagung geschlossen wurde.