Simmerath: Herbstkonzert der Hansa-Blasmusik: Von den Alpen bis zum König der Löwen

Simmerath: Herbstkonzert der Hansa-Blasmusik: Von den Alpen bis zum König der Löwen

Im legendären Glacier—Express hinauf in die faszinierende Welt der Schweizer Alpen. Nach diesem Sinnesgenuss virtuell atemberaubender Panoramablicke auf Viertausender-Gletscherriesen eine Wüstensafari nach Noten. Audienz beim „König der Löwen“, verhieß das Protokoll.

Im weiteren Programm einer musikalischen Weltreise erklangen unsterbliche Werke der Klassik und zeitgenössischer Komponisten von Film, Theater und Musical. Das alles und noch viel mehr bot das traditionelle Herbstkonzert der „Hansa Blasmusik Simmerath“.

In der bis auf den letzten Platz gefüllten Simmerather Pfarrkirche Sankt Johannes begrüßte Orchester-Vorsitzender Berthold Wilden in den Besucherreihen auch Bürgermeister Karl—Heinz Hermanns, Ortsvorsteher Stefan Haas, den Ortskartellvorsitzenden Erwin Finken wie den Vorsitzenden des Hansa—Sportvereins, Ingo Braun, und freute sich „vor allem über die zahlreich hier anwesenden Kinder“. Zugleich registrierten die Veranstalter positiv die Anwesenheit etlicher Musikfreunde aus umliegenden Ortschaften.

Schon der Auftakt einer vielfältig bunten Programm—Mischung war Botschaft: Jacob de Haans „Variazioni in Blue“ wurden temperamentvoll und in stilechtem Uniform—Blau der Hanseaten zu Gehör gebracht. Vorsitzender Wilden wies auf eine Bereicherung der Garderobe im über 40—köpfigen Ensemble, von Alt-Saxophon bis Waldhorn mit insgesamt elf Registern besetzt, hin: „Wir haben uns Krawatten zugelegt.“ „Mit Spaß am Spiel“, konstatierte Moderator Wilden, ging es an den Vortrag der größten Hits der Rock-Legende Toto, „da kam die hervorragende Akustik im Kirchenschiff gleich passagenweise so recht zur Geltung“. Dann ein willkommenes Intermezzo, ein spontanes Geburtstagsständchen für Mitglied Josef Klinkenberg.

Abschied von Nils Jansen

1993 debütierte Gruselregisseur Stephen Spielberg mit seinem phantastischen Opus „Jurassic Park“, im Herbstkonzert feierte die Gänsehaut—Filmmusik, neu arrangiert von John Glensek Mortimer, fröhliche Urständ. 1993 war nämlich auch ein Premierenstart für die Hansa—Blasmusikanten. Sie konzertierten erstmalig in Gemeinschaft mit dem Spielmannszug in Simmeraths Freiwilliger Feuerwehr.

Nach exzellent vertonter „Musik für ein dunkles Theater“ und Darbietung des in Vereins-Eigenregie neu bearbeiteten „Ghostbusters“—Stoffes („Gute himmlische Geister hätten ihre Freude an diesem Instrumentalen Ohrenschmaus voller Esprit gehabt“, urteilte ein Zuhörer) folgte zur Programmhalbzeit eine Zäsur. Es galt Abschied zu nehmen vom künstlerischen Leiter Nils Jansen. Er schied aufgrund starker beruflicher Anforderungen aus dem Amt und übergab den Dirigentenstab an seinen Kollegen Dirk Schnitzler. In diesem Zusammenhang bedauerte Berthold Wilden, „dass unser Weihbischof Karl Reger heute nicht bei uns ist, um unsere Schlagzeug—Formation zu verstärken“.

Beschwingte Gedanken an „Ein halbes Jahrhundert“ weckten im Auditorium angenehme Erinnerungen an „goldene 50“ Blaskapellenjahre, an die herrliche Schweiz, Polka-Rhythmen und dauerhafte Musikerfreundschaften. Da dankte der Vereinsvorstand mit herzlichen Worten den Mitbegründern der Hansa—Musikfreunde, Tubist August Jansen und Vinzenz Braun. Reminiszenz an deren lebenslang aktives Wirken für Nordeifeler Instrumentalmusik und deren völkerverbindende Merkmale. Als die Kirchenbesucher den Glacier—Express zum Gefühl „Eisenbahnromantik pur“ bestiegen, um per Zug in für die Fahrgäste beschaulichem Sightseeing-Tempo dem Gipfel zuzustreben, würdigte der Moderator das „beispielhafte Zupacken unserer gemeinnützigen Aktiven und Gönner, die mit Arbeitskraft und/oder finanziellem Engagement zur Sanierung und Neugestaltung unseres Probenraumes beitrugen, namentlich seien stellvertretend für alle Dirk Schnitzler und Marcel Prümmer genannt“.

Hommage an Chicago

Wilden dankte auch der Gemeinde Simmerath, „ohne deren Hilfe bei Anlage eines soliden Grundstockes, aller Vereinseigenleistung zum Trotz, der Probenraum Bickerather Straße nie so schnell und gut wie jetzt hätte instandgesetzt werden können“. Mit einer Hommage an Chicago, barockem Kanon und der orchestral gewaltigen Vertonung des schwedischen Dankgebetes „Herr, Deine Liebe“ schloss das Hebstkonzert im Gotteshaus, vom stürmischen Beifall der Zuhörer begleitet.

(M. S.)