Handball-WM: TV Roetgen schaut Spiel Deutschland gegen Island

Handball : Auch Quereinsteiger sind beim TV Roetgen willkommen

Es ist ein Sport, der stetig an Popularität gewinnt: Handballfans schauen seit rund einer Woche gebannt nach Deutschland und Dänemark. Bei der Weltmeisterschaft kämpft das deutsche Team um den Titel. Und die Euphorie reicht bis in die lokalen Vereine – auch in der Nordeifel.

„Es ist immer so, dass bei einer Europa- oder Weltmeisterschaft das Interesse an Handball steigt“, sagt Laurin Melms, Vorstandsmitglied und Sprecher des TV Roetgen.

2007, in dem Jahr, als Deutschland bei der Heim-WM Weltmeister wurde, habe der Handball an sich einen enormen Zulauf erlebt, erinnert sich Melms. „Beim ersten Training danach waren damals zehn neue Kinder da“, sagt er. Doch relativ schnell habe sich der Hype neutralisiert. Nach einem Monat seien nur noch zwei der zehn Kinder zum Training gekommen. „Das ist aber immer so. Die Euphorie flaut zügig wieder ab“, sagt er.

Seit 17 Jahren spielt der 20-Jährige selbst Handball, trainiert beim TV Roetgen eine B-, C- und E-Jugend. „Mein Vater hat ziemlich gut gespielt früher, und ich war schon im Kinderwagen immer mit in der Halle“, erzählt er. So entfachte seine Leidenschaft für den Sport. Auch wenn dieser, wie er selbst sagt, in der breiten Masse nicht an eine andere Sportart herankäme: „Man muss sich damit abfinden, dass Fußball die Nummer eins in der Gesellschaft ist, aber Handball kommt direkt danach. Und das ist auch was Tolles“, sagt er.

Gerade auf die Entwicklung von Kindern und Jugendlichen habe dieser Sport nämlich einen positiven Effekt. „Ein großer Pluspunkt ist, dass beim Handball alles über die Teamleistung funktioniert“, erklärt er. In einer Gruppe von sechs Spielern plus Torwart stehen die Handballer auf dem Feld und versuchen, Tore zu erzielen. „Man hat vorne und hinten Erfolgserlebnisse, denn man kann von überall werfen“, sagt Melms. In der Abwehr könne es dabei auch mal rauer zugehen, ein gewisses Verletzungsrisiko sei ebenfalls gegeben, aber an sich sei es ein sehr fairer Sport. „Man steht danach auch gemeinsam an der Theke und trinkt noch was – auch mit den Schiedsrichtern.“

Zu alt, um mit dem Training zu beginnen, sei man laut Melms niemals. „Auch Quereinsteiger sind bei uns sehr willkommen“, sagt er. In der Regel dauere es rund drei Monate bis man die Koordination von Hand, Fuß, Kopf und Ball so gut beherrsche und die Reaktionsfähigkeit ausreichend geschult sei, dass man mit den anderen bei einem Spiel auf dem Platz stehen könne. „Bei manchen geht es auch schneller“, meint er.

Derzeit zählt der Verein acht Jugendmannschaften und je zwei Herren- und Damenmannschaften. Um die Begeisterung für den Sport noch zu stärken, schaut der Verein sich am heutigen Samstag, 19. Januar, das Spiel in der TV-Halle, Rosentalstraße 38, gemeinsam an. Ab 20.30 Uhr spielt Deutschland gegen Island in der Hauptrunde. „Letzte Woche waren wir mehr als 100 Leute“, sagt Melms. Und in der Pause sei auch Zeit, um gemeinsam eine kleine Runde Handball zu spielen.

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