Roetgen: Hauchdünner Derbysieg festigt zweiten Platz

Roetgen : Hauchdünner Derbysieg festigt zweiten Platz

Gute Freundinnen waren sie noch nie, die Handballdamen des TV Roetgen und die von Schwarz-Rot Aachen. Egal ob das Derby in der Kaiserstadt oder in Roetgen über die Bühne geht, blutige Nasen gibt es fast immer. Eine Menge verbaler Prügel verteilten beide Teams auch am vergangenen Sonntag, aber es gab auch noch weitere unschöne Szenen.

Nach einigen Zeitstrafen eskalierte das Spiel kurz vor Schluss, und erste Leidtragende war Roetgens erfolgreichste Werferin, Anne Fischer, die nach einer roten noch die blaue Karte sah und im nächsten Spiel gesperrt ist. Auch eine Spielerin der Schwarz-Roten sah Rot. „Sicherlich war das alles nicht nötig, was da abgelaufen ist, aber man muss auch sagen, dass die beiden Schiedsrichter total überfordert waren und das Spiel nicht im Griff hatten“, konstatierte TV Roetgens Trainer, Eric Ortmann, nach der hektischen Partie.

Beim Abpfiff stand zwar ein 22:21-Sieg für die Damen des TV Roetgen auf der Anzeigetafel, aber letztendlich war es ein etwas glücklicher Arbeitssieg. „Wille und Moral der Mannschaft haben gestimmt, aber wir haben in der ersten Halbzeit zu viele Torchancen vergeben oder Pech beim Torabschluss gehabt“, zählte der Coach allein in der ersten Halbzeit sieben Würfe auf Pfosten oder Latte. Die Aachenerinnen zeigten sich im ersten Abschnitt im Abschluss durch ihre beste Werferin, Miriam Stein, etwas konsequenter und machten kurz vor dem Seitenwechsel die 10:8-Pausenführung klar. Direkt nach Wiederbeginn kamen die Roetgenerinnen zum Ausgleich (10:10), aber das Derby blieb bei ständig wechselnder Führung bis zum Abpfiff ausgeglichen und spannend und mit einer Überdosis Hektik versehen.

Durch den Derbysieg scheint den Roetgenerinnen der zweite Tabellenplatz nicht mehr zu nehmen. Mit vier Punkten Rückstand besteht zwar noch eine Minimalchance, Meister der Oberliga zu werden, allerdings müsste das Topteam der Liga, Westwacht Weiden, in den letzten Spielen schwächeln, aber danach sieht es nicht aus.

Am Samstag (Anwurf 17 Uhr) haben die Roetgenerinnen beim Tabellenvorletzten, HSV Bocklemünd, Termin. Der Roetgener Coach muss zwar auf die gesperrte Anne Fischer verzichten, aber dennoch mit der Favoritenrolle leben. Das Hinspiel gewann Roetgen 28:13, ganz so deutlich muss das Spiel am Samstag nicht enden.

Für den TV Roetgen erzielten im Derby folgende Spielerinnen die Tore: Anne Fischer (8/2), Laura Cosler (5/1), Lisa Cosler (4), Eva Deutz (2), Isabell Karl (2), Laura Gilliam (1).

Herren bleiben im tiefsten Keller

Nach der 19:24-Heimniederlage gegen die Zweitvertretung von Schwarz-Rot Aachen haben sich für die Herrenmannschaft des TV Roetgen fünf Runden vor Saisonschluss die Aussichten auf den Klassenerhalt in der Kreisliga Aachen/Düren auf ein Minimum reduziert. Gegen die Zweite der Kaiserstädter begann die Begegnung mit einer 5:2-Führung wunschgemäß für die Rot-Gelben. Dann fanden die Aachener besser ins Spiel, kamen zum 6:6-Ausgleich und nahmen eine 11:8-Führung mit in die Halbzeit. In der erholten sich die Rot-Gelben bestens, kamen zum 14:14-Ausgleich und gingen sogar 15:14 in Führung. Nach einem Team-Time-out legten die Schwarz-Roten wieder den Schalter um und zogen auf 18:15 davon. Auch in der Schlussphase trafen die Aachener besser und sicherten sich zwei wichtige Punkte zum Klassenerhalt.

Wenn es für die Roetgener überhaupt noch eine Chance gibt, in der nächsten Saison in der Kreisliga zu spielen, dann haben sie diese am Sonntag (Anwurf 16.30 Uhr in Kornelimünster in der Halle des Inda Gymnasium) im Abstiegsendspiel gegen den Tabellenvorletzten, SV Eilendorf.

(kk)