Lammersdorf: Heimatverein Lammersdorf überwindet Personalkrise

Lammersdorf : Heimatverein Lammersdorf überwindet Personalkrise

Um die vielzitierte Haaresbreite vorbei an einer Bestands- und Vorstandskrise schrammte der Verein für Heimatgeschichte und Dorfkultur Lammersdorf e.V. (Heimatverein) am vergangenen Freitag auf seiner Jahreshauptversammlung.

Nachdem der stellvertretende Vorsitzende, Gerd Skropke, aus gesundheitlichen Gründen seinen baldigen Rücktritt angekündigt hatte, fand sich zunächst niemand, der diese Position übernehmen wollte, womit der Verein handlungsunfähig geworden wäre.

In höchster Not sprangen dann nach flammendem Appell von Bürgermeister Karl-Heinz Hermanns am Ende Ralph Mertes und Andrea Dickmeis in die Personallücke. Dem Vorsitzenden, Georg Schruff, fiel sichtlich ein Stein vom Herzen, da er sich nach eigenen Worten ansonsten mit der Auflösung des Heimatvereins hätte beschäftigen müssen. In diesem sind immerhin 617 Mitglieder, von denen auf der Versammlung 19 anwesend waren.

Mit Mertes und Dickmeis hat der Verein nun wieder zwei stellvertretende Vorsitzende, denen Gerd Skropke im Vorfeld das Tätigkeitsfeld zu dieser Position erläutert hatte. Skropke, Herz und Seele der Theatergruppe, hatte zuvor mitgeteilt, dass man in diesem Jahr aus verschiedenen Gründen keine Komödie anbieten werde. Aufgelöst hat sich beim Heimatverein der Arbeitskreis Mundart. Ein Weihnachtsmärchen wird laut Lioba Wynands-Görke wieder auf dem Programm beim Heimatverein stehen. Mit der Besucherzahl im letzten Jahr (360) sei man zufrieden gewesen.

Nur noch zwei Sonntage offen

Ansonsten wurden 2017 am Bauernmuseum viele Arbeiten in Angriff genommen, wie Vorsitzender Schruff mitteilte. In diesem Jahr soll die rückwärtige Fassade erneuert, das „Backes“ neu gestrichen und ein Stellplatz für einen WC-Wagen hergerichtet werden. Eine Änderung ergibt sich bei den Öffnungszeiten. Sie werden wegen fehlender Resonanz eingeschränkt. Das Bauernmuseum hat dann nur noch jeden 1. und 3. Sonntag im Monat geöffnet. Schruff: „Wir haben einfach nicht genug Leute, die jeden Sonntag am Museum sitzen.“ Erfreulich ist sicherlich, dass es einen neuen Museumsführer gibt. Die frisch aufgemachte Broschüre von Hans-Jürgen Siebertz wird auch an den Schulen in Simmerath verteilt.

Bürgermeister Karl-Heinz Hermanns betonte in seinen Ausführungen, dass es ihm im Hinblick auf die bekannten Probleme des Vereins wichtig gewesen sei, an der Versammlung teilzunehmen, zumal die Gemeinde Mitglied des Heimatvereins sei. Er rief die „Krisensitzung“ des vergangenen Jahres im Rathaus in Erinnerung, wo über die fehlende Mitarbeit bei anfallenden Arbeiten rund um das Bauernmuseum gesprochen wurde. Hier hatte Hermanns eine finanzielle Unterstützung ins Spiel gebracht, worüber im April im Kultur- und Sportausschuss entschieden wird. Darüber hinaus regte er auf der Versammlung an, dass auch aus Vereinsmitteln personelle Kosten übernommen werden sollten.

(ani)
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