Monschau: Heitere Höhner sorgen beim Monschau-Festival für Begeisterung

Monschau : Heitere Höhner sorgen beim Monschau-Festival für Begeisterung

Es sollte ein besonderer Abend auf der Monschauer Burg werden mit einem gekonnt zusammengestellten Potpourri aus bekannten Melodien, irischen Tönen und gefühlvollen Passagen. Sie fühlten sich von Anfang an sichtlich wohl vor der Kulisse der Monschauer Burg, und sie sind auf dem besten Wege, ihrem Auftritt Kultstatus zu verleihen: Bereits zum dritten Mal begeisterte die Kölner Kultband Höhner beim Monschau-Festival.

Unmittelbar nach dem Konzert im letzten Jahr hatte Frontmann Henning Krautmacher verkündet, dass sie „2018 erneut kommen“ würden und sorgte damit für Jubel und Vorfreude. Kein Wunder, dass die 1154 Karten bereits Wochen vorher vergriffen waren.

„Wir sind ausverkauft bis unters Dach und hätten heute ohne weiteres das Doppelte an Karten verkaufen können“, sagte Helmut Lanio, Organisator der Monschauer Festspiele, kurz vor dem Start. „In Verbindung mit der Jungen Sinfonie Köln stellen die Höhner hier jedes Jahr ein neues, variantenreiches Programm zusammen“, zeigte er sich voller Vorfreude.

Begleitet von der irischen Folkband Galleon

Und es gebe sogar noch eine Besonderheit: „Die Höhner werden in diesem Jahr zusätzlich noch von der befreundeten irischen Folkband Galleon unterstützt, die mit ihren Kompositionen viele Vorlagen für das Höhner-Classic-Programm geliefert hat“, war Lanio überzeugt, dass es „ein tolles Erlebnis und einer von zahlreichen Höhepunkten auf dem diesjährigen Monschau-Festival wird“. Insgesamt bezeichnete er die Zusammenarbeit mit den Höhnern als „freundschaftlich, unkompliziert und professionell“. Das Konzert trage „zur extremen Vielfalt und dem breiten kulturellen Angebot des Monschau-Festivals bei“.

Ein 64-köpfiges Orchester

Unzweifelhaft bildete das teils stimmungsvolle, aber durchaus auch nachdenkliche Konzert wiederum einen Höhepunkt des Festivals. Einen wesentlichen Anteil daran hatte nicht zuletzt das 64-köpfige Orchester der Jungen Sinfonie Köln unter der Leitung von Dirigent Sebastian Hässy. Fehlerfrei und ansprechend begleitete das Orchester den Aufritt der Band vom ersten bis zum letzten Ton. Bevor die Höhner sich auf der Burgbühne zeigten, betrat zunächst das große Ensemble unter anhaltendem Applaus die Bühne und ließ die ersten Töne beim Einspielen erklingen.

Die eher spätherbstlichen Temperaturen, hoch über den Dächern der Monschauer Altstadt, waren nach einem schwungvollen Intro schnell vergessen und trübten die Stimmung keineswegs. Zum Start stimmte Henning Krautmacher, Frontmann der Höhner, mit „Jetzt geht‘s los — Wir sind nicht mehr aufzuhalten“ gleich den ersten Hit an. Vom ersten Ton an stand das gesamte Publikum und klatschte rhythmisch mit. „Heute wird zwar gefühlt die Winterzeit eingeläutet, aber ich verspreche Euch, dass es nicht mehr regnet“, sagte Krautmacher.

Die Höhner hatten sich gemeinsam mit der Jungen Sinfonie Köln und der Band Galleon ein kurzweiliges, abwechslungsreiches Programm überlegt, das sowohl aus kölschen Klassikern, stillen Liedern, nachdenklichen Balladen und vor allem irischen Tönen und der Freundschaft zur grünen Insel bestand. „Das irische Wetter haben unsere Freunde jedenfalls schon mitgebracht“, scherzte der Höhner-Frontmann.

Die Kernbotschaft: Lebe im Hier und Jetzt!

„Oft werden wir nach unserer Kernbotschaft gefragt, die lautet: Lebe im Hier und Jetzt“, sagte Bass-Gitarrist Hannes Schöner und leitete gekonnt zu den Songs „Lääv, lääv, lääv“ und „Wie is dä Wääch?“ über.

Im Anschluss wurde es irisch auf der Burg. Jens Streifling stellte sein vielseitiges musikalisches Talent am typisch irischen Ziegenleder-Dudelsack (Uilleann Pipes) unter Beweis, und Henning Krautmacher fachsimpelte über Irland, die grünen Landschaften, die Gepflogenheiten und die irische Kultur.

So hatte er den eleganten Übergang geschafft und die Band Galleon enterte die Bühne. Während des Intermezzos nahmen die Höhner Platz und lauschten den irischen Tönen. Als Besonderheit für das Publikum hätten sie natürlich das „typisch irische Wetter mitgebracht“, witzelte Declan Lynch. Schnell schaffte die Band es, das Publikum in ihren Bann zu ziehen, bevor die Höhner mit „Komm, wir halten die Welt an“ wieder das Kommando übernahmen. Nach einer humorvollen Einlage von Sebastian Hässy und einer anschließenden rund zehnminütigen „Galleon-Ouvertüre“ mit kölschen und irischen Tönen gab es die ersten stehenden Ovationen, bevor sich die Höhner mit ihrem Hit „Schenk mir dein Herz“, stimmungsvoll in die Pause verabschiedeten.

Auch der zweite Teil wurde durch ein ausführliches Intro des Orchesters eingeläutet. „Wir waren nur kurz weg und haben uns die Ski-Unterwäsche angezogen“, scherzte Henning Krautmacher zurück auf der Bühne. Der zweite Teil war geprägt von einigen Comedy-Einlagen, Schunkeleinheiten, aber besonders von einem deutsch-irischen Medley. In diesem rund zehnminütigen Medley sangen die Musiker von Galleon zahlreiche irische Melodien, die die Höhner sogleich auf Kölsch sangen.

Sie wollten damit zum Ausdruck bringen, dass zahlreiche kölsche Töne einen irischen Ursprung haben und ihre Verbundenheit zur grünen Insel demonstrieren. Auch der erste Heimsieg des 1. FC Köln in der 2. Bundesliga an diesem Samstag musste selbstverständlich kurz thematisiert werden. Bei den Zugaben „Hey Kölle, Du bes e Jeföhl“, dürften die Töne bis in die Altstadt durchgedrungen sein, bevor es bei „E levve lang“ eher melancholisch wurde und die Handy-Taschenlampen zahlreich gezückt wurden.

Auch wenn Henning Krautmacher noch nicht den Wunsch vieler Gäste erfüllte und ein erneutes Kommen beim 20. Monschau-Festival zusagte, sollte er doch mit seiner Wetterprognose recht behalten, denn die ersten Tropfen fielen erst bei den letzten Tönen der dritten Zugabe wie Tränen vom Himmel.