Konzen: Heimatgedanke nimmt Fahrt auf: NRW-Heimatministerin zu Gast

Konzen : Heimatgedanke nimmt Fahrt auf: NRW-Heimatministerin zu Gast

Rund ein Dutzend Interessenten würde sich gerne in neuen Einfamilienhäusern am Konzener Feuerbach niederlassen, wenn denn endlich das von der Stadt Monschau als Erschließungsgebiet ins Auge gefasste Gelände als Baugebiet ausgewiesen würde.

Die künftigen Bauherrn können jetzt konkret in ihre Planung einsteigen, denn ab Mitte des Jahres soll das Bebauungsplanverfahren starten, und schon Ende 2018 könnte der Aufstellungsbeschluss gefasst werden.

LEP neu aufgestellt

Den Weg frei für das rund 50 Parzellen umfassende Gebiet am Ortsrand machte jetzt die NRW-Ministerin für Heimat, Kommunales, Bau und Gleichstellung, Ina Scharrenbach (CDU), persönlich. Bei einem rund 90-minütigen Besuch in Konzen am Montagnachmittag gab sie dem Projekt den letzten Schub. „Das sollten wir hinbekommen“, meinte sie. „Auch wir haben Interesse an einer schnellem Umsetzung“, betonte die Ministerin. Auch Monschaus Bürgermeisterin Margareta Ritter freute sich beim Ortstermin, dass „die Schärfen“ inzwischen wieder aus dem Landesentwicklungsplan (LEP) herausgenommen worden seien und nun das landesplanerische Einvernehmen für Konzen ermöglicht werde.

Dass der LEP inhaltlich neu aufgestellt wurde, war eine direkte Folge des im Mai 2017 erfolgten Regierungswechsels in Düsseldorf. Ina Scharrenbach erläuterte, dass es im Gegensatz zu den Absichten der Vorgängerregierung nun wieder möglich werde, dass sich auch Siedlungsbereiche unter 2000 Einwohnern nach außen weiterentwickeln könnten. „Daran haben auch wir ein Interesse“, ergänzte sie. Auch einige Anwohner und Bauinteressierte gesellten sich zum Ortstermin. „Die Bevölkerung will diese Entwicklung“, versicherte Ortsvorsteher Matthias Steffens, und eine gezielte Nachfrage der Ministerin wurde einstimmig bejaht.

Zuvor hatte Ina Scharrenbach, die auf Einladung der CDU Konzen in die Eifel gekommen war, ein anderes Projekt am Feuerbach in Augenschein genommen. Der 66 Meter lange Rohbau der neuen Kindertagesstätte macht gute Fortschritte, und die Dimension der fünf- bzw. sechsgruppigen Einrichtung wird jetzt deutlich. Die neue Konzener Kita, die in Trägerschaft der Städteregion Aachen steht, sei ebenso wie das Baugebiet eine für Konzen „zukunftsweisende Investition zur Unterstützung des ländlichen Raumes,“ sagte der Monschauer CDU-Fraktionsvorsitzende Micha Kreitz. Er gehe davon aus, dass die sechste Gruppe dauerhaft Bestand haben werde.

Städteregionsrat Helmut Etschenberg präsentierte mit Stolz das neue Familienzentrum, wobei er mit diesem Gebäudeumfang auch die „Obergrenze der Kapazität“ erreicht sehe. Besonders für junge Familien seien solche Angebote für die Wohnortentscheidung von hoher Bedeutung.

Die durch äußere Einflüsse erzwungene Bauverzögerung spielte bei der Ortsbesichtigung keine Rolle mehr. Ende des Jahres sollen planmäßig die Kinder einziehen.

Bürgermeisterin Margareta Ritter begrüßte in diesem Zusammenhang, dass es im Ministerium weitere Gespräche zur Themenpalette Bauen geben werde. Diese Neuerung werde auf kommunaler Ebene sehr geschätzt. Die Ministerin betonte mit Blick auf die beiden vorgestellten Projekte in Konzen, dass die Entwicklung kleinerer Orte auch für die Integration von Neubürgern nicht vernachlässigt werden dürfe.

Dass der Heimatgedanke im neu zugeschnittenen Ministerium Fahrt aufnimmt, machte Ina Scharrenbach an mehreren Beispielen deutlich. Für die Stärkung der Heimat sei geplant, in den nächsten Jahren eine Vielzahl von kleineren Projekten zu unterstützen. Auch sei ein Heimatpreis geplant. Ab Sommer, so der Hinweis der Ministerin, könnten Anträge gestellt werden. Manfred Huppertz, der Vorsitzende des Heimatvereins Konzen, entwickelte schon gleich konkrete Vorstellungen, was da in Betracht komme. „Wir werden uns melden“, versicherte er. Ina Scharrenbach, die gleich zu Beginn ihrer Amtszeit zu einer Heimat-Tour aufgebrochen war, hörte es gerne, und verabschiedete sich dann nach einem harmonischen Besuch in Konzen.

(P. St.)
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